Weiter positiver Trend für Passive Dieses Jahr wird ein klassisches Beschaffungsjahr

Dr. Arne Albertsen, Jianghai
»Die Anzahl der neuen Projekte ist gestiegen, und diverse neue Plattformen haben ihren Produktionsstart oder stehen kurz davor.«
Dr. Arne Albertsen, Jianghai »Die Anzahl der neuen Projekte ist gestiegen, und diverse neue Plattformen haben ihren Produktionsstart oder stehen kurz davor.«

Stark geht der deutsche Markt für passive Bauelemente ins neue Jahr. Treibender Motor ist nach wie vor der weiter kontinuierlich steigende Bedarf im Automotive-Bereich. Setzt die neue US-Regierung ihre angekündigte protektionistische Wirtschaftspolitik um, könnte das zu Nullwachstum führen.

Das Gute zuerst: Die positive Entwicklung des deutschen Marktes für passive Bauelemente setzt sich auch im Jahr 2017 fort! Selten waren sich bei den Marktrecherchen der Markt&Technik in den letzten Jahren die Hersteller und Distributoren passiver Bauelemente so einig: Es wird ein gutes Jahr! »Wir erwarten 2017 für den deutschen Markt ein merkliches Wachstum, insbesondere mit vielversprechenden Möglichkeiten im Automotive-Bereich«, bringt Rudolf Strasser, President von TDK Europe, die Sichtweise seines Unternehmens auf den Punkt.

Völlig d´accord zeigt sich Olaf Lüthje, Senior Vice President Business Marketing Vishay Passives: »Wir rechnen weiterhin mit guten Wachstumschancen für den deutschen Markt, auch ausgehend von einem anhaltend weichen Euro, was die Exportwirtschaft antreiben wird, und auch von einer weiterhin starken Automobilbranche.« Ein Worst-CaseSzenario wäre in seinen Augen, »wenn die deutsche Automobilbranche ins Straucheln käme – aber das ist aus heutiger Sicht nicht zu erwarten«.

Oliver Konz, CEO von Würth Elektronik eiSos, hält den Markt 2017 für stabil, »er entwickelt sich weiter positiv«. Die Nachfrage halte an, dies kreiere weiteres Wachstum. »Wir gehen deshalb für dieses Jahr ganz klar von einer positiven Geschäftsentwicklung in Deutschland aus«. Ferdinand Leicher, Vice President Sales EMEA bei Bourns sieht das Marktwachstum im optimalen Fall bei 5 Prozent im Jahr 2017, »sogar der Worst-Case würde sich immer noch in einem Wachstum um 1 Prozent ausdrücken«. Für Bourns strebt er ein Wachstum deutlich über dem Markt an.

Auch für Dr. Arne Albertsen, Manager Sales & Marketing bei Jianghai Europe Electronic Components, stehen die Zeichen für das laufende Jahr klar auf Wachstum: »Bereits seit Monaten sehen wir ein positives Book-to-Bill-Verhältnis. Die Anzahl der neuen Projekte ist gestiegen, und diverse neue Plattformen haben ihren Produktionsstart oder stehen kurz davor«. Er teilt die Einschätzung von Leicher, »dass der Worst-Case für dieses Jahr ein Verharren des Umsatzes auf dem Vorjahresniveau wäre, aber das ist nicht unsere Erwartung!«

Stefan Sutalo, Marketing Director Passive Components bei Rutronik, rechnet zum jetzigen Zeitpunkt damit, »dass 2017 ein Beschaffungsjahr sein wird«. Der Worst-Case, in diesem Fall wäre für ihn, »dass wir nicht in der Lage sind, die Bedarfe zu decken!« Der stärkste Treiber dieses Wachstums ist auch für ihn zum heutigen Zeitpunkt der Automotive-Markt in Europa – eine Einschätzung, die  Dietlind Vinson, Director Product Management, Passiv, bei Arrow EMEA, teilt: »Auto-motive bleibt der Wachstumstreiber, und die weitere Elektrifizierung in diesem Bereich bietet uns gutes Geschäftspotential. Wir sind darum für das laufende Jahr insgesamt positiv eingestellt.«

Seine Kollegin Annette Landschoof, Produktmanagerin Katalogredaktion und Product Manager bei Schukat electronic, verweist darauf, dass Schukat einen guten Teil seines Umsatzes mit EMS-Kunden macht, »in diesem Bereich sehen wir aus heutiger Sicht ein solides einstelliges Wachstum«. Nach dem guten einstelligen Wachstum im Vorjahr steht bei Schukat für 2017 der weitere Ausbau des passiven Portfolios im Fokus.