Fliegender Wechsel in der Bestückung Bei laufender Produktion auf Second Sources umstellen

Alternative Components erlaubt es den Elektronikfertigern auf jeder Bestückposition alternative Bauelemente zu definieren.
Alternative Components erlaubt es den Elektronikfertigern auf jeder Bestückposition alternative Bauelemente zu definieren.

Bauteile auch in der laufenden Produktion nahtlos auf eine funktional identische Second Source umstellen? Das ermöglicht die Bestück-Software »Alternative Components« von Siplace/ASM Assembly Systems.

Alternative Components erlaubt es den Elektronikfertigern auf jeder Bestückposition alternative Bauelemente zu definieren -  »auch wenn diese eine leicht abweichende Gehäuseform oder Verpackung haben«, betont Stefan Förste, Produktmarketing Manager bei ASM Assembly Systems. Zusätzlich sparen die Elektronikfertiger den Aufwand für die Änderung und Verwaltung der bei verschiedenen Lieferanten bisher notwendigen Bestückprogrammvarianten. Daraus resultierende Schwierigkeiten mit Programm- und Bestückfehlern lassen sich dadurch deutlich minimieren.

»Lieferengpässe machen es in der Elektronikfertigung häufig erforderlich, anstatt der ursprünglich definierten Komponenten kurzfristig alternative Bauteile gleicher Funktion mit möglicherweise leicht abweichender Bauform oder Verpackung einzusetzen«, gibt Förste zu bedenken.

Statt beim Einsatz der alternativen Bauteile jeweils spezifische Bestückprogramme laden zu müssen, lassen sich die Varianten dank der Software-Erweiterung des Münchener Bestückungsautomaten-Hersteller jetzt gemeinsam mit den ursprünglich definierten Komponenten in einem einzigen Bestückprogramm verwalten. Dazu kann im System-Editor für jede Bestückposition neben dem vorgesehenen Bauteile eine beliebige Anzahl von Alternativen angelegt werden. »Wenn gewünscht, kann der Benutzer für ein Bauteil auch global für alle seine Bestückpositionen alternative Bauteile hinterlegen«, so Förste.
   

Alternative Bauteile direkt ansplicen


Gehen bei laufender Fertigung die ursprünglich definierten Bauteile aus, lassen sich alternativen Bauteile nun direkt »ansplicen«. Das Rüstverifikationsprogramm Siplace Setup Center erkennt das neue Bauteile als gültige Alternative, dessen Daten im System hinterlegt wurden, und meldet die Änderung an die Maschinen-Software bzw. das Vision System. Die  Bestückung kann dann unterbrechungsfrei und ohne Nachladen von weiteren Bestückprogrammen weitergehen. Verwendet der Elektronikfertiger ein Traceability-System,  werden die Informationen über den Einsatz des alternativen Bauteils laut Förste auch hier nachgezogen. Ist für ein alternatives Bauteil eine abweichende Förderergröße erforderlich, wird das bereits bei der Optimierung berücksichtigt und der erforderliche Stellplatz vorgesehen. Auch die mit dem Bauteil möglicherweise verbundenen Veränderungen von Offsets oder Bestückwinkeln berücksichtige die Maschine, so Förste. Darüber hinaus lassen sich alternative Bauteile auch für Komponenten definieren, die aus anderen Zuführungen wie Trays an die Maschinen kommen.

»Mit der neuen Software lassen sich die bisher für alternative Bauteile erforderlichen, zusätzlichen Bestückprogrammvarianten für ein Produkt komplett ersetzen. Das reduziert den Aufwand und die Komplexität bei der Auftragsverwaltung und zudem die Wahrscheinlichkeit von Fehlern beim Änderungsmanagement«, erklärt der Produktmarketing Manager. »Die Maschine akzeptiert die alternativen Bauteile und fährt mit der Bestückung einfach fort - eine deutliche Vereinfachung für das Bedienpersonal und die Fertigungsplanung.« Das, so Förste führe nicht nur zu einer höheren Verfügbarkeit der Linie, sondern helfe auch Fehler - etwa durch falsch zugeordnete Bauelementevarianten - zu vermeiden. »Im Ergebnis bedeutet das letztlich mehr Produktion und mehr Qualität«, so Förste.