ZVEI-Konjunkturbarometer Deutsche Elektro-Exporte legen zu - Russland auf Rang 10

Dr. Andreas Gontermann, Chefvolkswirt des ZVEI

Im Januar 2014 haben die deutschen Elektroexporte um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 13,1 Milliarden Euro zugelegt. Die aktuellen Kapriolen mit Russland und der Ukraine könnten sich im Fall von Sanktionen aber negativ auf den Export auswirken.

„Damit sind sie ähnlich gut ins neue Jahr gestartet wie Produktion und Umsatz“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. „Zudem ist es der höchste jemals in einem Januar erzielte Ausfuhrwert der heimischen Elektroindustrie.“ Bereits im 4. Quartal des vergangenen Jahres waren die Ausfuhren nach vier rückläufigen Vierteljahren in Folge erstmals wieder um 1,1 Prozent gegenüber Vorjahr auf 40,7 Milliarden Euro gewachsen. Im gesamten Jahr 2013 schlug allerdings noch ein leichtes Exportminus von einem Prozent auf 158,3 Milliarden Euro zu Buche.
 
Die Importe elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland haben im Januar 2014 – deutlich stärker als die Exporte – um 6,3 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro zugenommen. Im vergangenen Jahr waren sie um 1,6 Prozent auf 135,0 Mrd. Euro zurückgegangen.

Die Elektroausfuhren in die Industrieländer sind im Januar dieses Jahres um 3,5 Prozent gegenüber Vorjahr auf 8,9 Milliarden Euro gestiegen. In die Schwellenländer ‒ die inzwischen bereits rund ein Drittel aller deutschen Elektroexporte abnehmen ‒ haben sich die Branchenausfuhren dagegen nur um 1,2 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro erhöht. „Dies erscheint im Einklang mit der momentanen Rückverlagerung der globalen Wachstumskräfte hin zu den Industrieländern“, so Dr. Gontermann.
 
Unter den Industrieländern haben im Januar vor allem die Branchenausfuhren in die Eurozone um 7,7 Prozent gegenüber Vorjahr auf 4,4 Milliarden Euro und nach Großbritannien um 7,5 Prozent auf 688 Millionen Euro stark zugenommen. Demgegenüber sind die Exporte in die USA um 4,4 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro und nach Japan um 20,9 Prozent auf 219 Millionen Euro zurückgegangen.
 
Auch die Exporte in die Schwellenländer entwickelten sich im Januar sehr unterschiedlich. So stand einem Zuwachs der Ausfuhren nach China um 4,9 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro ein Rückgang der Exporte nach Brasilien um 7,9 Prozent auf 119 Millionen Euro gegenüber.
 
Deutscher Elektroaußenhandel mit Russland

Die (unmittelbaren) Exporte der deutschen Elektroindustrie nach Russland waren 2013 5,6 Milliarden Euro hoch (minus 5,1 Prozent gegenüber 2012). Sie markieren damit 3,5 Prozent der gesamten Elektroexporte. Im Abnehmer-Ranking belegt Russland Rang zehn. „Zwischen 2000 und 2013 haben sich die deutschen Elektroausfuhren nach Russland mehr als vervierfacht“, sagte Dr. Gontermann. „Demgegenüber sind die Elektroexporte insgesamt nur um knapp die Hälfte gestiegen.“ Vergangenes Jahr kam der größte Beitrag zu den Branchenausfuhren nach Russland aus den Bereichen Automation (eine Milliarde Euro), Elektromedizin (552 Millionen Euro), Hausgeräte (532 Millionen Euro) und Energietechnik (516 Millionen Euro). Auf der Einfuhrseite spielt Russland mit einem 2013er Importwert von 224 Millionen Euro bzw. einem Anteil von 0,2 Prozent an den gesamten deutschen Elektroimporten eine wesentlich geringere Rolle als bei den Ausfuhren.

Die Einfuhren aus der Ukraine liegen mit 263 Millionen Euro höher. Das Direktinvestitionsengagement der deutschen Elektroindustrie in Russland beläuft sich auf rund 1,2 Milliarden Euro (verglichen mit 57,2 Milliarden Euro weltweit).