Quartalsumfrage SMT-Equipment Asien treibt an, Europa nimmt Fahrt auf

Rainer Kurtz, Ersa: »Die Auftragseingänge lagen 49 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, angeführt von Asien, wo sich der Auftragseingang verdreifacht hat. In Deutschland gab es eine Belebung um 30 Prozent.«

Elektronikfertiger investieren verstärkt wieder in Maschinen und Anlagen. Dies bestätigen die von Markt & Technik befragten Fertigungsausrüster einstimmig. Wachstumslokomotive ist zwar weiterhin die Fertigung in Asien – allen voran China - aber auch in Europa steigen die Auftragseingänge wieder, wenn auch mit weniger Dynamik als in Asien.

So verbuchte Siemens Electronics Assembly Systems in den ersten fünf Monaten des aktuellen Geschäftsjahres von Oktober 2009 bis Februar 2010 bereits so viele Aufträge wie im gesamten Geschäftsjahr 2008/2009 und konnte seine Marktanteile in einigen Regionen deutlich steigern. »Vergleicht man die Periode von Oktober bis Februar, so haben sich die weltweiten Auftragseingänge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdreifacht«, erklärt  Stephanie Pepersack, Manager Market Intelligence bei SEAS. Zwar dominiere laut Pepersack China, aber auch die Auftragseingänge in Europa ziehen seit Mitte 2009 nach. Dabei konnte SEAS seinen Marktanteil am Gesamtmarkt für SMT-Equipment in einigen Regionen wie Europa und Teilen des asiatischen Marktes um bis zu 4 Prozent steigern.

Deutlich positiv verlief nach Aussage von Geschäftsführer Rainer Kurtz, das erste Quartal auch für Ersa, Europas größtem Hersteller von Löt-Equipment. »Die Auftragseingänge lagen 49 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, angeführt von Asien, wo sich der Auftragseingang verdreifacht hat. In Deutschland gab es eine Belebung um 30 Prozent. Die übrigen Gebiete der Welt hinken mit einem Plus von ca. acht Prozent allerdings noch deutlich nach.« Kurtz sieht für das Gesamtjahr eine Belebung von 20 bis 30 Prozent Plus gegenüber 2009. »Dies bedeutet, dass wir in den Folgequartalen den Auftragseingang schwächer sehen als in Q1, insgesamt jedoch auf jeden Fall mit einer 2-stelligen Wachstumsrate gegenüber dem außergewöhnlich schlechten Jahr 2009 rechnen. Europa wird nach Einschätzung von Kurtz das rasante Wachstum in Asien nicht erreichen, »jedoch sehen wir eine verstärkte Anfragetätigkeit in der ganzen Welt«, so Kurtz.

Auch der Bestückungsmaschinenhersteller Panasonic spricht von einer stabil positiven Auftragslage: »Mit Q2/2009 erreichte die Umsatzentwicklung bei Maschinen für die Elektronikfertigung im Vergleich zum Vorquartal erstmals ein positives Vorzeichen, wobei dies zum damaligen Zeitpunkt hauptsächlich auf die Wiederbelebung der asiatischen, speziell des chinesischen Marktes zurückzuführen war. Im 3. und 4. Quartal 2009 zog auch Europa mit einem positiven Umsatztrend nach«, erklärt Christian Kolbe, Head of Global Account Group Europe. Allerdings ist Kolbe der Meinung, man könnte noch nicht von einer konsolidierten Marktsituation sprechen, weil sich der Aufwärtstrend noch nicht wirklich verfestigt habe: »Dies gilt sicher für Europa noch mehr als für Asien, daher sehen wir den kommenden Monaten noch verhalten positiv entgegen.«

Laut Klaus Gross, Senior Sales Manager bei Fuji Machine Europe, ist die Investitionsbereitschaft in Deutschland noch moderat, aber in Osteuropa lege Fuji Machine im Moment deutlich zu. »Ob sich der momentane Aufschwung für das kommende Jahr als stabil erweisen wird, ist derzeit noch die Frage, weil immer noch einige Projekte geschoben werden.« Als Manko bezeichnet Gross die Materialversorgung der Zulieferindustrie für mechanische und elektronische Komponenten, die für den Bau der Bestückungsmaschine benötigt werden: »Wir könnten mehr Maschinen produzieren wenn die Zulieferindustrie Ihre Kapazitäten dem gestiegenen Bedarf anpassen würde«, gibt der Manager zu bedenken. »Unsere Lieferzeiten sind derzeit deutlich länger als in den Jahren zuvor.«