Neue Methode zur Messung der Kontakttemperatur Haptik mal ganz anders!

Schalter zu warm oder zu kalt? Ford-Messgerät zur Ermittlung der »gefühlten« Temperatur

Ingenieure von Ford haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich die »gefühlte« Temperatur auf Oberflächen messen lässt. Man will sicherstellen, dass sich die Schalter und Oberflächen im Fahrzeuginnenraum stets genauso anfühlen, wie der Kunde es erwartet. Denn damit steigert man die Authentizität.

Die reale Temperatur von Gegenständen, die weder beheizt noch gekühlt werden, entspricht die der Umgebung. Die »gefühlte« Temperatur, technisch korrekt als Kontakttemperatur bezeichnet, entsteht hingegen durch eine Reizung der Kälterezeptoren in der Haut und bestimmt bei der Berührung eines Gegenstandes das entsprechende Empfinden. Fühlt sich ein Schalter aus Metall warm an, empfindet man die Berührung mit dem Schalter als nicht authentisch. Und Authentizität – so weiß man in Fachkreisen – ist ein wichtiges Kriterium für die Kundenzufriedenheit.

Die Kontakttemperatur lässt sich auf Basis der so genannten Wärmeeindringzahl berechnen. Sie beschreibt, mit welcher Intensität die Körperwärme zum berührten Gegenstand abgeführt wird, wodurch ja die gefühlten Unterschiede entstehen.

Schaumstoffe leiten beispielsweise die Körperwärme kaum ab, Metalle hingegen sehr stark. Bei Verbundstoffen mit unterschiedlichen Metallanteilen sowie bei Lacken und anderen Oberflächen unterschiedlicher Dicke ist dieser Parameter jedoch meist noch unbekannt. Mithilfe eines speziellen Ford-Messgeräts können nun die fehlenden Größen ermittelt werden.Bisher waren solche Messungen nur in einem aufwändigen Verfahren möglich, in dem ein Gegenstand von zwei Seiten erfasst werden musste. Die neue Messmethode hingegen ermöglicht die Messung von nur einer Seite und somit die Anwendung an eingebauten Teilen im Fahrzeug.

Die gemessenen Daten werden anschließend mit den Ergebnissen aus Versuchen mit Probanden abgeglichen und bewertet, mit dem Ziel, die Materialauswahl und/oder Oberflächenbeschaffenheit im Fahrzeuginnenraum weiter zu optimieren.