Lichtwellenleiter aus Kunststoff 600.000 Euro für die POF-Forschung

Europas erstes POF-Anwendungszentrum, das »POF Application Center« an der TH Nürnberg, darf sich freuen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung genehmigte einen Antrag zur Errichtung eines Messplatzes im Wert von knapp 600.000 Euro.

Mit der neuen Messtechnik zur Bestimmung der Abstrahlcharakteristiken von Primär- und Sekundär-Strahler wird das Institut noch attraktiver, zum Beispiel als Dienstleister für andere Forschungseinrichtungen sowie für die Industrie.

Das POF-Anwendungszentrum hat sich auf sogenannte Multimode-Fasern spezialisiert. Diese sind wegen der großen Durchmesser relativ gut zu handhaben, jedoch deutlich schwieriger mathematisch zu fassen als Single-Mode-Fasern. Die Übertragungseigenschaften der Multimode-Fasern hängen stark von der Lichtverteilung am Eingang der Faser an. So werden die unter flachen Winkeln eingekoppelten Strahlen weniger gedämpft als die unter steilen Winkeln eingekoppelten. Zudem werden die Eigenschaften stark durch die Streuung des Lichts im Inneren des Leiters beeinflusst, ebenso wie durch Unregelmäßigkeiten der Randbereiche. Für grobe Abschätzungen reicht es manchmal, eine Lichtquelle als punktförmigen Strahler anzunehmen. Für belastbare Aussagen ist aber die möglichst genaue Kenntnis der spektralen Strahldichte notwendig. Ähnlich verhält es sich bei der Beschreibung des Reflexions-/Transmissionsvermögens von Grenzflächen zwischen zwei optischen Medien. Das betrifft erstens den Absolutwert der Strahlung und zweitens die Winkelverteilung.

Dank dem neu eingerichteten Messplatz – bestehend aus Spektralphotometer, Nahfeldgoniometer, Weißlichtinterferometer und einem Gerät zur Messung der optischen Eigenschaften von Oberflächen – wird das POF-Anwendungszentrum wertvolle Messdaten erhalten. Das Ziel ist es, Modellierung und Simulation so nah wie möglich an die Realität zu bringen. (cp) n