Schnellladesystem von Huber+Suhner Ladezeiten unter 15 Minuten

Im vergangenen Jahr wurde in Lommis, Schweiz, das weltweit grösste Elektro-Fahrzeug gebaut. Der Muldenkipper Komatsu 605HD mit Radox-Kabeln von Huber+Suhner transportiert bei einem Gesamtgewicht von 110 Tonnen bis zu 65 Tonnen Rohmaterial und produziert mehr Strom, als er selbst benötigt.
Der Muldenkipper Komatsu 605HD mit Radox-Kabeln von Huber+Suhner transportiert bei einem Gesamtgewicht von 110 Tonnen bis zu 65 Tonnen Rohmaterial und produziert mehr Strom, als er selbst benötigt.

Mit dem Radox-Schnellladesystem von Huber+Suhner sind Ladeströme von bis zu 500 kW möglich. Dadurch soll sich die Ladezeit bei 80 % Ladestand auf 15 Minuten verkürzen lassen.

Die Kabel des Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge haben einen Durchmesser von 30 mm und wiegen 1200 g/m. Möglich macht das ein in die Steckverbinder und Kabel integriertes aktives Flüssigkeits-Kühlsystem. Ebenfalls integriert ist ein Knickschutz und eine Zugentlastung. Optional bietet Huber+Suhner ein Leckagen-Kontrollsystem an.

Radox steht für "radiation X-linked" und beschreibt den Prozess, bei dem thermoplastische Polymere mittels Elektronenstrahlen vernetzt werden. Huber+Suhner setzt die selbst entwickelte Technik seit den 70er Jahren ein, um die thermischen, mechanischen und chemischen Eigenschaften des Kabelisolationsmaterials zu verbessern. Radox-Kabel schmelzen nicht, besitzen eine bessere Abriebfestigkeit und eine höhere Schnittfestigkeit als herkömmliche Kabel und sollen auch bei dünner Isolierung widerstandsfähiger gegen verschiedene Umwelteinflüsse sein. 

Einsatz finden die Radox-Kabel zum Beispiel im Muldenkipper Komatsu 605HD, den das Unternehmen Lithium Storage zusammen mit der Kuhn Schweiz AG, dem Schweizer Bundesamt für Energie, diversen Fachhochschulen und der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) bis Ende 2017 von Dieselantrieb auf Elektroantrieb umgerüstet hat. 

Das ursprüngliche Dieselfahrzeug soll in seiner zweiten Lebenshälfte als Elektrofahrzeug jährlich 130 Tonnen CO2 bzw. 50.000 Liter Diesel-Verbrauch sparen. Beim Umbau haben die Unternehmen den Dieselmotor durch einen 590 kW (800 PS) starken Synchron-Elektromotor ersetzt, der ein Drehmoment bis 9500 Nm liefern kann. Der Muldenkipper wird in einem Steinbruch oberhalb von Biel eingesetzt. Mit 20 Talfahrten pro Tag und unter Zuladung spart das Fahrzeug mehr Strom als es für die Bergfahrten benötigt. Die gewonnene Energie speichert der Muldenkipper während des Tages in einer 700-kWh-Batterie und speist sie später ins Stromnetz ein. Der tägliche Energieüberschuss wird pro Fahrzeug auf etwa 200 kWh geschätzt.

Huber+Suhner stellt das Redox-HPC-Schnellladesystem auf der EV Tech Expo 2018 am Stand 382 vor.