Meinung Wie sieht die Zukunft des klassischen M12-Steckers aus?

Rolf Kunath, Binder Steckverbinder, zu den M12-Trends

Der M12-Steckverbinder, führendes Anschlusssystem im Bereich der Sensorik und Aktorik, hat sich weltweit fest etabliert. Wie aber wird sich die Zukunft dieses Klassikers gestalten? Wir haben nachgefragt bei Rolf Kunath, Produktmanager der Firma Franz Binder.

»Der Markt für M12-Steckverbinder hat sich in den vergangenen zehn Jahren rasant entwickelt und diese Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen. Auch weitere Branchen werden in Zukunft auf das System setzen. In weiteren Märkten wird automatisiert; die Anzahl der Sensoren und Aktoren mit M12-Anschluss wird steigen.

Leider wurde der Markt von einigen Entwicklungen - insbesondere durch nicht rückwärtskompatible Schnellverriegelungssystemen - verunsichert. Die meisten beteiligten Firmen haben wohl Lehrgeld bezahlt.

Bei den Schnellanschlusstechniken sieht es dagegen anders aus. Hier haben sich in der Zwischenzeit einige Angebote der Hersteller auch am Markt durchgesetzt.

An erster Stelle stehen natürlich die angespritzten Kabelversionen für verschiedene Branchen. Aber auch feldkonfektionierbare Steckverbinder mit verschiedenen Anschlusstechniken, allen voran die Schraubklemmtechnik, haben ihre Berechtigung. Denn ohne diese Alternative wäre die M12-Technik nicht so erfolgreich wie sie heute ist.

Unser Unternehmen als Erfinder der M12-Schraubklemmsteckverbinder setzt aber auch auf Alternativen wie Käfigzugfeder, Schneidklemmtechnik, Crimptechnik und biatec Anschlusstechnik.

Zu den weiteren allgemeinen Trends, die im Zusammenhang mit der M12-Verbindungstechnik zu sehen sind, gehört der steigende Bedarf nach hochpoligen Versionen. Während in der Vergangenheit vier- und fünfpolige M12-Ausführungen ausreichend waren, werden heute Varianten mit mehr Kontakten nachgefragt. So hat sich neben der 8- poligen Version nun auch die 12-polige Ausführung etabliert.

Zusätzlich zu der höheren Signaldichte spielt aber auch die Nachfrage nach Power-M12 eine immer wichtiger werdende Rolle. Damit soll es möglich sein, die Spannungsversorgung bis 12 A über die Baugröße M12 mit vier Kontakten zu realisieren.  Für die meisten Feldbusse hat sich die geschirmte M12-Version in A und B-Kodierung etabliert. Auch diesbezüglich bieten mittlerweile mehrere Herstellern das Komplettprogramm an umspritzten und feldkonfektionierbaren Steckverbindern in verschiedenen Anschlusstechniken an.

Unumstritten ist der Einsatz der M12-D-Kodierung für Ethernet. Die zuletzt vorgestellten Versionen eines achtpoligen M12 für Gigabit-Ethernet sind dagegen zurzeit noch umstritten, da diese Anforderungen noch in der Zukunft liegen und die Kosten für die Verdrahtung momentan noch hoch sind.«