Relaisfertigung Europa bietet China Paroli

Was noch vor 5 Jahren keiner der Relais-Hersteller für möglich gehalten hat, ist eingetreten: »In Europa lassen sich Relais mittlerweile günstiger als in China fertigen, das Blatt hat sich komplett gewendet«, versichert Richard Bayer, Geschäftsführer von Zettler electronics.

Zu den in China gestiegenen Herstellkosten tragen die jährlichen Lohnsteigerungen von 20, 30 und mehr Prozent erheblich bei, »versteckte Kosten« verursacht überdies die hohe Fluktuation. Weil Zettler mehrere Relais-Familien sowohl in europäischen (Polen) als auch in chinesischen Fabs fertigen lasse, habe er einen »guten Einblick«. Neben dem niedrigeren Preis sprächen auch Aspekte wie schnellerer Service, Verfügbarkeit in der halben Zeit und größere Zahl an Zulassungen für die Produktion in Europa.

Als weitere Gründe führt Bayer die »Unflexibilität der Chinesen« an: Europäische Fertigungsstätten hätten ein Interesse daran, neue Kunden zu gewinnen und auch mit Sondervarianten und somit niedrigen Stückzahlen im 100.000-Units-Bereich zu wachsen. Chinesische Hersteller unterbrächen ihren Fertigungsprozess hingegen ungern und zeigten erst Interesse ab Größenordnungen von 1, 2 Mio. Relais. In Europa koste ihn das gerade mal »drei Anrufe«.

In Europa sei überdies das Personal gut geschult, motiviert und die Fluktuation sei gering im Gegensatz zu China. Müsse man dort folglich neue Leute einstellen, fingen diese wieder bei Null an und verursachten in den ersten Wochen mehr Ausschuss, was die Kosten in die Höhe treibe. Bei den Rohstoffen sind die Preise weltweit gleich, hinzu kommen beim Import aus China überdies noch Zoll und Frachtkosten.