Preis- und Lieferrisiken China beeinflusst Rohstoff-Märkte massiv

Trotz fallender Rohstoffpreise haben sich die Preis- und Lieferrisiken kaum verringert. Nach aktuellen Untersuchungen der Deutsche Rohstoffagentur ist der Einfluss Chinas auf die Märkte für mineralische Rohstoffe, Seltenen Erden und weitere Rohstoffe, extrem hoch.

Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat letzte Woche in Berlin ihr neues Rohstoffmonitoring zu den Entwicklungen von Angebot, Nachfrage und Rohstoffpreisen vorgestellt. Mehr als 80 Vertreter aus Unternehmen, Branchenverbänden und wissenschaftlichen Institutionen diskutierten beim ersten Rohstoffdialog zum Rohstoffmonitoring der DERA über aktuelle Preis- und Lieferrisiken sowie mögliche Ausweichstrategien. Mit dem bereits im Koalitionsvertrag der Bundesregierung angekündigten Monitoring werden kritische Entwicklungen auf den globalen Rohstoffmärkten detailliert analysiert und bewertet, um der deutschen rohstoffverarbeitenden Industrie frühzeitig rohstoff- und marktspezifische Handlungsoptionen aufzuzeigen.

Trotz der zuletzt teilweise stark sinkenden Preise für Rohstoffe – allen voran Erdöl und zahlreiche Industrie- und Edelmetalle – haben sich die Preis- und Lieferrisiken in den letzten Jahren kaum verringert. Zu diesem Schluss kamen die DERA-Experten sowie Vertreter des Institute of Materials Resource Management der Universität Augsburg und des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) in ihren Vorträgen bei der Veranstaltung.

Nach aktuellen Untersuchungen der DERA ist der Einfluss Chinas auf die Märkte für mineralische Rohstoffe – wie bei Seltenen Erden und zahlreichen weiteren Rohstoffen – noch immer extrem hoch. Dominant ist China auch beim Handel mit mineralischen Zwischenprodukten, die beispielsweise in der Metallindustrie oder als Grundstoffe für die chemische Industrie in Deutschland eingesetzt werden. Aber auch andere, teilweise instabile Länder weisen eine hohe Angebotskonzentration bei Rohstoffen und Zwischenprodukten entlang der Wertschöpfungskette auf. „So dominiert Südafrika mit einem Anteil von 43 % nicht nur die weltweite Bergwerksförderung von Chromit, sondern ist mit mehr als 62 % auch größter Exporteur von Chromiterz und -konzentrat sowie von Ferrochrom mit mehr als 4 % Kohlenstoffanteil“, erklärt DERA-Leiter Dr. Peter Buchholz. Hohe Angebotskonzentrationen im weltweiten Handel mit Chromprodukten weisen auch Ferrosiliciumchrom sowie Chromoxide und -hydroxide auf. Bei beiden Zwischenprodukten ist Kasachstan mit 87 bzw. 72 % größter Exporteur. „Derartige Märkte bergen Risiken für Preispeaks und Lieferausfälle“, betont Buchholz.