Kühltechnik Baknor wagt den Sprung nach Europa

Michael Ruscigno, Baknor: »Im Wärmemanagement kommt es darauf an, früh mit den Kunden zusammenzuarbeiten und die Simulation von mechanischen Designs bis zum Gehäuse über alle Ebenen durchzuführen. In Verbindung mit der Simulation sehen wir dies als ein interessantes Differenzierungsmerkmal an.«
Michael Ruscigno, Baknor: »Im Wärmemanagement kommt es darauf an, früh mit den Kunden zusammenzuarbeiten und die Simulation von mechanischen Designs bis zum Gehäuse über alle Ebenen durchzuführen. In Verbindung mit der Simulation sehen wir dies als ein interessantes Differenzierungsmerkmal an.«

Auf das Wärmemanagement – von der Ingenieurberatung, über die Beschaffung der Komponenten und dem Design der Systeme bis zur Simulation und zur Fertigung unter eigener Regie – hat sich das kanadische Unternehmen Baknor spezialisiert. Jetzt wagt die Firma mit ihrem Konzept den Sprung nach Europa.

Ob im Lighting, in der Automobiltechnik, Antriebstechnik, in der Tele- und Datenkommunikation, in Wechselrichtern oder in Embedded-Systemen und der Industrieelektronik im Allgemeinen: Überall kommt es auf eine ausgefeilte Kühltechnik an. Weil Europa und Deutschland in vielen dieser Gebiete sehr stark sind, will Baknor, ein kanadischer Kühltechnik-Spezialist, seine Aktivitäten hierzulande deutlich verstärken. »Wir haben uns entschlossen, hier künftig über eine Representanz vertreten zu sein«, sagt Michael Ruscigno, CEO und Mitgründer von Baknor. Ab sofort ist EuroSemi Baknor- Repräsentant in Deutschland.

Michael Ruscigno ist guten Mutes, dass Baknor mit seiner Kombination aus Beratung, Beschaffung der Komponenten und Fertigung unter eigener Regie auch hierzulade punkten kann: »An reiner Ingenieurberatung herrscht kein Mangel, aber dann muss der Kunde für Assembly und Beschaffung selber sorgen, das ist der Unterschied.« Weil Baknor aus dem Beratungsgeschäft komme, könnte das Unternehmen sehr schnell und flexibel agieren, nicht nur für Großkunden, sondern auch für kleine Unternehmen.

Und auf technischer Seite ist Baknor ebenfalls flexibel: Von FR4, flexiblen Leiterplatten und Aluminium-Leiterplatten über Kühlplatten mit Wasserkühlung und thermischen Simulationsprogrammen reicht das Angebot. Weil sich das Unternehmen auch mit 3D-Leiterplatten beschäftigt, können beispielsweise LED-basierte Beleuchtungen auf externe Reflektoren und Linsen verzichten. Für den Einsatz in Autos lässt sich so Kurvenlicht realisieren, das ohne Verschleißteile auskommt.

Gestartet war Baknor in den späten 80er-Jahren als Beratungsunternehmen für Wärmemanagement. Zu den Kunden gehörten hauptsächlich Telekommunikationsunternehmen, denn Thermal Management spielte vor allem in den großen Geräten der Vermittlungsstationen eine wichtige Rolle.

Vom Beratungsunternehmen zum Systemanbieter

In dem Maße aber, in dem die Halbleitertechnik sich verbesserte und die Verarbeitungsgeschwindigkeit der ICs stieg, wuchs auch ihre Verlustleistung. Jetzt mussten sich auch die Entwickler kleinerer Geräte für den Alltagsgebrauch um Wärmemanagement kümmern. Eine weitere Miniaturisierung dieser Geräte trotz höherer Verlustleistung der Halbleiter – dieses Ziel lässt sich nur mit ausgeklügeltem Thermal Management erreichen. »Das ist ein wichtiger, aber nur ein Aspekt der Gesamtproblematik«, sagt Michael Ruscigno. »Die Anwender stehen in einem scharfen globalen Wettbewerb und wollen deshalb nicht nur die Baugröße reduzieren, sondern auch die Kosten, um ihre Wettbewerbsposition insgesamt zu verbessern.«

Baknor änderte deshalb die Strategie und bot neben der reinen Beratung auch die Beschaffung von Wärmemanagement-Komponenten an. »Außerdem sind wir in die Fertigung von Komponenten und Systemen unter eigener Regie eingestiegen. Die Kunden erhielten so die Möglichkeit, ihre meist lokalen Lieferketten auf die globale Ebene zu heben«, erklärt Ruscigno. Dazu gründete Baknor in den späten 90er-Jahren ein Fertigungsteam in Shenzen, 1999 kam ein Team in Dong Guan hinzu. »Alle unsere Ingenieurkapazitäten befinden sich aber nach wie vor in den USA«, erklärt Ruscigno. In einigen Fällen kauft Baknor Fertigungskapazitäten bei den Partnerfirmen in China zu, dann arbeiten eigene Fertigungsteams auch schon mal dort vor Ort.

Heute beschäftigt sich Baknor mit vier Produktgruppen: Aluminium-Leiterplatten (wie sie unter anderem im Lighting Einsatz finden), wassergekühlte Kühlplatten, Kühlkörper und Gehäuse mit integrierten Kühlfunktionen.