»Der Kunde profitiert von unserem klaren Fokus!« Murrelektronik über die Trends in der industriellen Automatisierung

Jürgen Zeltwanger: »Neben dem M12-Stecker des Typs Cat.6A halten wir den M12-Power-Steckverbinder für eine sehr interessante Entwicklung.«

In der industriellen Automatisierung und im Feld ist Murrelektronik zuhause. Und das soll auch so bleiben! Connectivity – unter diesem Begriff fokussiert sich das Unternehmen darauf, die Steuerungsebene mit der Sensor-Aktor-Ebene zu verbinden.

Anders als andere Anbieter von Verbindungskomponenten will Murrelektronik weder in der Wertschöpfungskette nach oben steigen - also kein Anbieter von Steuerungssystemen werden -, noch auf jeden neuen Markt aufspringen. Jürgen Zeltwanger, Leiter für den Produktbereich Passive Distribution & Connectors, sieht in diesem klaren Fokus auch die Stärke des Unternehmens, das in der industriellen Automatisierung die Steckverbinder-Trends mitbestimmt.

Markt&Technik: Was sind heute die Trends in der industriellen Verbindungstechnik?
Jürgen Zeltwanger, Murrelektronik: Der wichtigste Trend ist, dass immer mehr Stecker in Branchen Einzug halten, in denen bislang noch konventionell verdrahtet worden ist. Es werden also immer mehr Verbindungsstellen gesteckt. Für unsere Kunden ist es ein sehr großer Schritt, das Verdrahtungskonzept zu ändern. Das Vorhaben unterstützen wir mit entsprechenden Neuentwicklungen, etwa unserem jüngsten Produkt »WIRE+«. Dieses steckbare Produktprogramm erleichtert es, Signale in den Schaltschrank zu führen. Über robuste Steckverbinder lässt sich die Stammleitung einfach auf den Schaltschrank aufstecken. Mit dem System ist es somit erstmals möglich, eine kostengünstige Steckverbindung am Schaltschrank mit einem SPS-Verdrahtungssystem zu kombinieren.

Wie groß sind die Vorteile, wenn man weg von der konventionellen Verdrahtung geht?
Gerade in diesem Bereich, der bei der Kostenbetrachtung oftmals nicht gesehen wird, ist das Einsparungspotenzial groß. Aktuelle Studien belegen, dass im Maschinenbau eine Kostenreduzierung von bis zu 30 Prozent (Total Cost of Ownership) möglich ist. Auch unsere Erfahrungen belegen das. So haben wir beispielsweise ein Projekt realisiert, bei dem der Kunde unter dem Strich eine ¾ Mio. Euro einsparen konnte.

Wie sieht ihrer Meinung nach die Zukunft des klassischen M12-Steckverbinders aus?
Es wird sehr wichtig sein, den M12-Steckverbinder kontinuierlich weiterzuentwickeln und für neue Anwendungsgebiete zu optimieren, weil er in immer mehr Branchen Einzug hält. Dadurch wird der Steckverbinder in den nächsten Jahren neue Funktionalitäten erhalten.

Für Gigabit-Ethernet-Anwendungen haben erste Hersteller den M12-Steckverbinder des Typs Cat.6A vorgestellt. Was halten Sie davon?
Dieser Steckverbinder wird sich aus meiner Sicht als der Standard für Industrial Ethernet etablieren. Auch Murrelektronik wird einen solchen Steckverbinder auf den Markt bringen. Zudem werden wir diesen Trend auch mit unseren Feldbusboxen – die eine große Hebelwirkung haben werden – aktiv unterstützen.