Streitbürger-Gehäusetechnik Sie schirmen ab, wo alle anderen scheitern

Sven Streitbürger, 
Streitbürger Gehäusetechnik

»Vor allem viele mittelständische Unternehmen befassen sich allgemein 
zu wenig mit dem Thema EMV und ärgern sich hinterher, 
wenn ihr Produkt die nötigen Anforderungen nicht erfüllt.«
Sven Streitbürger, Streitbürger Gehäusetechnik: »Vor allem viele mittelständische Unternehmen befassen sich allgemein zu wenig mit dem Thema EMV und ärgern sich hinterher, wenn ihr Produkt die nötigen Anforderungen nicht erfüllt.«

Streitbürger Gehäusetechnik hat sich eine einzigartig EMV-Abschirmung patentieren lassen. Die maximale Abschirmwirkung von 99,999999% bis zu 105 db ist höher als alle derzeit bekannten Werte. Deutschlandweiter Exklusiv-Distributor ist Schukat. Dazu Sven Streitbürger, Geschäftsführer von Streitbürger, und Annette Landschoof, Produktmanagerin von Schukat.

Markt&Technik: Was steckt hinter dem Namen „Streitbürger Gehäusetechnik“?
Sven Streitbürger: Mit dem neuen Unter-nehmen STB-GH-TEC legen wir seit 2013 das Augenmerk auf die Herstellung von Elektronikgehäusen und als Dienstleister auf EMV-Beschichtung, Kunststoffspritzguss, Bedruckung, Lackierung und CNC-Fräsen. Die Streitbürger Gehäusetechnik erweitert damit das Dienstleistungsportfolio des Mutterkonzerns SHT Streitbürger GMBH – ein Familienunternehmen, zu dem inzwischen zahlreiche Tochtergesellschaften gehören. Ursprünglich stammt Streitbürger aus dem Kunststoffrecyclingbereich und ist dort bereits seit ca. 35 Jahren verwurzelt. 

Wie kam es zur Kooperation zwischen Streitbürger und Schukat?
Sven Streitbürger: Über Schukat steigern wir unseren Bekanntheitsgrad – an diesem großen Distributor kommt ein Gehäusehersteller in Deutschland nicht vorbei. Eine entscheidende Rolle für die Kooperation spielt neben der Aufstellung auch die Kundenbasis von Schukat, nämlich die Industrie, und genau dort sehen wir unseren Absatzmarkt. Über diesen Vertriebsweg wollen wir unser Geschäft an einer Stelle bündeln und größere Bestellungen ermöglichen. 

Annette Landschoof: Streitbürger hat sich mit seinen hochwertigen Gehäusen einen Namen auf dem Markt gemacht. Aber insbesondere das neue Verfahren zur EMV-Abschirmung in Verbindung mit den Qualitätsgehäusen hat uns neugierig gemacht – hier sehen wir eine Kooperation mit Zukunft. Das Thema EMV-Abschirmung wird künftig immer weiter in den Vordergrund rücken. Da ist es für uns wichtig, einen sehr kompetenten Partner an unserer Seite zu haben. Die Standardgehäuse von Streitbürger sind jetzt bereits mit EMV-Schirmung ab Lager erhältlich. Durch die sehr kurzen Vertriebswege sind auch Sonderbeschaffungen ab mittleren Mengen in kurzen Zeiten realistisch.

Was zeichnet Ihre Gehäuse besonders aus? 
Sven Streitbürger: Zum einen zeichnen sich die Gehäuse durch ihre hohe Qualität und Formstabilität aus. Sie sind wesentlich schwerer als die üblichen Gehäuse und haben im Inneren zusätzliche Stützstabilisatoren. Nach dem Spritzen spannen wir die Gehäuse, um ein Verziehen beim Auskühlen zu verhindern. Dadurch erreichen wir eine extreme Passgenauigkeit, die sich von der Massenware abhebt. Highlight aber ist die neue, hocheffektive und patentierte EMV-Abschirmung für unsere Elektronikgehäuse: Die bieten wir deutschlandweit exklusiv über Schukat als einzigem Distributoren an.

