Passive Bauelemente Passiv-Spezialisten erwarten für 2014 solides Wachstum

Das Jahr 2014 wird kein Jahr für Zocker, das Thema Allokation, so das Ergebnis des Markt&Technik-Forums »Trends bei passiven Bauelementen«, spielt heuer keine Rolle. Die Wachstumserwartungen der Branche liegen für 2014 im hohen einstelligen Bereich.

»Als vorhersehbar und damit planbarer im Vergleich zu den Vorjahren«, beschreibt Uwe Reinecke, Regional Vice President Sales Central & East Europe bei TTI, den aus seiner Sicht wesentlichen Unterschied zwischen 2014 und den Jahren 2012/13. »Es läuft derzeit einfach so, wie es eingestellt war«, so Harald Sauer, General Manager Sales & Marketing bei Taiyo Yuden Europe, »man muss nicht korrigierend eingreifen!«

Als weniger langweilig als das Vorjahr schätzt Michael J. Knappmann, Regional Vice President Avnet Abacus Central Europe und Managing Director der Avnet EMG, die nächsten elf Monate ein: »Auch wenn die Branchenverbände für 2014 ein einstelliges Wachstum prognostizieren, so streben wir auch in diesem Jahr ein zweistelliges Wachstum an.« Ein Ziel, das die Mehrheit der übrigen Hersteller und Distributoren, abgesehen von Oliver Konz, Geschäftsführer der Würth Elektronik eiSos, nicht ganz so offensiv ankündigen will. Dass auch das Jahr 2013, vor allem aufgrund des starken Automotive-Marktes, einigen Firmen durchaus zweistellige Zuwächse beschert hat, macht das Statement von Rüdiger Scheel, General Sales Manager der Business Unit Automotive bei Murata Europe, deutlich: »Murata ist im letzten Jahr allein in den ersten sechs Monaten um 30 Prozent gewachsen, das Wachstum bei den Passiven betrug 27 Prozent!« Ganz so gut wird es für Murata in diesem Jahr wohl nicht laufen, aber Scheel hält zumindest ein hohes einstelliges Wachstum auf dem deutschen Markt durchaus für machbar.

Woher der sich nun in der Branche vollziehende Wandel kommt, macht Stefan Fischer klar, Senior Director Sales Central Europe bei Vishay Europe: »Wir gewinnen immer mehr den Eindruck, dass die als negativ empfunden Faktoren der Vorjahre, also die Themen rund um die Finanz- und Eurokrise, inzwischen als Normalität hingenommen werden, unabhängig davon, wie weit ihre politische Lösung in der Realität inzwischen wirklich fortgeschritten ist.« Damit lockern sich an der einen oder anderen Stelle inzwischen auch die Investitionsbremsen. Schließlich geht es auch darum, dabei zu sein, wenn Nachholbedarfe befriedigt werden müssen, die in den letzten zwei Jahren entstanden sind. So berichten unter anderem Dr. Arne Albertsen, Manager Sales & Marketing bei Jianghai Europe, und Dr. Thomas Ebel, Geschäftsführer der FTCAP, von inzwischen wieder deutlich steigenden Investitionen im Umrichterbereich.

Für Dr. Christiane Endrich, Managing Director der Endrich Bauelemente, drückt sich der Wandel in einer wieder etwas verbesserten Visibility aus: »Es wird langsam wieder möglich, Aussagen über den Verlauf der nächsten, sagen wir maximal sechs Monate zu machen.« Ein Fortschritt, vergleicht man das mit einer Visibility von maximal drei Monaten, wie sie nach der Dreifachkatastrophe in Fukushima für mehr als zwei Jahre den Markt geprägt hat. Vor diesem Hintergrund erwartet auch Stefan Sutalo, Senior Marketing Manager Film, Tantalum & Electrolytic Capacitors bei Rutronik, »2014 eine robustere Geschäftsentwicklung als im Vorjahr«. Für Frank Göbel, Sales Director Passive Components and PCB Europe bei Samsung Electro-Mechanics, »hat vor allem auch ein wieder funktionierendes und ineinandergreifendes Lagermanagement in der Kette Hersteller, Distributor, Kunde zu der für alle Seiten wieder eingetretenen erfreulichen Planbarkeit des Geschäfts geführt«.

Auch wenn dieses Mal wirklich keiner der versammelten Player das Wort Allokation für 2014 auch nur andeutungsweise in den Mund nehmen will, so wird doch klar, dass Planbarkeit für einen Wirtschaftsmarkt durchaus auch negative Seiten haben kann. »Wenn jemand im Überschwang der Freude darüber, dass sich seine Auftragslage wieder deutlich verbessert hat, einfach sein Pufferlager nutzt, ohne darüber mit seinem Lieferpartner zu sprechen«, warnt Knappmann, »dann kann sich da ganz schnell ein gut sechswöchiges Lieferproblem auftun, denn passive Bauelemente kommen nun mal fast ausschließlich per Schiff und nicht per Luftfracht zu uns«.

Planbarkeit bedeutet aber auch, dass die Einkäufer wieder verstärkt Preisdruck aufbauen. Angesichts gesichert erscheinender Lieferketten will man sich die Auftragsvergabe durch Preisnachlässe honorieren lassen. Besonders wirkungsvoll dürfte dieses Verhalten derzeit im Geschäftsumgang mit japanischen Handelspartnern sein. Der Wechselkurs des Yen hat sich zuletzt weiter gegenüber dem Euro verschlechtert, was aber offenbar nur wenige davon abhält, trotz »Währungsmitnahmegewinnen« nicht doch noch einen deutlichen Preisnachlass gegenüber dem Vorjahr, als Sahnehäubchen oben drauf, zu verlangen.