Europa und USA wieder zurück in der Spur Euphorie bei den Elektronik-Fertigungsausrüstern

Stephanie Pepersack, ASM Assembly Systems: »Nach einer kleinen Korrektur zum Ende 2010 zogen die Investitionen für Fertigungsequipment zu Jahresbeginn wieder deutlich an. Auch der chinesische Markt ist im Vergleich zu den Vormonaten gewachsen, aber als neue Wachstumslokomotiven präsentieren sich Europa und Amerika.«
Stephanie Pepersack, ASM Assembly Systems: »Nach einer kleinen Korrektur zum Ende 2010 zogen die Investitionen für Fertigungsequipment zu Jahresbeginn wieder deutlich an. Auch der chinesische Markt ist im Vergleich zu den Vormonaten gewachsen, aber als neue Wachstumslokomotiven präsentieren sich Europa und Amerika.«

Den deutschen Fertigungsmaschinenbauern geht es wieder richtig gut. Zwar kommt immer noch ein großer Teil der Umsätze aus Asien, aber auch Europa und Amerika sind wieder zurück in der Spur. Mit einem Umsatzplus 20 Prozent rechnet der VDMA Productronic für dieses Jahr.

Ein Ende der Bergfahrt ist auch für das nächste Jahr nicht in Sicht: 2012 sollen noch einmal 9 Prozent Umsatzwachstum hinzukommen. »Die Euphorie ist seit unserer letzten Umfrage im Oktober ungebrochen. Unsere Kunden - Hersteller von Halbleitern, Leiterplatten, elektronischen Bauelementen und Baugruppen - haben nach der Krise schnell Vertrauen in den Aufschwung gefasst und bereits 2010 wieder erheblich in die Produktion investiert«, kommentiert Rainer Kurtz, geschäftsführender Gesellschafter von Ersa und Vorsitzender des VDMA Fachverbands Productronic, die gute Stimmung. Auch das Erdbeben in Japan könne die Stimmung nicht trüben, so Kurtz. Aufgrund der vergleichsweise geringen Kundenzahl dort werde das die deutschen Fertigungsausrüster wohl nicht massiv beeinflussen.

In der aktuellen Geschäftsklima-Umfrage des VDMA gaben zwei Drittel der Unternehmen an, Überstunden zu fahren. Auch für die kommenden Monate gehen die Teilnehmer von einer ähnlich hohen Auslastung aus. Über 80 Prozent der Firmen wollen neue Mitarbeiter einstellen. Die von den Unternehmern gemeldete Auftragsreichweite liegt bei 4,1 Produktionsmonaten. Dieser Wert übertrifft den langjährigen Durchschnitt der Branche um einen Monat.

Die Signale sind in allen Anwenderbranchen positiv. Der deutsche Maschinenbau insgesamt ist ein großer Kunde der Elektronikhersteller. Damit profitieren die Elektronik-Maschinenbauer mittelbar von der positiven Entwicklung des Anwendungsbereichs Maschinenbau. Die Wachstumstreiber sind aber nach wie vor Massenmärkte wie Computer, Kommunikations- und Consumer-Elektronik mit Schwerpunkt in Asien. Aber auch Europa und Amerika nehmen wieder Fahrt auf: »Nach einer kleinen Korrektur zum Ende 2010 zogen die Investitionen für Fertigungsequipment zu Jahresbeginn wieder deutlich an. Auch der chinesische Markt ist im Vergleich zu den Vormonaten gewachsen, aber als neue Wachstumslokomotiven präsentieren sich Europa und Amerika«, betont Stephanie Pepersack, bei ASM Assembly Systems (Siplace) verantwortlich für Market Intelligence. Das, so Pepersack, bestätige die Beobachtung, dass der Weltmarkt sich weiter der Vorkrisen-Regionalstruktur annähere.

Den Auswertungen der Analysten von ASM Assmbly Systems zufolge nahmen die Auftragseingänge im Januar und Februar 2011 weiter zu und markierten ein neues Rekordniveau. Dabei weisen die Regionen Europa sowie Nord- und Südamerika die stärksten Wachstumsraten auf. Folglich konnten beide Regionen ihre Bedeutung für die globale Elektronikfertigung auf aktuell 13 bzw. 12 Prozent steigern. Im Gegenzug sank die Bedeutung Chinas erstmals seit Ende der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 mit aktuell 47 Prozent wieder auf unter 50 Prozent.

Beim Weltmarktanteil profitiert ASM Assembly Systems vom großen Marktanteil in Europa und vom starken Wachstum in dieser Region. »Mindestens ebenso wichtig aber ist, dass wir auch in China zulegen konnten«, kommentierte Pepersack die aktuellen Entwicklungen des in München ansässigen Bestückungsautomaten-Herstellers.

Auch bei der Asys Group stehen alle Ampeln auf Grün. Das Vorkrisenniveau von 2008 hat Asys bereits 2010 deutlich übertroffen. 2011 kann der Fertigungsausrüster aus Dornstadt aller Voraussicht nach sogar mit einem Plus im dreistelligen Prozentbereich glänzen. Ein guter Teil des Wachstums kommt aus dem Solargeschäft und hier vor allem aus Asien. Anders als beim Elektronik-Fertigungsequipment, liegt der Exportanteil der deutschen PV-Maschinenbauer bei 88 Prozent, 68 Prozent davon entfallen allein auf Asien.