Interview Noch mehr Standard-Steckverbinder ab Lager!

Josef Wörner (links) ist als Head of Sales für den globalen Vertrieb verantwortlich. Romain Jugy verantwortet als Head of Product Management die Bereiche Produktion und Entwicklung.
Führungsteam der Steckverbinder-Sparte: Josef Wörner ist als Head of Sales für den globalen Vertrieb verantwortlich. Romain Jugy verantwortet als Head of Product Management die Bereiche Produktion und Entwicklung.

Im Mai 2014 übernahm Würth Elektronik eiSos den italienischen Stecker-Hersteller »Stelvio Kontek«. Durch den Zukauf ging ein Ruck durchs Unternehmen, da die Kunden die Firma Würth Elektronik eiSos nun noch stärker als Steckverbinder-Anbieter am Markt wahrnehmen.

Was sich seit der Übernahme von Stelvio Kontek verändert hat, erläutern Josef Wörner und Romain Jugy im Markt&Technik-Interview. Als Doppelspitze leiten die beiden das Steckverbindergeschäft von Würth Elektronik eiSos.

Markt&Technik: Vor einem Jahr haben Sie das Ziel ausgegeben, zweistellig im Steckverbinderbereich wachsen zu wollen. Ist das gelungen?

Romain Jugy: Mit unseren Steckverbindern, die wir unter dem Namen »eiCan« vertreiben, sind wir am Markt sehr erfolgreich. Wir hätten das zweistellige Prozentwachstum auch ohne den Zusammenschluss mit Stelvio Kontek erreicht. Unsere Kunden nehmen uns nun aber noch stärker am Markt wahr.

Josef Wörner: Die Kundenreaktionen nach dem Zukauf waren durchweg sehr gut. Denn viele Kunden kannten das Unternehmen Stelvio Kontek bereits, das ebenfalls seit Jahren sehr erfolgreich am Markt agiert. Die Kunden konnten aber kleinere Mengen nicht direkt von dort beziehen. Daher greifen nun Synergieeffekte: Alle Kunden können jetzt unter dem bereits angelegten Lieferanten-Account »Würth Elektronik eiSos« eine Vielzahl an Stelvio-Kontek-Produkten bestellen – und gleichzeitig von unserem umfassenden Service profitieren, wie kostenlosen Mustern, Lieferungen binnen 24 bis 48 Stunden und Beratung durch unsere überdurchschnittlich große Vertriebsmannschaft.

Sie haben also Produkte, wie die am Markt bekannten und etablierten Terminal-Blocks von Stelvio Kontek, bereits in Ihren Standardkatalog aufgenommen?

Josef Wörner: Die ersten Stelvio-Kontek-Artikel, die wir nun als Standard führen, haben wir Ende letzten Jahres auf der electronica in München vorgestellt. Diese Produkte sind bereits in allen Lagern – also Europa, Asien und USA – global abrufbar. Unser technischer Vertrieb unterstützt die Kunden beim Design-In und mit kostenlosen Mustern.

Romain Jugy: Im Mai 2015 haben wir nochmals mit weiteren Artikeln von Stelvio Kontek nachgelegt, die wir ins Standardsortiment aufgenommen haben und auch im Katalog aufführen. Für all unsere Produkte gilt, dass wir versuchen, eine extrem hohe Flexibilität in den Produktionslinien weltweit zu erreichen. Produktlebenszyklen mit einer Verfügbarkeitsstrategie von fünf bis zehn Jahren untermauern unser kundenorientiertes Vorgehen am Markt.

Stelvio Kontek galt bislang als Spezialist für die Herstellung kundenspezifischer Steckverbinder und anderer Produkte. Die Kernkompetenz von Würth Elektronik eiSos liegt dagegen im Wesentlichen bei Standard-Steckverbindern. War die Integration von Stelvio Kontek dadurch eine Herausforderung?

Romain Jugy: Es ist natürlich nicht sinnvoll, das gesamte Produktprogramm von Stelvio Kontek in einem Schwung zu integrieren. Unser Unternehmen steht für schnelle Verfügbarkeit und Versorgungssicherheit. Das Versprechen, Lieferung ab 1 Stück binnen 24 bis 48 Stunden, müssen wir in unserer Produktions- und Logistik-Kette lückenlos abbilden. Die beiden unterschiedlichen Geschäftsmodelle verschmelzen nicht, sondern werden auf ihre jeweiligen Stärken ausgerichtet.