Würth Elektronik eiSos HF-Verhalten von Standard-Stiftleisten anders als erwartet

Standard-Stiftleisten verhalten sich unter HF-Bedingungen größtenteils besser als in der Industrie angenommen.
Standard-Stiftleisten verhalten sich unter HF-Bedingungen größtenteils besser als in der Industrie angenommen.

Würth Elektronik eiSos hat das HF-Verhalten und Standard-Stiftleisten untersucht – und kommt dabei zu überraschenden Ergebnissen!

Konkrete Aussagen über die HF-Eigenschaften von Standard-Stiftleisten gibt es am Markt kaum. Das hat zur Folge, dass sich viele Anwender intensiv mit der Frage beschäftigen, bis zu welchem Frequenzbereich sie Standardbauteile wie Stiftleisten einsetzen können. Und in welchen Applikationen sie auf teure HF-Produkte zurückgreifen müssen?

Thomas Robok, technischer Vertrieb Electronic Interconnect & Electromechanical Solutions von Würth Elektronik eiSos, erläutert: »In  der Industrie gibt es diesbezüglich eine breite Grauzone!« Dieser Bereich liege in etwa zwischen 30 MHz bis zu 3 GHz, wie einzelne Kundenapplikationen zeigen. Hier kommen zum Teil Standard-Stiftleisten zum Einsatz, bei denen in der Anwendung keine erkennbaren Probleme hinsichtlich des HF-Verhaltens auftreten.

Der Kunde will die Steckverbinder aber nicht nur nach technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten auswählen, sondern sich auf Messergebnisse berufen, um sich abzusichern. »Das ist für viele Anwender ein sehr wichtiger Aspekt«, betont Thomas Robok.
Die Konsequenz: »Der Kunde setzt zum Teil teurere HF-Produkte ein, auch wenn diese im Einzelfall gar nicht erforderlich sind«.

Daher haben Robok und sein Team jüngst einen Prüfaufbau entwickelt, mit dem sich die HF-Eigenschaften von Stiftleisten dokumentieren lassen. »Diese Idee ist zusammen mit unseren Kunden im Feld entstanden – und die Prüfergebnisse haben nicht nur uns überrascht.«

1,5 GHz sind kein Problem!

Im Allgemeinen kann Würth Elektronik eiSos durch die Vermessung von unterschiedlichen kompletten Board-to-Board-Verbindungen belegen, dass Stiftleisten sich unter HF-Bedingungen besser verhalten, als in der Industrie weitgehend angenommen. »Die Standard-Katalogprodukte eignen sich applikationsabhängig für einen Frequenzbereich bis 1,5 GHz – abhängig vom Layout und anderen Faktoren auch darüber.

»Die Frage, ob sich z.B. USB 2.0 über die Standard-Katalogprodukte übertragen lässt, können wir heute mit einem klaren ‚ja‘ beantworten«, sagt  Thomas Robok.

Das Unternehmen hat verschiedene Layouts untersucht, mit z.B. abweichenden Pin-Abständen und unterschiedlicher Masseführung, die erheblichen Einfluss auf das HF-Verhalten hat. Die Messergebnisse wird Würth Elektronik sammeln und in einer Datenbank zusammenführen. »Unser Ziel ist es, den Kunden eine aussagekräftige Dokumentation mit allen relevanten Eckdaten zur Verfügung zu stellen«, erläutert der Experte. Dass das Interesse dafür am Markt groß ist, zeige sich bereits.

Die bisher gesammelten Messergebnisse können Kunden bei Würth Elektronik eiSos nachfragen. Diese geben nicht nur Auskunft über die HF-Eigenschaften der Stiftleisten. Aus den Daten lassen sich auch Rückschlüsse zu den ausschlaggebenden Kriterien beim HF-Layout ziehen.