Design-Kriterien Wie finde ich das optimale Gehäuse?

Für Boplas Filotec-Familie aus Aluminium gibt es derzeit insgesamt 78 Standardgehäuse, die sich aus vier Baubreiten, zwei bzw. drei Bauhöhen, drei Varianten und verschiedenen Standardlängen zusammensetzen.
Für Boplas Filotec-Familie aus Aluminium gibt es derzeit insgesamt 78 Standardgehäuse, die sich aus vier Baubreiten, zwei bzw. drei Bauhöhen, drei Varianten und verschiedenen Standardlängen zusammensetzen.

Oft steht der Konstrukteur vor der Frage, »sich für ein Standardgehäuse, ein modifiziertes Standardgehäuse oder ein kundenspezifisches Gehäuse zu entscheiden«, sagt Boplas Marketing-Managerin Katharina Mense. Werde der Gehäusehersteller bei der Entwicklung einbezogen, bringe dies erhebliche Vorteile.

Allein das Angebot an Standardgehäusen ist in den letzten Jahren ständig gewachsen, und »um den Zeitaufwand für die Auswahl mechanischer Komponenten zu minimieren, bietet ein kundenorientierter Gehäusehersteller bereits in der Entwicklungsphase eine umfassende Beratungsleistung«, betont Mense.

Kunststoff oder Metall?

Prinzipiell etwa sei zu klären, ob ein Gehäuse aus Metall (meist Aluminium) oder aus Kunststoff in Frage komme, »denn beide Werkstofftypen haben ihre Vor- und Nachteile«. Der leichte Werkstoff Kunststoff werde vorzugsweise für Handgehäuse verwendet. Ob das nun ABS, Polyamid oder Polycarbonat sei, hänge von den Anforderungen auf die Wärme- und Chemikalienbeständigkeit sowie der Schlagfestigkeit ab. Bei Aluminiumgehäusen wiederum könne sich die Materialstärke und eine Veredelung in »erheblichem Maße« auf die Gehäuseeigenschaften auswirken. Filotec und Alustyle, beides Profilgehäuse aus dem Hause Bopla, bestehen beide aus der Aluminiumlegierung AlMgSi0,5: Während das Filotec-Gehäuse eloxiert offeriert wird, ist das Alustyle-Gehäuse mit einer Pulverbeschichtung versehen. Metall sei grundsätzlich robuster als Kunststoff, könne aber unter bestimmten Einflüssen wie Regen oder Salzwasser erodieren.

Schutzgrade (IPxx) durch Gehäuse

Es ist das Ziel eines jeden Geräteherstellers, dass sein Gerät über viele Jahre problemlos arbeitet. Ist ein Gerät erschwerten Umweltbedingungen ausgesetzt, müsse wegen Themen wie Berührungs-, Fremdkörper- und Wasserschutz ein besonderer Augenmerk auf die Wahl des Gehäuses gelegt werden. Diese Schutzarten sind in der DIN EN 60529 festgelegt und sagen aus, wie geschlossen die Oberfläche des Gehäuses ist, welchen Schutz also das Gehäuse gegen Wasser und Staub bietet. »Einfluss auf die Schutzart eines Gehäuses haben das Nut-Feder-System, die Dichtung und die Verschraubungspunkte«, erläutert Mense. Die Schutzarten eines Gehäuses werden durch das Kurzzeichen IP (Ingress Protection) und eine zweistellige Kennziffer festgelegt. Die erste Kennziffer hat zwei Bedeutungen: Schutzgrad für Personen und Schutzgrad für Betriebsmittel; die zweite Kennziffer gibt den Schutzgrad gegen Wasser an. So ist ein Gehäuse mit Schutzklasse IP65 vollständig gegen Berührung geschützt, sowie staub- (erste Ziffer: 6) und spritzwassergeschützt aus allen Richtungen (zweite Ziffer: 5).

Grundsätzlich gilt, dass mit der höheren Schutzart auch der Gehäusepreis steigt, weshalb Gehäuse mit Schutzart IPX8 nur in geringer Auswahl im Markt verfügbar sind. Reicht für den Anwendungszweck ein Gehäuse mit einer kleineren Schutzart, so hat der Kunden eine wesentlich größere Auswahl zum überdies niedrigeren Preis. Im Vergleich der beiden Aluminiumprofile Alustyle und Filotec werden hier schnell Unterschiede klar: Während das Filotec ohne Dichtungen auskommt und nur der Schutzart IP40 nach DIN EN 60529 entspricht, erfüllen einzelne Ausführungen des Alustyle-Gehäuses sogar die Anforderungen der Schutzart IP67. »Ausschlaggebend ist vor allem die Art des Gehäuseprofils (geschlossen, horizontal geteilt oder einseitig offen) sowie das Vorhandensein einer Dichtung«, sagt Mense.