Bordnetz im Auto Miniaturisierung treibt automatisierte Kabelbaumfertigung voran

Äußerst kompaktes 
Steckverbindersystem 
NanoMQS
Äußerst kompaktes Steckverbindersystem NanoMQS

Bald wird die nächste Runde der Miniaturisierung von Leitungen im Auto eingeläutet. Für die Kabelbaumfertigung ist damit der Weg vorgezeichnet, hin zu mehr Automatisierung. Denn manuelle Tätigkeiten wie Greifen der Litze, Transport der Leads und Bestücken der Kontaktklammern stoßen an Grenzen.

Der Trend geht zu noch kleineren Kontaktsystemen, noch kleineren Leitungsquerschnitten im Automobilbereich. Unter anderem kommen heute Kontaktsysteme wie MQS oder NanoMQS von TE Connectivity in Fahrzeugen zum Einsatz. Der NanoMQS-Stecker hat ein Rastermaß von nurmehr 1,8 mm und einen Reihenabstand von 1,5 mm. Durch die zunehmende Miniaturisierung müssen Kunststoffgehäuse, Kontaktkammern und Steckkontakte heute so gestaltet werden, dass sie sich automatisch verarbeiten lassen. Auch der Leitungshersteller ist frühzeitig in die Entwicklungsarbeit der Stecker einzubeziehen, denn bereits mit dem Design der Kontakte und der Kontaktgehäuse werden die Weichen für eine effiziente Serienverarbeitung in der Kabelkonfektionsindustrie gestellt.

Maßhaltigkeit, Konzentrizität des Litzenbündels und die Dicke der Isolierung haben wesentlichen Einfluss auf die Verarbeitungsqualität. Entscheidend für den automatischen Verarbeitungsprozess ist die Abstimmung der einzelnen Komponenten untereinander. 

In Verbindung mit Crimp-Kontakten werden Einzellitzen oder mehradrige Mantelleitungen verarbeitet. Bei der Verarbeitung haben beide Leitungsvarianten ihre Besonderheiten. Die Verarbeitung von Leitungen mit kleinen Querschnittsbereichen stellt sowohl besondere Anforderungen an die Mitarbeiter in der Fertigung als auch an die dafür notwendigen Verarbeitungsmaschinen. Bei der klassischen Kabelbaumfertigung werden Litzenleitungen mit einem Leadmaker verarbeitet. Die Litze wird eingespult, abgelängt, abisoliert, beidseitig kontaktiert und in einer Wanne abgelegt. Das Einspulen, Richten, Greifen, Abisolieren und Positionieren der dünnen Litze im Crimp-Werkzeug stellt hohe Qualitätsanforderungen sowohl an die Leitung als auch an die mechanischen Komponenten der Verarbeitungsmaschine sowie an die kontaktspezifischen Crimpwerkzeuge.  

Werden die Leads mit den gecrimpten Kontakten manuell weiter verarbeitet, ist ein besonderes Augenmerk auf die Prozesskette zu legen, denn miniaturisierte Kontakte sind empfindlich gegen mechanische Einflüsse. Verhaken können sich die Kontakte beispielsweise bei der Entnahme der Leitungen aus der Ablagewanne des Leadmakers. Auch der Transport zur Weiterverarbeitung am Kabellegebrett birgt ein Risiko der Beschädigung. Das manuelle Drahthandling mit kleinen Querschnitten zeigt hier seine Grenzen auf. Fassen mit den Händen und das Bestücken der richtigen Gehäusekammer mit Kontakten sind stark abhängig von der manuellen Verarbeitung. Eine visuelle Kontrolle ist ohne Hilfsmittel wie Lupe oder Kamerasystem schwer möglich. Außerdem beeinflusst ein manuelles Handling unmittelbar die Bearbeitungsgeschwindigkeit und damit die gesamte Ausbringung.