EMS Auftragsfertiger ROB auf gutem Sanierungsweg

Der deutsche Auftragsfertiger ROB meldet zwei Monate nach dem Insolvenzantrag »eine gute Zukunftsperspektive«. Der Betrieb schreibt inzwischen wieder schwarze Zahlen. Zahlungsrückstände eines Großkunden in Millionenhöhe im März dieses Jahres hatten ROB in Schwierigkeiten gebracht.

»Die Geschäftsentwicklung in dieser Zeit war sehr positiv, Kunden und Mitarbeiter haben dem Unternehmen die Treue gehalten. Der Betrieb schreibt wieder schwarze Zahlen, so dass wir sehr zuversichtlich sind, die Sanierung erfolgreich abschließen zu können«, teilten die vom Amtsgericht Pforzheim für die vier deutschen Gesellschaften der Gruppe bestellten vorläufigen Insolvenzverwalter, Tobias Hoefer und Marc Schmidt-Thieme, mit. »Mit der voraussichtlichen Eröffnung des Insolvenzverfahrens zum 1. Juni ist der Weg frei, die laufenden Gespräche mit potenziellen Investoren zu einem für die Gläubiger und die Mitarbeiter guten Ende zu bringen. Wir können alle rund 220 Mitarbeiter weiter beschäftigen und ihnen nach dem Ende der Insolvenzgeldfrist wieder die regulären Löhne und Gehälter zahlen.«

Die vier deutschen Gesellschaften der ROB Unternehmensgruppe hatten aufgrund von überraschend aufgetretenen Zahlungsstockungen bei einem Großkunden im Umfang von mehreren Millionen Euro Ende März Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit stellen müssen. Durch die vergleichsweise frühe Antragstellung konnte der Betrieb mit Unterstützung der Kunden und Lieferanten jedoch sehr schnell stabilisiert werden, ohne dass es zu Produktionseinschränkungen kam. »Unsere Lieferkette wurde nicht unterbrochen, deshalb konnten wir die Produktion sogar im Zwei-Schicht-Betrieb weiter fahren. Weil uns die Kunden weiter vertrauten und auch neue Aufträge platzierten, mussten wir im Mai sogar die Feiertage durch arbeiten«, so ROB-Vorstand Frank Bittighofer.  Aufgrund der hohen Auslastung konnte das Unternehmen auch alle Arbeitsplätze halten. »Es gab keine Fluktuation, alle Mitarbeiter stehen zu 100 Prozent zum Unternehmen«, erklärt Bittighofer.

Weitere positive Wirkung der guten Geschäftsentwicklung: Das Interesse potenzieller Investoren an einem Einstieg hat zugenommen und der Unternehmenswert ist gestiegen. »Es zeichnen sich aktuell verschiedene Optionen ab, die wir in weiteren Verhandlungen ausloten müssen. Dafür hat uns auch der Gläubigerausschuss jetzt grünes Licht gegeben. Wir werden daher den Betrieb nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens in vollem Umfang fortführen, bis sich eine dauerhafte Lösung konkretisiert hat. Wir rechnen dabei jedoch mit einem für die Gläubiger wie die Mitarbeiter sehr befriedigenden Ergebnis«, so Hoefer und Schmidt-Thieme.