Entwicklung von modum.io und Rutronik Temperaturlogger auf Blockchain-Basis

Herzstück des modum-Systems ist ein Temperaturlogger, der während des Transports die Temperatur überwacht.

Das Schweizer Startup modum.io setzt mit seinem Supply-Chain-System für Pharma-Unternehmen auf der Blockchain-Technologie auf. Ein Kernelement ist der Temperaturlogger, den modum.io mit der Unterstützung von Rutronik entwickelt hat.

Wenn medizinische Produkte verschickt werden, dürfen sie während des Transports keinen Bedingungen ausgesetzt sein, die ihre Qualität beeinträchtigen könnten. Das betrifft vor allem die Temperatur. Denn zu große Kälte oder Wärme kann die Haltbarkeit von Medikamenten, Impfstoffen oder biotechnologisch produzierten Produkten erheblich verringern oder diese gar unbrauchbar machen. Anfang 2017 wurden die Regeln für den Transport dieser Produkte in der EU noch verschärft: Laut Good Distribution Practice (EU GDP 2013/C 343/01), Kapitel 9, müssen Großhändler u.a. den Nachweis erbringen, dass der zugelassene Temperaturbereich während des gesamten Transports eingehalten wurde. Bislang arbeiten Pharma-Unternehmen hierfür mit Logistikdienstleistern zusammen, die die medizinischen Produkte in temperaturstabilen Lastwagen und Containern transportieren. Diese Methode ist allerdings nicht kosteneffizient, weil der Großteil der Medikamente gar nicht temperaturempfindlich ist. Um der GDP Genüge zu tun, wird er jedoch ebenfalls auf diese Weise versendet. Mit der Lösung von modum.io wird dies hinfällig; trotzdem können Pharma-Unternehmen den von der GDP geforderten Nachweis erbringen.

Temperaturlogger an Bord

Herzstück des modum-Systems ist ein Temperaturlogger, der während des Transports die Temperatur überwacht. Vor dem Versand stellt der Nutzer über ein Dashboard auf einem beliebigen PC oder Laptop den erlaubten Temperaturbereich bzw. die Grenzwerte für einen Alarm ein, zudem die Messintervalle und einige weitere Kriterien. Werden die Medikamente für den Transport verpackt, scannt der Lagermitarbeiter die Versandinformationen, z.B. die Tracking-Nummer, und platziert den Logger in das Paket mit den Medikamenten. Für eine automatisierte Verpackung kann der Scan-­Prozess auch mittels NFC ablaufen. Gleichzeitig wird im Back-End der sogenannte Smart Contract, d.h. ein Programm-Code in der Blockchain, für diese Lieferung aufgerufen.