Pro und Contra Stimmen zum neuen USB-Stecker, Typ C

Manuela Gutmann, Yamaichi Eletronics
Manuela Gutmann, Yamaichi Eletronics

Die Spezifikation für die nächste Generation an USB-Steckern ist verabschiedet. Der Typ C kann somit in Produktion gehen. Wie aber bewerten die Steckverbinder-Hersteller diese neue USB-Variante?

Dieser neue Steckverbindertyp hat eine ähnlich kompakte Abmessung wie der »USB 2.0 Micro-B« und unterstützt damit das Produktdesign von sehr schlanken Smartphones der nächsten Generation. Konzipiert ist der filigrane Stecker allerdings nicht nur für Smartphones, er soll auch als robuste Schnittstelle in Laptops und anderen Geräten dienen.

Damit macht das USB-Konsortium nach Typ A, B, Mini-USB, Mikro-USB, usw., erstmals einen Schnitt. Die neue Schnittstelle soll sich anwendungsübergreifend als robuste Schnittstelle etablieren und bisherigen Varianten-Wildwuchs nach und nach ersetzen – dafür verzichtet man auf eine direkte Abwärtskompatibilität, die sich allerdings mit Funktionseinbußen über Adapter wieder herstellen lässt. Die neuen USB-Stecker, an deren Umsetzung ab sofort gearbeitet wird, sollen die von USB 3.1 angestrebte Datenübertragung bis 10 GBit/s (5 GHz) unterstützen und USB Power Delivery bis 100 W bieten.

Für den Anwender wird sich übrigens mit Einführung des USB-C-Steckverbinders einiges ändern. Endlich kann der USB-Steckverbinder nicht mehr falsch herum gesteckt werden, womit man nach Jahrzehnten die Anwenderfreundlichkeit erhöht. Der neue Stecker lässt sich also nach oben und nach unten gedreht in die Buchse schieben – und rastet unabhängig von der Ausrichtung hörbar ein.

Die Reaktionen von Seiten der Steckverbinderhersteller fallen unterschiedlich - zum Teil auch etwas zurückhaltend – aus:

»USB 3.1 Typ C beseitigt einige Einschränkungen der A- und B-Typen, hat aber aus unserer Sicht den großen Haken der fehlenden Abwärtskompatibilität«, erklärt Jürgen Weber, Geschäftsführer des Steckverbinderherstellers W+P Products. Und weiter: »Im Moment spüren wir aus den Entwicklungsabteilungen unserer Kunden nur wenig Interesse. Das wird sich in den nächsten Jahren vermutlich ändern, sobald diese Stecker-Variante in den ersten Mainboards oder Smartphones auftaucht, zumal es zurzeit für die theoretischen Leistungsmerkmale - wie Datenrate von 10Gbit/s und Leistung bis 100 Watt - noch gar keine Anwendungen gibt.«

 

Manuela Gutmann, Division Manager Connector Solution von Yamaichi Electronics, erwartet ebenfalls einen eher langfristigen Effekt: »Der USB Typ C Steckverbinder bietet vor allem für den Anwender Vorteile – zum Beispiel das hörbare Verrasten, den Einsatz des gleichen Steckers sowohl auf Rechner- und auf der Peripherieseite sowie das einfachere Stecken, da die Ausrichtung beliebig ist. Nach unserer Einschätzung wird sich der USB Typ C jedoch nicht kurzfristig auf dem Markt etablieren. Die aktuelle USB-Schnittstelle hat eine enorme Marktdurchdringung und kann daher nicht schnell substituiert werden. Wir erwarten vielmehr eine Ko-existenz beider Schnittstellen.«