Verbindungstechnik für die Photovoltaik Neues Anschlussdosenkonzept löst mehrere Probleme

Anschlussdosenkonzept »Epic Solar Razor«: Wichtige Funktionsbausteine sind nicht nur von der Modulvorderseite zugänglich platziert, sondern zugleich sicher vor Umwelteinflüssen geschützt.
Anschlussdosenkonzept »Epic Solar Razor«: Wichtige Funktionsbausteine sind nicht nur von der Modulvorderseite zugänglich platziert, sondern zugleich sicher vor Umwelteinflüssen geschützt.

Die Nutzungsdauer von Solaranlagen wird auf mindestens 20 bis 30 Jahre beziffert. Diesen Zeitraum zieht man auch heran, um Wirtschaftlichkeits-Berechnungen durchzuführen. Was aber, wenn die Elektronik früher ausfällt? Mit einem vollkommen neuen Anschlussdosen-Konzept bietet Lapp eine Lösung für dieses Problem.

Wer heute eine Photovoltaik-Anlage installiert, handelt nicht nur aus ökologischen Gründen. Auch finanziell sind die Projekte so ausgelegt, dass sie sich lohnen müssen. Allerdings wird dabei oftmals eine Lebensdauer der Elektronikkomponenten vorausgesetzt, die nicht alle Bauelemente-Hersteller über diesen Zeitraum garantieren wollen. Zumal die Module - und somit auch die sensiblen elektronischen Komponenten - zum Teil extremen Umweltbedingungen ausgesetzt sind und zugleich nicht immer garantiert ist, dass die Installation den Vorgaben des Herstellers entsprechend durchgeführt wird. 

Genau auf diese Problematik hat Lapp sein neues Anschlussdosen-Konzept zugeschnitten. Es basiert darauf, dass die Anschlussdosen - inklusive den Bauelementen für die elektronische Abschaltung einzelner Module, Leistungsüberwachung und Leistungsoptimierung - in eine dafür vorgesehene Aussparung auf die Vorderseite der Module verlegt werden. So ist die Elektronik im Servicefall und bei Wartungsarbeiten einfach zugänglich. »Gleichzeitig ist es nun problemlos möglich, die Elektronik durch Erweiterungen oder Updates auf den aktuellen Stand zu bringen, was bei der langen Lebensdauer von Solaranlagen ein großer Vorteil ist«, verdeutlicht Stefan Koch, Produktmanager von Lapp.

Die Junction Box, die Lapp unter der Bezeichnung »Epic Solar Razor« auf den Markt bringt, bietet also das Potenzial, mit den Anforderungen zu wachsen. Zwei Beispiele für Funktionen, die etwa bei Bedarf nachgerüstet werden können, sind die Leistungsanalytik oder die Abschaltfunktion im Brandfall.

Aussparung im Modul für die Elektronik

»Bei unserem neuen Anschlussdosen-Konzept handelt es sich um eine sehr nahe liegende und einfache Lösung, die bislang so aber noch nicht umgesetzt wurde«, schildert Stefan Koch. Deswegen geht der Branchenkenner davon aus, dass der Markt das große Potenzial des Produktes schnell erkennt. Die wichtigen Funktionsbausteine sind übrigens nicht nur von der Modulvorderseite zugänglich platziert, sondern zugleich sicher vor Umwelteinflüssen geschützt. Denn in der Aussparung im Modul, in der die flache Anschlussdose samt Elektronik ihren Platz findet, sind die Komponenten sicher nach IP67 vor dem Eindringen vor Staub und Feuchtigkeit geschützt.

Einziger Nachteil, zumindest aus Sicht des Modulherstellers, ist, dass ein Glasausschnitt im PV-Module durch eine mechanische Bearbeitung eingebracht werden muss. »Anderseits eröffnen sich dadurch aber auch neue Möglichkeiten hinsichtlich des Designs der Module«, schildert Stefan Koch. »So ist es zum Beispiel möglich, das Logo des Modulherstellers in die obere Abdeckung der Anschlussdose zu platzieren, um den Wiedererkennungswert zu erhöhen.« Ein weiterer Vorteil sei, dass sich die Photovoltaik-Module individuell ab Werk, durch den Händler oder sogar den Installateur bestücken und aufrüsten lassen.  

Kooperation mit FPE Fischer

Mit der Vorstellung der neuen Anschlussdose auf der diesjährigen Photovoltaik-Messe Intersolar hat die Stuttgarter Lapp-Gruppe gleichzeitig die Kooperation mit FPE Fischer bekannt gegeben, einen Hersteller von patentierten Aluminium-Anschlussdosen für Photovoltaik-Module. Das neue Anschlussdosenkonzept ist ein Produkt dieser Zusammenarbeit. So besteht die Junction Box aus extrem widerstandsfähigem Aluminium. Das Material reduziert die thermische Belastung und erhöht gegenüber herkömmlichen Anschlussdosen aus Kunststoff die Lebensdauer um ein Vielfaches. Zugleich wird die Brandgefahr drastisch reduziert.

Die Anschlussdosen sind wasserdicht. So entsteht keine Korrosion auf den Kontakten, die Leistungserbringung bleibt auf Dauer konstant und die Gefahr von Überhitzung und Lichtbögen wird vermieden.

Während FPE Fischer sein Know-how im Bereich der Aluminium-Anschlussdosen sowie der Elektronik und Steuerung für Anschlussdosen in die Kooperation mit einbringt, bereichert die Lapp-Gruppe die Zusammenarbeit durch ihre Expertise in der Kabel- und Verbindungstechnik für C-Si- und Dünnschichtmodule sowie durch ihre Erfahrung mit vorkonfektionierten Kabeln und Steckern sowie Kabelverschraubungen für Anschlussdosen für Photovoltaikmodule.