Niedrigsilberhaltige NiGe-Elektroniklote Es muss nicht hochprozentig sein

Die Lote von Felder - Sn100Ni+, Sn99Ag+ und Sn98Ag+  kommen bereits mit Silbergehalten von 0,3 oder 1,2 Prozent aus, können aber mit allen Merkmale der alten »hochprozentigen« Lote aufwarten.
Die Lote von Felder - Sn100Ni+, Sn99Ag+ und Sn98Ag+ kommen bereits mit Silbergehalten von 0,3 oder 1,2 Prozent aus, können aber mit allen Merkmale der alten »hochprozentigen« Lote aufwarten.

Lote mit einem Silbergehalt von 3,0 bis 3,8 Prozent gelten als »Standard« in der Elektronikfertigung. Silber ist mit derzeit über 900 Euro pro Kilogramm allerdings ein teures Gut. Dass sich auch mit einem deutlich niedrigeren Silberanteil sehr gute Lötergebnisse erzielen lassen, stellt der Löttechnik-Spezialist mit seiner neuen NiGe-Silberlotserie unter Beweis.

Der aktuelle Silberkurs macht die bisher gängigen Elektroniklote zu einem schwer kalkulierbaren Kostenfaktor: Seit Anfang 2000 ist der Preis für Silber um mehr als 500 Prozent in die Höhe geschnellt. »Vor genau acht Jahren kostete ein Kilogramm Silber noch 123,78 €. Heute hingegen schon über 900,00 € und ein Ende dieser Tendenz ist nicht absehbar«, gibt Udo Grimmer-Herklotz, Anwendungstechniker von Felder zu bedenken. »Die meisten Industrieanwender denken immer noch, mit Legierungen mit einem 3,0 bis 3,8 prozentigem Silbergehalt gut bedient zu sein«, so Grimmer-Herklotz. Zinn-Silber-Kupfer (SAC) ist wohl die bisher meist verbreitete Legierungsfamilie unter den bleifreien Elektronikloten. Speziell die SAC-Lote mit Silberanteilen von 3,0 Prozent und 3,8 Prozent stehen seit der bleifreien Prozessentwicklung im Fokus der Forschung. Die vergleichsweise geringe Schmelztemperatur und eine gute Lötbarkeit mit daraus resultierenden zuverlässigen Lötergebnissen machte diese Lotgruppe zur ersten Wahl der RoHS-Pioniere.

»Tatsache ist aber, dass die niedrig silberhaltigen NiGe-Elektroniklote einige Vorteile gegenüber den herkömmlichen Loten haben.«  So kommen die Lote von Felder - Sn100Ni+, Sn99Ag+ und Sn98Ag+ - bereits mit Silbergehalten von 0,3 oder 1,2 Prozent aus, können aber mit allen Merkmale der alten »hochprozentigen« Lote aufwarten und haben überdies weitere Vorteile: Ein hoher Silbergehalt galt bisher als Garant für bessere Benetzung und niedrigere Arbeitstemperaturen. Im direkten Vergleich mit bis zu 3,8 prozentigen Legierungen (Sn95,5Ag3,8Cu0,7) benötigen die niedrigsilberhaltigen NiGe-Elektroniklote die gleiche Wellenlöttemperaturen, sorgen für deutlich geringere Krätzebildung, besseren Lotdurchstieg, bessere Benetzung und sind zu dem noch zuverlässiger als die alte Lotserie. »Die niedrigsilberhaltigen Lote haben also die gleiche oder sogar bessere technische Eigenschaften«, betont Grimmer-Herklotz. Zu beachten ist allerdings, dass  die Löttemperaturen bei niedrig silberhaltigen Loten höher sein muss als bei SnAgCu-Legierungen mit 3% bzw 3,8% Silber, um eine entsprechende Benetzung sicherzustellen, wie Felder in eigenen Testreihen nachgewiesen hat. Ist die Umstellung auf das neue Lot kostenaufwändig? Laut Grimmer-Herklotz ist der Austausch des Lotes im Wellenbad für den Kunden meist nicht mit Kosten verbunden: »Hat sich der Kunde für eines der neuen Lote entschieden, vergüten wir ihm das Altlot zum aktuellen Börsenpreis.« Und auch die technischen Aspekten der Umstellungsphase lassen sich einfach bewerkstelligen, verspricht der Anwendungstechniker: »Wir begleiten die Umstelllung auf Wunsch natürlich durch unsere Experten aus der Anwendungstechnik.«  Zudem gibt es kostenlose Analysen zur Lötbadüberwachung, in der Umstellungsphase sogar mehrmals im Monat.«