APEM: Multifunktions-Eingabegeräte liegen im Trend Mehrere Bedienelemente in einem Eingabegerät

Michael Schulze, Apem: »Um bestmögliche Betreuung vor Ort gewährleisten zu können, werden wir in Österreich und der Schweiz weiterhin mit unseren bewährten Handelspartnern zusammenarbeiten.«
Michael Schulze, Apem: »Um bestmögliche Betreuung vor Ort gewährleisten zu können, werden wir in Österreich und der Schweiz weiterhin mit unseren bewährten Handelspartnern zusammenarbeiten.«

Schalter, Taster, Joysticks und andere elektromechanische Bedienelemente sind mittlerweile oft in ein und demselben Eingabegerät zu finden. Mitunter werden sie auch in Bedien-Panels integriert. Michael Schulze, Geschäftsführer der deutschen Niederlassung von APEM, erläutert die Hintergründe.

Markt&Technik: Welche Trends gibt es bei elektromechanischen Eingabegeräten wie Schaltern, Tastern, Folientastaturen und Silikonschaltmatten?
Michael Schulze, APEM: Grundsätzlich geht hier die Marschrichtung ganz klar in Richtung Miniaturisierung. So gibt es heutzutage ultrakompakte Drucktaster zum Beispiel für die Montage unter einer Schutzfolie bzw. für die Integration in ein Folien-Overlay. Trotz ihrer kleinen Abmessungen eignen sich diese Taster auch für raue Einsatzbedingungen, wie sie beispielsweise in der Industrie, auf dem Bau oder in der Landwirtschaft anzutreffen sind. Oder schauen wir uns die zweiachsigen Daumen-Joysticks im Miniaturformat an, die bereits mit kontaktloser Hall-Sensortechnik angeboten werden und die eine ideale Lösung unter anderem für den Einbau in Joystick-Handgriffe, Armlehnen und Applikationen mit begrenzter Einbautiefe darstellen. Damit sind diese Joysticks geeignet für den Einsatz in der Wehrtechnik (besonders in den Bereichen Robotik bzw. Steuerung unbemannter Flug- und Fahrzeuge), für die Materialhandhabung oder auch für die Steuerung von Hydraulikzylindern in einer sogenannten »Kommunalplatte«, wie sie unter anderem bei Nutzfahrzeugen für Bauunternehmen und Autobahnmeistereien verwendet wird.

Ein anderes aktuelles Beispiel für das Prinzip »Kleingebaute Lösung mit großer Leistungsfähigkeit« sind verschleißfreie und äußerst kompakte proportionale Halleffekt-Daumenräder, die mittlerweile mit Reibungsbremse erhältlich sind. Auch diese Bedienelemente gibt es als besonders robuste Ausführungen, die entsprechend der Schutzklasse IP68 zuverlässig gegen das Eindringen von Staub und Feuchtigkeit versiegelt und außerdem gegen elektromagnetische Felder abgeschirmt sind. Parallel zur Miniaturisierung werden die elektronischen Steuerungen kontinuierlich weiterentwickelt. Das bedeutet im Ergebnis: Die technische Evolution ersetzt die Leistungsschaltung immer öfter durch eine Signalschaltung. Oder anders formuliert: Der Trend bewegt sich von den großen Strömen und Spannungen hin zu den kleinen.

Immer stärker nachgefragt werden zudem beleuchtete Taster, Schalter und Eingabesysteme. Zum einen, weil sie eine sichere Bedienung auch bei diffusen Lichtverhältnissen ermöglichen. Zum anderen, weil mit illuminierten Bediensystemen auch nachts gearbeitet werden kann – was das Einsatzspektrum erweitert und damit die Auslastung bzw. Wirtschaftlichkeit der entsprechenden Fahrzeuge und Maschinen deutlich erhöhen kann.
 
Gibt es einen Trend hin zu Eingabegeräten mit mehreren unterschiedlichen Bedienelementen? Wenn ja, wie äußert sich der Trend konkret?
Ja, diesen Trend gibt es tatsächlich. Heutzutage werden häufig Joysticks in Kombination mit integrierten Tastern oder ergänzend zu Tastern, Tastaturen und Eingabesystemen verbaut und eingesetzt. Der multifunktionale Knauf eines modernen Joysticks kann beispielsweise mit Tastern an der Rückseite, unterschiedlich vielen Tastern an der Vorderseite und einem Totmanntaster ausgestattet sein.
 
Welche Bauarten von Eingabegeräten mit mehreren unterschiedlichen Bedienelementen gibt es?
Hier sind die unterschiedlichsten Varianten möglich. Wie bereits erwähnt, werden Joysticks selten als »Stand-alone-Lösung« verbaut. Vielmehr kommen sie in den meisten Fällen als Kombination mit anderen Schaltern und Folientastaturen zum Einsatz. Die ebenfalls schon angesprochenen Miniatur-Daumenjoysticks gibt es auch inklusive Knauf mit eingebautem Taster. Typische Anwendungsgebiete sind unter anderem tragbare Fernsteuerungen. Außerdem lassen sie sich als Zusatzeingabegerät in Joystick-Handgriffe bzw. sogenannte Pendant Controller und in Armlehnen integrieren.

Darüber hinaus können solche Joysticks, die in Größe und Bedienung den »Gamepad«-Joysticks ähneln, in robuster Industriequalität gefertigt werden, was sie für den Einsatz in robusten Eingabeterminals prädestiniert, zum Beispiel für Mauszeigersteuerung oder Menü-Navigation. Aber auch bei den Schaltern eröffnen sich kontinuierlich neue Möglichkeiten. Immer häufiger werden sie kombiniert mit anderen Eingabesystemen. Am häufigsten kommen Joysticks jedoch mit Folientastaturen, mit Silikontastaturen oder mit einem kleinen Display zum Einsatz.

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