Elektronik wirksam schützen Damit die Fahrt ins Grüne nicht zum Desaster wird

Slaheddine Laroui, COO der Lacon Unternehmensgruppe

Der Schutz von elektronischen und elektromechanischen Bauteilen wird nach wie vor vernachlässigt. Viel zu lange konnte der letzte Cent beim Kauf und der Bestückung von Leiterplatten herausgepresst werden – solange kein größerer wirtschaftlicher Schaden zu erwarten war. Und genau hier liegt der Knackpunkt.

Stellen Sie sich vor: Es ist Juni. An einem schönen Sommertag fahren Sie mit Ihrem Wochenend-Cabrio einer bekannten Marke zu einem Familienfest ins Grüne. Es zieht ein Gewitter auf, die Luft bewegt sich, und man kann den Regen schon riechen. Die ersten Tropfen fallen, und ein Regenschauer ergießt sich über Sie – das Verdeck schließt sich automatisch und Sie fahren die Scheiben hoch.

Brrzzzllszzschchchchpfbäääääng! knallt es in Ihr linkes Ohr – eine Stichflamme schießt aus der Fahrertür, der versteckte Prallsack explodiert in Ihre Seite, Feinstaub und Aerosole vernebeln die Sicht, und mit quietschenden Reifen landen Sie im aufgewühlten Grün neben der Landstraße – Gott sei Dank rechts bei den Allgäuer Biokühen mit nun panisch läutendem Glockenspiel. Dann ist alles still.

Nun, warum sollten wir einen Artikel in einem Elektronikmagazin mit einer Geschichte aus der Belletristik beginnen? Weil viele Aufmacher langweilig und trocken sind? Bestimmt sogar. Aber auch deshalb, weil diese Titelstory keine erfundene Geschichte ist: Ohne direkt auf diesen Einzelfall einzugehen, rief beispielsweise Honda im Jahr 2010 über 645.000 Fahrzeuge zurück, Toyota 2012 weltweit mehr als 7,4 Millionen, weil beim Schaltmechanismus des elektrischen Fensterhebers akute Brandgefahr bestand, falls Wasser oder Feuchtigkeit der empfindlichen Elektronik zu nahe kommen.

Was unsere Väter und Großväter noch unverwüstlich mit der Handkurbel nach oben gezwungen haben, ist mittlerweile ein hochkomplexes, von wirtschaftlichen Rationalitäten geprägtes elektronisches Bauteil, das – mit Verlaub – technisch zwar funktioniert, aber nicht für den Umgang mit Menschen in der Natur ausgelegt ist. Warum eigentlich nicht?

Das gilt für alle Arten von Elektroniken oder Elektromechaniken im Consumer oder b2b-Bereich. Viel zu lange ist der Schutz von elektronischen und elektromechanischen Bauteilen vernachlässigt worden. Viel zu lange konnte der letzte Cent an Kosten beim Kauf und der Bestückung von Leiterplatten herausgepresst werden, solange – ja, solange kein größerer wirtschaftlicher Schaden zu erwarten war. Die Anforderungen an den Schutz von elektronischen und elektromechanischen Baugruppen haben sich in den vergangenen Jahren verschärft. Die Investitionsgüterindustrie legt weltweit mehr Wert auf Langlebigkeit und insbesondere den Erhalt der vollen Funktionalität in rauer Umgebung. Aus diesem Grund ist es in der Elektronikbranche wichtig geworden, empfindliche Bauteile und ganze Baugrupppen auf Leiterplatten durch geeignete Methoden vor Umwelteinflüssen zu schützen.

Es bieten sich je nach Anforderungsgrad verschiedene Verfahren an. Beim Lackieren wird eine bis zu 1 mm dicke Lackschicht aufgetragen, die sicher vor schädlichen Umwelteinflüssen wie Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit und Nässe oder Vibrationen schützen kann. Darüber hinaus bieten sich Spritz- und Vergusstechniken an, die höhere Schutzklassen bedienen, aber auch in Punkten wie Wärmeableitung, Volumen und Verarbeitbarkeit zu Kompromissen zwingen.

Ungeschützt ist out! Rufen wir Ihnen als EMS-Experten zu, die mit einer kompletten Fertigungslinie für das Lackieren, Umspritzen und Vergießen zum Schutz von Elektroniken ausgestattet sind.