Tyco Electronics Europas Testkompetenz befindet sich in Bensheim!

In Bensheim befindet sich eines der führenden Testzentren für Automobilkomponenten und Steckverbinder. Das »Test Competence Center Automotive« von Tyco Electronics nimmt vor allem in der Umweltsimulation und der Analytik eine Vorreiterrolle ein.

Test und Validation zur Produktfreigabe gehören mittlerweile zu einem der wichtigsten Schritte in der gesamten  Prozesskette der Entwicklung. Insbesondere die Automobilindustrie hebt sich durch eine umfassende Qualifizierungsstrategie ab! Für Tyco Electronics, den mit Abstand größten Hersteller von Steckverbindern sowie Lieferant von elektromechanischen Komponenten und Subsystemen, gehört das Testzentrum in Bensheim daher zu einem wichtigen Pfeiler des gesamten Konzerns. Dr. Bernd Lippmann, Director Test Competence Center EMEA von Tyco Electronics, steht im engen Austausch mit den Automobilunternehmen und gehört zu den Pionieren im Bereich der Prüfung von Verbindungskomponenten.In Bensheim führt Tyco Electronics die Tests zumeist zentral für ganz Europa durch.

Der Slow Motion Bending Test

Zu einer der vielen Aktivitäten, die man vorantreibt, gehört beispielsweise die Qualitätsüberwachung und -steigerung von Crimpverbindungen in Automotive-Anwendungen. Tyco Electronics hat in Zusammenarbeit mit den großen OEMs ganz wesentlich dazu beigetragen, die Spezifikation für den »Slow Motion Bending Test« (SMBT) zur Crimp-Validierung nach AK-Prüfrichtlinie voranzubringen. Untersucht wird dabei, welchen Einfluss Leitungsbewegungen im Fahrzeug auf die Crimpverbindungen ausüben. Bernd Lippmann veranschaulicht am Beispiel dieses Tests die Komplexität heutiger Spezifikationen: »Berücksichtigt sind derzeit 30 Prüfgruppen mit Anforderungskriterien, 40 verschiedene Beanspruchungen und 45 Eigenschaftsprüfungen!« Alle entwickelten Anforderungskriterien zielen letztendlich darauf ab, die Qualität von Kfz-Steckverbindersystemen weiter zu erhöhen.»Die Anforderungsprofile sind heute extrem, weil alles bis ins kleinste Detail definiert ist: von der Material- und Oberflächenanalyse bis hin zum Verriegelungsgeräusch«, sagt Dr. Lippmann.  

Von sehr großer Bedeutung – und dennoch oft unterschätzt – sind laut dem Experten vor allem die mechanischen Prüfungen, die beispielsweise auf die Steck- und Ziehkräfte, die Kontakthalte- und Kontaktausreißkräfte, die Verriegelung und die Codierung abzielen.  

Die Umwelt exakt abbilden

Daneben spielen vor allem die Umweltsimulationen eine große Rolle. »Diese sind ein elementarer Bestandteil der Prüfungen.« Tyco Electronics könne mit seinen unterschiedlichen Testverfahren das Belastungsszenario eines Autos exakt und wirklichkeitsnah abbilden. Eigenen Angaben zufolge betreibt man sehr großen Aufwand, um immer wieder die Testverfahren an die sich ändernden Profile anzupassen. Zu den Prüfeinrichtungen zählt beispielsweise eine Schocktestmaschine mit einer Beschleunigung von bis zu 500 g! »Damit können wir Crash-Situationen authentisch simulieren.« Weitere Maschinen für Umweltsimulationen sind beispielsweise 4-Komponenten-Schadgasanlagen, Vibrationsanlagen und Dampfstahlkammern.

Laut Dr. Lippmann besteht die Herausforderung darin, die Umgebungsbedingungen gründlich zu analysieren, damit sie von den Prüfspezifikationen ausreichend abgebildet werden können. Denn überspezifierte Anforderungen kosten Geld und Zeit.

»In den letzten zehn Jahren konnte die Industrie die Produktsicherheit und –Zuverlässigkeit extrem steigern. Im Bereich Test und Validation haben wir enorme Fortschritte erzielt.« So sei es laut Dr. Lippmann möglich, Anforderungen wie die Wasserdichtigkeit mit einer Quote von 100 Prozent zu garantieren. Seine Erfahrung habe gezeigt: Wenn Probleme auftreten, hat man meist die Umgebungsbedingungen nicht ausreichend berücksichtigt oder falsch eingeschätzt. »Der Aufwand, den wir heute betreiben, ist immens. Wir sind auf einem sehr guten Weg, die Zero-Defect-Strategie bedienen zu können«, ist Dr. Lippmann überzeugt.

Kritisch sieht der Fachmann nur, dass sich die Ausbildungsstrukturen in Deutschlang gegensätzlich zu den technischen Errungenschaften entwickeln. Denn für eine Null-Fehler-Rate müssen auch Grundvoraussetzungen in punkto Bildung  vorhanden sein. In dieser Thematik sieht Dr. Lippmann großes Verbesserungspotenzial.«