Was macht die EMV-Beschichtung so einzigartig?
Sven Streitbürger: Mit unserer Beschichtung erreichen die Kunststoffgehäuse höchste Abschirmungswerte: Denn die innenliegende, vollmetallische Beschichtung sorgt für eine maximale Abschirmwirkung von 99,999999% bis zu 105 db – höher als alle derzeit bekannten Werte. Durch das materialschonende Lichtbogenspritzverfahren wird Zink von 99,99% Reinheit ohne chemische und thermische Beeinflussung mechanisch auf das Trägermaterial aufgebracht. So entsteht eine heterogene vollmetallische Oberfläche. Wir sind mit diesem Verfahren sogar in der Lage, Papier, Holz, Keramik, Flies und Kunststoffe zu beschichten. Einzigartig ist auch, dass auf unsere Schicht gelötet werden kann, ohne den faradayschen Käfig zu beschädigen, weil die Dicke mit 100 µm immens hoch ist. Zum Vergleich: Alternativverfahren können aktuell nur bis 25 µm auf ein Trägermaterial aufbringen.

 

Wann ist eine derartige EMV-Beschichtung nötig?
Sven Streitbürger: Mit unserem neuen Verfahren bündeln wir die Vorteile eines Kunststoffgehäuses mit der EMV-Sicherheit einer vollmetallischen Lösung als „Low-Cost-Solution“. Häufig werden Geräte trotz Schirmverfahren in ihrer Funktionalität gestört. Dann bleibt Firmen keine andere Wahl, als auf teure vollmetallische Gehäuse auszuweichen, die allerdings schwer und unflexibel sind. Die Streitbürger-EMV-Beschichtung kommt überall dort zum Einsatz, wo hohe EMV-Strahlungen anfallen und herkömmliche Verfahren wie Aluminium-, Kupferbedampfungsverfahren oder metallische Leitlackierungen nicht mehr ausreichen. Anwendungsbereiche finden sich in allen Industriemärkten, von der Elektroindustrie und Medizintechnologie (z.B. Röntgengeräte) über die Sensortechnologie und Militärindustrie (Ableitung von Raketen, abhörsichere Räumlichkeiten) bis hin zu Automotive. 

 

Wie ist die Zusammenarbeit aufgesetzt? Wie profitiert der Kunde davon?
Sven Streitbürger: Mit der Wahl eines Streitbürger-Gehäuses mit EMV-Abschirmung sparen Kunden von Vornherein viel Zeit und Geld, das sie beim Vergleich und Testen anderer Abschirmungsmöglichkeiten investieren müssten. Vor allem viele mittelständische Unternehmen befassen sich allgemein zu wenig mit dem Thema EMV und ärgern sich hinterher, wenn ihr Produkt die nötigen Anforderungen nicht erfüllt. Dieses Problem können sie hier vermeiden. 

Annette Landschoof: Im Standardsortiment sind 25 unterschiedliche Größen ab Lager lieferbar – teilweise schon jetzt mit EMV-Beschichtung als Lagerware bei Schukat. Generell können alle Gehäuse mit EMV-Beschichtung in kürzester Zeit geliefert werden. Hier profitiert der Kunde ganz klar von unserer ausgereiften Logistik. Bei entsprechender Nachfrage wird das Portfolio sofort angepasst. Dank unserer internen Prozesse sind wir sehr flexibel und ermöglichen es dem Kunden, seinen Bedarf vom Muster bis zur Serie aus einer Quelle zu decken. 

Wie lauten die kommenden Ziele?
Sven Streitbürger: Die Firma STB-GH-TEC hat sich das Ziel gesetzt, den Umsatz innerhalb der nächsten zwei Jahre mindestens zu verdoppeln. Derzeit schätzen wir das Wachstumspotenzial als unbegrenzt ein, weil der technologische Fortschritt ebenso wie die Anforderungen an EMV-gerechte Geräte wachsen. In 2016 wird die EMV-Richtlinie für elektronische Geräte verschärft, und der Schutz vor radioaktiven Strahlen steht zunehmend im Vordergrund. Deshalb wollen wir für Anfragen von extrem großen Projekten ab einer Million Stück Patente und Lizenzen vergeben. Alle Bestellungen im Bereich kleiner bis mittlerer Serien und der Bemusterung werden wir weiterhin in unseren eigenen Räumlichkeiten bearbeiten und über Schukat abwickeln.

Annette Landschoof: Wir sehen uns derzeit als klassischer Distributor – vom Muster bis zur Serie – für die Streitbürger-Gehäuse. In dieser Partnerschaft erkennen wir aber auch das Potenzial zu einem deutlich erweiterten Geschäftsmodell.

Das Interview führte Karin Zühlke