Bestücker-Innovation von Essemtec Die „All in One“-Systemplattform

Modular erweiterte Puma mit bis zu 54.300 BE/h, IPC und Jetten bis 150.000 dots/h auf dem ersten Modul
Modular erweiterte Puma mit bis zu 54.300 BE/h, IPC und Jetten bis 150.000 dots/h auf dem ersten Modul

Bestücken, Rapid Prototyping und High-Speed-Dispensen mit einer einzigen Maschine: Auf der productronica stellt Essemtec erstmals die „Puma“ vor. Das Grundkonzept basiert auf dem Vorgängermodell „Fox“; durch eine neue Option kann Puma jetzt aber auch große Leiterplatten bestücken.

Mit einer einzigen Plattform Prototypen herstellen, bestücken und dispensen – laut einer von Essemtec 2014 durchgeführten Marktstudie wünscht sich das die Mehrzahl der EMS-Dienstleister. Auch eine große Feederanzahl und Leiterplattengröße, leichte Nachrüstbarkeit und eine offene Plattform, um Drittanbietermodule zu integrieren, stehen weit oben auf der Liste. Essemtec hat darauf jetzt mit der Puma/Tarantula-Plattform reagiert.

Puma ist ein Pick-and-Place-System für High-Speed-Anwendungen, mit dem Anwender gleichzeitig ihre Prototypen entwickeln können. Mit einer IPC-Bestückungsleistung von 18.100 BE/h stößt die Maschine in den Mid-Range-Bereich vor. Es lassen sich bis zu 280 Feeder gleichzeitig einsetzen und Leiterplatten bis zu 1800 mm x 610 mm verarbeiten. Zusätzlich kann die Puma parallel mit bis zu 150.000 Punkten pro Stunde dispensen oder jetten. Wenn alle drei Achsenpositionen ausschließlich für Dispenslösungen belegt werden sollen, hat die Plattform die Bezeichnung Tarantula. Anwender können dabei aus fünf Ventiltechniken auswählen. Alle Köpfe sind im Feld im Plug&Play-Verfahren nach- und umrüstbar. Durch das modulare Maschinenkonzept können Anwender die Plattform entsprechend ihren Anwendungen umrüsten, zum Beispiel indem sie weitere Pick-and-Place- oder Dispenser-Köpfe einsetzen.

Für das Mineralgussgehäuse nutzt Essemtec das Material Epument, das Vibrationen absorbiert. Weil das Unternehmen anstatt Spindeln und Riemen die Linearmotoren-Technik einsetzt, verringert sich der Wartungsaufwand für Anwender. Auch soll die Puma laut Unternehmensangabe um bis zu 52,5 % schneller sein als das Vorgängermodell. Das Bestücken und Dispensen können außerdem auf dem gleichen X/Y-System abgebildet werden.

Neben der Hardware hat Essemtec auch die Software optimiert: Der Touchscreen-Monitor mit einer strukturierten Benutzeroberfläche lässt sich mit Hilfe einer interaktiven Kontexthilfe bedienen. Anwender können auf Maschinen einfache Baugruppen oder komplexe Projekte mit Mischprozessen und 2,5D-Anwendungen verarbeiten. Maschinenzustände, Parameter, Sensorik, Motoren und Kamerabilder können durch eine KPI-Funktion ausgewertet und extern analysiert werden.

Die Software verfügt über Schnittstellenanbindungen, die die Konnektivität in der Produktion gewährleisten sollen, zum Beispiel für den aktiven Austausch der Prozess- und Produktionsdaten oder um Befehle auszuführen. Um den Anforderungen der Digitalisierung in der Produktion nachzukommen, baut Essemtec die Schnittstellen kontinuierlich aus.

Schon vor Markteinführung hat MAL Effekt-Technik, Hersteller von LEDs, die Puma bestellt. »Die Maschine ist seit einigen Wochen in der Produktion und unsere Erwartungen wurden voll erfüllt. Wir können mit der gleichen Maschine Prototypen fahren, aber vor allem auch Hochleistung von über 15.000 BE/h bestücken und mit der Long-Board-Option Leiterplatten bis 1,8 Meter Jetdispensen und bestücken«, so Markus Vockenroth, Inhaber und Geschäftsführer von MAL Effekt-Technik.