Lapp Kabel: Ethernet-Leitungen Schnelle Datenübertragung mit Kategorie 7

Etherline Torsion Cat.7 ist die erste torsionsfähige und Profinet-konforme Cat.7-Leitung der Welt.
Etherline Torsion Cat.7 ist die erste torsionsfähige und Profinet-konforme Cat.7-Leitung der Welt.

Steigende Betriebsfrequenzen und Datenraten in Fabriken machen schnelle und robuste Leitungen erforderlich. Lapp Kabel stellt jetzt das erste torsionsfähige und Profinet-konforme Cat.7-Kabel der Welt vor.

Kabel der Kategorie 6 sind weit verbreitet, weil sie mit einer Übertragungsrate bis zu 10 GBit/s sehr schnell sind. Gleich schnell, aber mit einer höheren Betriebsfrequenz von 600 MHz und besseren Werten bei der Nebensprechdämpfung sind Leitungen der Kategorie 7. Lapp Kabel hat auf die steigende Nachfrage mit zwei neuen Etherline-Datenleitungen nach Cat.7 reagiert: einer torsionsfähigen und Profinet-konformen Cat.7-Leitung und einer Ethernet-Leitung für flexible Verlegung in Schaltschränken und Maschinen.

Bislang einzigartig: Etherline Torsion Cat. 7

Erstmals vorgestellt hat Lapp Kabel die beiden Leitungen auf der Hannover-Messe dieses Jahres. Sie eignen sich vor allem für Anwendungen, bei denen große Datenmengen anfallen, zum Beispiel für die Robotik, aber auch im Maschinenbau und in der Automobilindustrie. Beide Leitungen haben einen robusten und halogenfreien PUR-Außenmantel. PUR gilt als besonders abriebfest.

Bislang einzigartig ist die Etherline Torsion Cat. 7. Sie lässt sich auf einer Länge von einem Meter um 180 Grad in beide Richtungen tordieren und das mindestens fünf Millionen Mal. Das Kabel kommt ohne Füllschnüre aus, weil ein Trennkreuz aus Polyethylen die Adern am Platz hält. Um es zu entfernen, reicht ein einziger Schnitt. Dies erleichtert die Konfektion marktgängiger Steckverbinder wie M12 X-codiert oder RJ45.

Beim charakteristischen Wellenwiderstand ist die Toleranz mit ±5 % gering; erlaubt ist laut Norm etwa ±15 %. Das verbessert die Übertragungseigenschaften auch auf kurzen Distanzen und stellt eine erfolgreiche Zertifizierung des Übertragungskanals mittels Kabeltester sicher. Daneben reduziert sich der Aufwand, den Anwender für Nacharbeiten der installierten Kabelverbindung aufbringen müssen. Die Leitung ist nach UL CMX gelistet, kann also in Nordamerika für Anwendungen innerhalb und außerhalb von Schaltschränken in bewegten Maschinenteilen wie im Roboter zur Medienverkabelung eingesetzt werden.

Dünn und flexibel

Die Etherline Cat. 7 Flex dagegen eignet sich für die Verkabelung in Schaltschränken im Maschinen- und Anlagenbau, wo nur gelegentliche Bewegungen auftreten. Daneben lässt sie sich dank des robusten Außenmantels im Inneren von Maschinen einsetzen. Durch dünne Aderquerschnitte von AWG26 hat sie einen Außendurchmesser von 6,4 mm und einen Biegeradius von weniger als 26 mm.

Zudem trägt auch die Schäumung der Aderisolation zu einem kompakten Aufbau der Kabelkonstruktion bei. Das sichert zugleich gute Übertragungseigenschaften etwa bei der Signaldämpfung über die gesamte Produktlebensdauer. Die Schäumung erfolgt bei Lapp physikalisch; dadurch kann eine bessere Verteilung und höhere Stabilität der Gasblasen erreicht werden als bei chemischen Verfahren, bei denen spezielle Additive notwendig sind. Die Etherline Cat. 7 Flex darf neben Leitungen mit bis zu 1000 V verlegt werden. Aufgrund der guten Schirmung sind EMV-Probleme ausgeschlossen. Die Etherline Cat. 7 Flex weist einen charakteristischen Wellenwiderstand von 100 ±5 Ω auf. Damit eignet sie sich für kurze Distanzen und ermöglicht in Ethernet-Netzwerken trotzem eine Kabellänge von bis zu 60 m. Entwickelt und gefertigt wird die Leitung bei Ceam Cavi Speciali in Monselice bei Padua, das die Lapp-Gruppe im Oktober 2016 übernommen hat.

Auf den Kanal kommt es an
Ethernet-Leitungen werden nach der Norm ISO/IEC 11801 kategorisiert. Dabei gilt: Je höher die Kategorie, desto höher die Übertragungsleistung. So ist eine Cat.-5-Leitung für eine Übertragungsfrequenz von 100 MHz ausgelegt, eine Cat. 7 bis 600 MHz. Wegen der hohen Frequenzen benötigt sie Schirmfolien für die einzelnen Adernpaare. Das reduziert gegenseitige Störungen. Entscheidend für die Übertragungsleistung der gesamten Strecke, also Kabel und Stecker, ist der sogenannte Channel, der in ISO 11801 nach verschiedenen Klassen definiert ist.