Die Relais-Nachfrage ist weiterhin schleppend

Die Nachfrage für Relais im zweiten Quartal ist »unverändert schwierig, kumuliert liegen die Umsatzrückgänge nach dem ersten Halbjahr im Vergleich mit 2008 im 2-stelligen Bereich«, sagt Rudolf Kammerer, Vertriebsleiter Komponenten bei Panasonic Electric Works.

Licht am Ende des Tunnels ist auch nicht zu erkennen, zumindest ist »bisher keine Erholung für das zweite Halbjahr in Sicht«. Betrachtet man die aktuellen Prognosen der Automatisierungs- und Maschinenbaubranche, müsse in einzelnen Bereichen sogar davon ausgegangen werden, »dass die Talsohle noch nicht erreicht ist«, befürchtet der Panasonic-Manager.

Grundsätzlich seien alle Produktbereiche mehr oder weniger betroffen, selbst die stark wachsenden Bereiche der letzten Jahre seien in puncto Umsatz »stark eingebrochen«. Wachstumspotenziale gebe es allenfalls in Nischenbereichen wie bei Solid-State-Relais. Entgegen dem allgemeinen Trend beobachte man jedoch hingegen im Automotive-Bereich »zumindest für 2009 eine gewisse Stabilisierung«. Erst 2010 sei aber prinzipiell mit einer Stabilisierung der Umsätze sowie einem »geringen« Wachstum gegenüber 2009 zu rechnen. Bis man aber die 2008er Umsätze wieder erreiche oder gar übertreffe, dürften nach Kammerers Prognose »einige Jahre« verstreichen.



Was die Preise in der momentanen wirtschaftlichen Situation anbelangt, so sei es sowohl für Kunden als auch die Relaishersteller »schwierig, der Druck auf die Preise ist situationsbedingt stark gestiegen«. Aber weil angesichts stark gesunkener Stückzahlen in den Fabriken die Situation »ebenfalls sehr angespannt ist, ist der Spielraum für Preissenkungen derzeit nicht vorhanden, eine Preiserhöhung in Teilbereichen unumgänglich«, versichert Kammerer. Wegen des Umsatzrückgangs und der gesunkenen Stückzahlen kam auch Panasonic nicht umhin, unterschiedliche Maßnahmen zu ergreifen: »Derzeit findet eine Harmonisierung der globalen Fertigungskapazitäten statt, was natürlich auch zu Fertigungsverlagerungen führt.«

Leichte Erholung bei Kfz-Relais

Dirk Bartels, Vice President Relay Products Group bei Tyco Electronics, erkennt »nach dem signifikanten Markteinbruch der letzten sechs bis neun Monate nun Anzeichen, dass der Trend gestoppt ist und eine langsame Markterholung einsetzt«. So stelle man bei Kfz-Relais eine zumindest leichte Erholung fest, deren Ursache auf die regulierenden Maßnahmen einzelner Landesregierungen zurückzuführen sein könnten. Weil aber andere Produktsegmente stärker betroffen gewesen waren und es noch sind, ist das Bild somit »noch nicht einheitlich«.

Trotz der uneinheitlichen Lage – einige Sparten wie der Maschinenbau zeigen noch keine Erholung – »scheint die Talsohle erreicht zu sein«. Einig ist sich Bartels hingegen mit Kammerer, dass einige Jahre ins Land gingen, bis die 2008er Umsätze in Reichweite kämen: »Aus heutiger Sicht wird dies nicht vor 2011 oder 2012 zu realisieren sein.« Dazu könnten kurzfristig auch neue Märkte wie regenerative Energien bzw. der Energiesektor im Allgemeinen nicht entscheidend beitragen, doch mittel- und langfristig sei dies für die Relais-Branche ein Bereich mit gestiegenem Interesse. Bezüglich des Maßnahmenkatalogs angesichts der angespannten wirtschaftlichen Situation äußerst sich Bartels nicht konkret: »Tyco Electronics setzt auf verschiedene Maßnahmen, um den Auswirkungen der negativen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entgegenzutreten.«

Auch im zweiten Quartal 2009 »sind Auftragseingang und Umsatz unverändert schlecht, kumuliert ist für das erste Halbjahr ebenfalls keine Besserung in Sicht«, stellt Richard Bayer, Geschäftsführer von Zettler electronics, fest. Von einem Lichtstreifen am Horizont will Bayer nichts hören, eine Wende im zweiten Halbjahr sei »eindeutig nicht zu erwarten, denn der Auftragseingang ist weiterhin auf niedrigem Niveau«. Demnach würden die 2008er Umsätze aller Voraussicht nach »nicht vor 2011« erreicht.

Erstaunt ist Bayer allerdings angesichts der globalen Wirtschaftskrise über die Preissituation: »Wir hatten eigentlich einen viel stärkeren Preiskampf erwartet und auch extreme Forderungen vom Markt.« Die Relaispreise seien wohl schon so am Boden, dass es lukrativer sei, auf andere Produkte zu fokussieren. Was neue Märkte angeht, »tut sich etwas, vor allem bei alternativen Energien«. Um trotz gesunkener Umsätze »die Mitarbeiter zu behalten, die wir in guten Zeiten nur schwer wiederfinden würden, machen wir Kurzarbeit«, erläutert Bayer.