Entwicklungsdienstleistungen Start-up setzt auf Peltierkühlmodule und Sonderbaugruppen

Die Nachfrage nach Entwicklungsdienstleistungen ist weiterhin hoch. Die Münchner Firma uwe electronic hat daher Anfang des Jahres ihre Entwicklungsaktivitäten ausgegliedert und ein neues Unternehmen gegründet: uwetronic. Geschäftsführer Uwe Burkhartsmaier sieht Wachstumschancen insbesondere in der Peltier-Kühltechnologie.

Haben Sie die Gründung Ihres Unternehmens in Frage gestellt, als Anfang des Jahres all die negativen Wirtschaftsnachrichten kursierten?

Uwe Burkhartsmaier: Ich hatte natürlich auch Bedenken. Aber zuallererst sehe ich die Chancen: Heute ist es beispielsweise einfacher möglich, hoch qualifizierte Ingenieure und Mechatroniker auf dem Arbeitsmarkt zu finden. Außerdem ist der Zeitpunkt gut gewählt, um das entsprechende Equipment einzukaufen. Und insgesamt bewegen wir uns mit unserem Fokus auf Temperatur- und anspruchsvollen Elektromechaniklösungen in einem Wachstumsmarkt.

Wie unterscheidet sich die uwetronic von der Mutterfirma uwe electronic?

Die Uwe Electronic Vertriebs GmbH ist seit über 15 Jahren als Distributionsunternehmen in den Segmenten Prüf- und Kontakttechnologie, elektronische Bauelemente und im Temperaturmanagement erfolgreich. In den letzten Jahren haben die Kunden aber zunehmend nach kundenspezifischen Lösungen gefragt, weil Standardbauteile für ihre Applikation nicht den technischen Anforderungen genügten. Daher haben wir erste eigene Entwicklungen angestoßen, wie die eines Hochleistungs- Kühlaggregats. Und genau diese Eigenentwicklungen, die technische Beratung und unsere eigene Produktion bilden heute die Kernkompetenz der uwetronic. Wir grenzen uns also vom Distributionshaus ab.

Den Schwerpunkt Ihrer Entwicklungen bilden heute Kühl- und Heizaggregate, die auf der Peltier-Technologie basieren. Warum sehen Sie großes Absatzpotenzial?

Das Abführen von Wärme wird immer wichtiger. Peltier-Kühlaggregate nehmen eine ähnliche Rolle ein wie traditionelle Kompressoren oder Absorber, die beispielsweise in Kühlschränken zum Einsatz kommen. Unsere Kühlaggregate stellen im Vergleich zu herkömmlichen Kühlmethoden in vielen Applikationen eine weitaus kostengünstigere Alternative dar. Sie sind wartungsfrei und in jeder beliebigen Lage einbaubar. Die modulare Bauweise unserer Produkte garantiert hohe Stückzahlen mit entsprechend niedrigen Beschaffungskosten und erheblichen Einsparungen in der Logistik.

In welchem Leistungsbereich lassen sich Peltier-Kühlaggregate wirtschaftlich sinnvoll einsetzen?

Wir decken mit unserem Produktportfolio Kühlleistungen von wenigen Watt bis zu 400 W ab. In diesem Bereich stellen die Kühlaggregate eine sehr wettbewerbsfähige Alternative zu den anderen Kühlmethoden dar. Daher entwickeln wir für diese Leistungsspanne weitere Kühlgeräte, um die Produktfamilie durchgängiger zu gestalten. Daneben zielen unsere Entwicklungsaktivitäten darauf ab, noch höhere Effizienz auf möglichst kleinem Bauraum zu realisieren, indem wir beispielsweise das Design der Kühlrippen neu konzipieren.

In Deutschland gibt es derzeit nur wenige Anbieter von Peltier-Kühlmodulen. Warum hat sich die Technologie in der Elektronikbranche noch nicht stärker durchgesetzt?

Bei der Peltiertechnik handelt es sich um eine vergleichsweise komplexe Technologie, weil die Kühlleistung auch von äußeren Faktoren abhängt. Daher ist vor allem Erfahrung mit dem Einsatz in der Praxis, aber auch thermodynamisches Wissen erforderlich, um technisch anspruchsvolle Designs zu realisieren. Neben den eigenentwickelten Standardprodukten bieten wir deshalb eine umfassende technische Beratung an. Durch unsere eigene Fertigung sind wir auch in der Lage, kundenspezifische Modifikationen zeitnah umzusetzen.

Welche weiteren Entwicklungen wird die uwetronic anstoßen?

Wir entwickeln und produzieren weiterhin Prüfadaptoren und kundenspezifische Steckverbinder, basierend auf unserer langjährigen Erfahrung in der Kontakttechnologie. Im Fokus stehen in erster Linie hoch komplexe Entwicklungen, also Sonderlösungen für Kunden, die mit den am Markt verfügbaren Bauelementen an Grenzen stoßen. Unsere Sonderbaugruppen sind beispielsweise bereits in medizinischen Geräten im Einsatz.

Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?

Bereits im nächsten Jahr werden wir unsere Entwicklungs- und Montagekapazitäten verdoppeln. Wir legen unseren ganzen Fokus darauf, weitere Produkte zu entwickeln. Durch die Neugründung der uwetronic sind wir in der glücklichen Lage, dass wir uns voll und ganz auf das Engineering konzentrieren können – und dass die Firma uwe electronic als internationales Distributionshaus hinter uns steht.