Mehrfaser-Lösungen etablieren sich als Standard MPO-Stecker: Von der Ausnahme zur Regel!

12-Faser-MPO; MPO-Fanout-Kabel; LC-Modul mit 6 x LC-duplex; »tML-Modulträger« voll-bestückt

Der wachsende Bedarf an Netzwerkanschlüssen erfordert eine Verkabelung, die die gewünschte Leistung erbringt, ohne dabei das Platzangebot überzustrapazieren. Im Glasfaser-Bereich bietet der Mehrfaser-Steckverbinder aktuell eine der höchstmöglichen Packungsdichten.

Bei den so genannten MPO-Steckverbindern (Multipath Push-On) handelt es sich um standardisierte Mehrfaserstecker, die 4, 8, 12, 24 oder sogar 72 Fasern umfassen, erhältlich in Monomode- sowie Multimode-Ausführung.

In ihrer äußeren Abmessung entsprechen die Steckverbinder in etwa einem RJ-45-Typ, wobei die Ferrule, in die die Fasern eingeführt und verklebt werden, mit einer Größe von etwa 2,5 mm x 6,4 mm deutlich geringere Abmessungen haben. Somit lässt sich mit den Mehrfaser-Steckverbindern auch bei begrenztem Platzangebot im Rechenzentrum eine extrem hohe Performance erzielen. Kommt beispielsweise das 72-Faser-MPO-Modul des »tML«-Systems zur Anwendung, ist eine Installation von 576 Fasern auf nur einer Höheneinheit bei einer typischen Dämpfung von 0,3 bis maximal 0,45 dB möglich!

Die Herausforderung: Präzision in der Herstellung

Die Verteilung mehrerer im Raster von 0,25 mm beieinander liegender Fasern in einer einzigen Ferrule stellt nicht nur hohe Ansprüche an die Herstellung hochpräziser und eng tolerierter Ferrulen, sondern auch an die Konfektion hochperformanter Steckverbinder. Ein nachträgliches Tunen oder Ausrichten der Ferrulen im Stecker – eine gängige Praxis bei anderen Verbindungssystemen, um Toleranzen in den Ferrulen auszugleichen - ist hier nicht möglich. Komponentenseitig bedeutet dies, dass insbesondere die Bohrungen für Fasern und Führungsstifte mit höchster Präzision gefertigt werden müssen. Als Voraussetzung gelten spezielle Eigenschaften des verwendeten Kunststoffmaterials.

Auf der Fertigungsseite lässt sich die gute Performance der MPO-Steckverbinder nur durch eine ständige Optimierung und Anpassung der Polierprozesse erreichen. Nur verschärfte geometrische Vorgaben für die Steckeroberfläche, die über die IEC-Anforderungen hinausgehen, sowie die 100-prozentige Überprüfung dieser Vorgaben können eine konstante Qualität und geringste Dämpfungsverluste garantieren.

Für die Performance der Stecker ist insbesondere die Erzielung eines gleichmäßigen Faservorstands entscheidend, damit beim Koppeln zweier Stecker zwischen allen Fasern ein möglichst geringer Luftspalt verbleibt und so Verluste minimiert werden. Die maximalen Faserhöhen-Differenzen, die sich mit moderner Fertigungstechnik und hochwertigen Komponenten erreichen lassen, liegen bei sorgfältiger Fertigung im Nanometer-Bereich.