ZVEI-Halbjahrespressekonferenz Elektronische Bauelemente und Baugruppen: Raus aus der Rezession!

"Der Jahresanfang hat gezeigt, dass wir gut vorankommen, auch wenn noch einige Verunsicherung im Markt herrscht". So lautete das Fazit von Dr. Wolfgang Bochtler, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands PCB and Electronic Systems auf der heutigen Pressekonferenz in München. Fakten und Zahlen haben wir in einer Bildergalerie zusammengestellt.

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Elektronische Bauelemente und Baugruppen: Die Marktzahlen im Detail

"Der Jahresanfang hat gezeigt, dass wir gut vorankommen, auch wenn noch einige Verunsicherung im Markt herrscht". So lautete das Fazit von Dr. Wolfgang Bochtler, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands PCB and Electronic Systems auf der heutigen Pressekonferen

Der deutsche Markt für Leiterplatten wird 2013 um 1,3 Prozent auf zirka 1,3 Mrd. Euro wachsen. Auch der Halbleitermarkt wächst um ein halbes Prozent auf 9,9 Mrd. Euro, die Baugruppen legen um 0,4 Prozent zu auf 24 Mrd. Euro, wie der  ZVEI-Fachverbands PCB and Electronic Systems heute bekanntgab.

Auch für Europa ist der ZVEI wieder optimistisch. So soll aller Voraussicht nach das Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes in der Region Europa 2014 insgesamt wieder positiv ausfallen und die Wirtschaftsregion Europa damit endlich wieder aus den Minuszahlen und damit der Rezession herauskommen.

Deutschland dagegen schlägt sich nach Aussage von Dr. Bochtler schon jetzt wacker und die 360 Mitgliedsfirmen des ZVEI sind im Durschnitt betrachtet gut in dieses Jahr gestartet. Einzig der Markt für Integrierte Schichtschaltungen wird leicht um zwei Prozent auf 660 Millionen Euro zurückgehen. Das liege an der Produktionsverlagerung eines großen Herstellers.

Für den Markt der elektronischen Baugruppen (Inhouse-Hersteller und Electronic Manufacturing Services Provider) wird in Deutschland ein Anstieg von 0,4 Prozent auf 24 Milliarden Euro prognostiziert. Für die gesamten elektronischen Bauelemente (Leiterplatten, Integrierte Schichtschaltungen, Elektromechanische und Passive Bauelemente, Halbleiter) erwartet der ZVEI eine Steigerung von 0,3 Prozent auf 16,7 Milliarden Euro im Jahr 2013. „Damit befinden sich nach Rückgängen im Jahr 2012 fast alle Segmente wieder auf moderatem Wachstumskurs“, so Bochtler. Für Verunsicherung sorge aber nach wie vor die Euroschuldenkrise, Wechselkursschwankungen und die u. a. dadurch schwankenden Rohstoffpreise. Auch die Kosten für die Energiewende, seien nicht zu unterschätzen, erklärt Dr. Bochtler.

Während 2011 einen für die Branche als normal zu bezeichnenden Verlauf nahm, ging 2012 der Markt für elektronische Bauelemente um 4,9 Prozent auf 16,62 Milliarden Euro und der für elektronische Baugruppen um 4,5 Prozent auf 23,9 Milliarden Euro zurück. Das Jahr 2012 war von der Zurückhaltung auf Grund der Spannungen an den Finanzmärkten und der europäischen Schuldenkrise geprägt. Daran wird sich nach Bochtlers Einschätzung auch 2013 noch nichts ändern.

Eine Herausforderung ist nach den Worten von Bochtler außerdem die Handelsbeschränkung durch Zölle, wie jüngst im Fall der Solarindustrie. Solche Handelsbeschränkungen seien gefährlich, mahnt der Fachverbands-Vorsitzende.

Bochtler gibt sich dennoch optimistisch: „Unsere Branche kann trotz schwieriger Marktbedingungen viele Erfolge aufweisen. Nach wie vor liefern die Unternehmen eine Vielzahl applikationsspezifischer Innovationen, die weltweit gefragt sind." Zwar gibt es weitere Verlagerungen nach Asien, aber Europa wird dennoch nicht an Substanz verlieren, ist Bochtler überzeugt.

Marktpotenziale ergeben sich für Deutschland laut ZVEI vor allem durch die erneurbaren Energien, intelligente Netzte, Smart Homes, die E-Mobilität und Industrie 4.0 

840 Tausend Beschäftigte in Deutschland

Die Elektronikbranche in Deutschland zählt etwa 840 Tausend Beschäftigte und ist sehr mittelständisch geprägt, was ein großer Erfolgsfaktor für die Branche hierzulande ist. Über 90 Prozent der im ZVEI vertretenen Unternehmen haben weniger als 500 Beschäftigte. Die Zahl der Beschäftigten habe sich auch während der letzten Jahre insgesamt nicht groß verändert, berichtet Bochtler. Allerdings setze die Branche mehr als früher auf Zeitarbeitskräfte, um flexibel zu bleiben.