MSC setzt auf hochwertige Produkte und eigenes System-Know-How »Wireless-Produkte sind keine Commodities«

Walter Puhl, MSC: »Mit unserem technologisch wie auch qualitativ hochwertigem Spektrum decken wir jetzt den gesamten industriellen Wireless-Bereich sehr gut ab.«
Walter Puhl, MSC: »Mit unserem technologisch wie auch qualitativ hochwertigem Spektrum decken wir jetzt den gesamten industriellen Wireless-Bereich sehr gut ab.«

Mittelfristig einer der führenden europäischen Wireless-Distributoren werden – das hat sich MSC zum Ziel gesetzt. Jüngster Zuwachs auf der Linecard sind Lesswire mit hochwertigen WLAN- und Bluetooth-Modulen für Industrieanwendungen und Quectel mit GPRS/UMTS- und GPS-Modulen für den M2M- und Automotive-Markt. Punkten will MSC allerdings nicht nur mit hochwertigen Produkten und Beratungsleistungen, sondern auch mit hauseigenem Entwicklungs-Know-how.

Walter Puhl, seit 2010 Leiter des inzwischen personell deutlich aufgestockten RF-Bereiches von MSC, ist zuversichtlich, dass das Wireless-Segment in den nächsten fünf Jahren  eine der Unternehmenssäulen der MSC-Gleichmann-Gruppe werden könnte. »Das Wireless-Segment ist definitiv einer der wichtigsten Wachstumsmärkte. Das sieht man auch  daran, dass wir seit 2010 eine kontinuierliche Steigerung bei den Design-Wins verzeichnen.«

Erfreulich sei dabei laut Puhl, dass die drahtlose Kommunikation nicht nur in den »Modemärkten«, allen voran der Consumer-Elektronik, massiv zulege, sondern inzwischen verstärkt auch in anderen MSC-Zielmärkten wie der Industrieautomatisierung, der Gebäudeautomatisierung, der Medizintechnik, Transportation und Verkehrstechnik, Automotive Infotainment und POS/POI zunehmend Fuß fasse.

Der vielerorts hoch gelobte Markt für Smart Meters ist nach Ansicht von Puhl zwar »stückzahlenmäßig sehr interessant«, aber weil sich noch kein klarer Kommunikationstrend etabliert hat, will  Puhl die Euphorie mancher Marktteilnehmer hier (noch) nicht teilen. »Um das Potenzial wirklich realistisch einschätzen zu können, ist es noch zu früh. Noch geht es sozusagen »Querbeet«: von GPRS über Wireless MBus bis hin zu ZigBee - je nach Land und Projekt ist derzeit alles vertreten.« 

Ohne Beratung geht es nicht

Generell sieht Puhl in nahezu allen genannten Bereichen einen vergleichsweise hohen Beratungsbedarf. Welche Datenraten und welche Daten sollen übertragen werden? Wie groß muss die Reichweite sein? In welcher Umgebung befindet sich meine Wireless-Applikation? Welche Sicherheitsaspekte sind zu berücksichtigen? Diese und noch zahlreiche andere Rahmenbedingungen müsse der Anwender klären, bevor er sich für eine Wireless-Technologie und ein Übertragungsprotokoll entscheidet. Außerdem gehe es nicht nur darum, sich für eine Technologie zu entscheiden, sondern auch die Qualität und Zuverlässigkeit des Herstellers spiele besonders bei der Funktechnik eine große Rolle. »Wireless-Produkte sind keine Commodities. Vor allem unerfahrene Anwender sind deshalb gut beraten, sich bei der Produktauswahl und beim Design-In von einem erfahrenen, technisch versierten Partner unterstützen zu lassen. Oft kann der Kunde dadurch viel Ärger und Geld sparen.

Wireless LAN, Bluetooth, ZigBee, GPRS und für die Lokalisierung GPS sind die wichtigsten Technologien, die ein Distributor abdecken muss, will er in diesem Segment vorne mitspielen. Die Herausforderung dabei ist, eine Linecard aufzusetzen, die einerseits in die Tiefe geht, andererseits aber  dediziert genug ist, um mit den allen vertretenen Herstellern fokussiert und eng zusammenarbeiten zu können.  MSC konzentriert sich mit Atmel, Panasonic, Renesas, Lesswire und Quectel auf fünf Fokus-Linien: Panasonic vorwiegend für Bluetooth, Atmel hat seine Stärken vor allem bei ZigBee, Lesswire ist im WLAN-Bereich sehr etabliert, Quectel bietet innovative Technik für GPS und GPRS und  Renesas schließlich ergänzt das Spektrum mit diskreten RF-Bauteilen wie Antennen-Switches und Verstärkern. »Mit diesem technologisch wie auch qualitativ hochwertigem Spektrum decken wir inzwischen den gesamten industriellen Wireless-Bereich sehr gut ab «, erklärt Puhl.

Nicht nur Design-In-Support, sondern auch Wireless-Entwicklungen

Ist der Wireless-Bereich nicht eher die Domäne der Spezialisten? »Das kommt darauf an, was man unter einem Spezialisten versteht. MSC zum Beispiel ist trotz mehrerer Dutzend Hersteller auf der Linecard alles andere als ein typischer Broadline-Distributor. Wir sehen uns eher als technisch kompetenter Lösungsanbieter mit angeschlossener Logistikabteilung.

So unterhält MSC beispielsweise mehrere eigene Design-Center, in denen rund 150 Ingenieure sowohl eigene  wie auch OEM-Produkte entwickeln. Keiner unserer Wettbewerber verfügt auch nur ansatzweise über ein ähnlich tiefes und breites Entwicklungs-Kow-how wie die MSC-Gruppe. Gerade im Wireless-Bereich kommt diese seit jeher stark system- und lösungsorientierte Ausrichtung der MSC-Gruppe voll zum Tragen, denn im Gegensatz zu den klassischen Wireless-Spezialisten kann MSC im Bedarfsfall nicht nur Design-In-Unterstützung bieten, sondern auf Wunsch auch die komplette Applikationsentwicklung übernehmen«, erklärt Puhl.