Rutronik SMART Rutronik macht Geräte fit fürs Internet of Things

Rutronik SMART
Smarte Geräte stehen im Fokus von Rutronik SMART.

Nach Rutronik EMBEDDED bietet der Broadliner mit Rutronik SMART nun erneut ein dediziertes Angebot für ein bestimmtes Segment. Was sich dahinter verbirgt und warum der Kunde damit seine Time-to-Market verkürzen kann, erläutert Andreas Mangler, Director Strategic Marketing and Communications von Rutronik.

Markt&Technik: Was genau verbirgt sich hinter Rutronik SMART?
Andreas Mangler: Das ist unser neues, gebündeltes Angebot speziell für Geräte innerhalb des Internet of Things. Dazu haben wir aus unserem breiten Portfolio von Sensoren, Wireless-Komponenten, Mikrocontrollern, Powermanagement- und Sicherheitslösungen die für diese Applikationen passenden Technologien und Komponenten zusammengestellt. 

Was bringt das dem Kunden konkret? Er erhält diese Bauteile ja ohnehin bei Rutronik.
Der Kunde kann seinen Selektionsprozess beschleunigen und erzielt damit eine kürzere Time-to-Market. Denn das Konzept funktioniert ähnlich wie eine Vorkonfiguration: Der Kunde findet genau die für IoT-Applikationen geeigneten Komponenten und braucht nur noch die für sein spezifisches Projekt passenden auswählen. Dabei unterstützen ihn selbstverständlich unsere Fachleute. Und er sieht auf einen Blick, welche Kernkomponenten er braucht – und dass er die komplett bei uns erhält. Denn wir haben in den letzten Jahren eine äußerst interessante Produktpalette aufgebaut, die im Markt so jedoch nicht wahrgenommen wird. Nehmen Sie nur mal den Sensorbereich: Hier haben wir als einziger Distributor beide Markt- und Innovationsführer auf der Linecard, nämlich Bosch Sensortec und STMicroelectronics, außerdem – auch das eine Besonderheit – die Sensoren unserer Passiv- und Elektromechanik-Hersteller Murata und Omron. Auch unser Wireless Portfolio kann sich mehr als sehen lassen. Hier führen wir alle relevanten Technologien mit den innovativsten Komponenten. Für jeden Produktbereich haben wir zudem die entsprechenden Fachleute. Insofern sind wir Broadliner und Spezialdistributor in einem.

Welche IoT-Anwendungen adressieren Sie damit im Detail?
Bei uns stehen hier vier Segmente im Fokus. Das sind: der Lifestyle-Bereich mit den Wearable Electronics, wie Uhren, Brillen oder auch mit Elektronik ausgestattete Kleidung sowie alle Arten von Sport-, Fitness- und Spiel-Anwendungen, Beacon- und Indoor-Navigations-Lösungen. Das zweite Segment ist der Komfort-Bereich. Dazu zählen wir v.a. weiße Ware und Lösungen für die Heimautomatisierung, Beleuchtungs- und Klimasteuerung, Schließvorrichtungen und Smart Meter. Das Healthcare-Segment umfasst Anwendungen für das Patienten-Monitoring, außerdem Geräte wie Hörhilfen oder Diagnose-Waagen. Als viertes schließlich haben wir das Segment Sicherheit mit Überwachungs- und Alarmsystemen, Rauchmeldern, Track & Trace-Lösungen und Ähnlichem.

Neben Rutronik SMART gibt es ja bereits Rutronik EMBEDDED. Wie grenzen sich diese beiden Angebote voneinander ab?
Mit Rutronik SMART wenden wir uns an die Hersteller solcher IoT-Geräte. Im Gegensatz dazu finden unter Rutronik EMBEDDED Industriekunden Embedded Boards, Storage, Displays, Wireless-Module, Auto-ID-Komponenten und Peripherie-Komponenten für Embedded-Systeme. Das heißt, beide Angebote sind in ganz verschiedenen Welten angesiedelt: Im IoT erfassen diskrete Sensoren weltweit unzählige Daten, die über Konnektivität nach innen, ins System, getragen werden. Das läuft über die Cloud, also das Internet. Industrie-4.0-Systeme, die wir mit Rutronik EMBEDDED bedienen, kommen von einem komplexen Mainboard- oder CPU-basierenden System über Konnektivität nach außen. Das läuft in der Regel nicht über das Internet, das höchstens als Backbone genutzt wird. Durch diese grundlegenden Unterschiede setzen beide Welten vorrangig auf verschiedene Technologien. Bindeglied zwischen beiden sind die Wireless-Technologien. Wir befinden uns in der komfortablen Situation, dass wir die Komponenten, Technologien, und das Know-how für beide Welten haben und unseren Kunden aus beiden Marktsegmenten dabei helfen können, durchgängige Systeme und Anwendungen zu schaffen. Insofern kommen diese Themen für uns wie gerufen! 

Im Zusammenhang mit dem IoT, wie auch in der Industrie 4.0, ist Datensicherheit ein wichtiges Thema. Wie unterstützen Sie Ihre Kunden dabei, um die zu gewährleisten?
Das stimmt, und der Sicherheitsaspekt ist auch für uns untrennbar mit diesen Themen verbunden, denn im Zusammenhang mit IoT-Lösungen hat es ja bereits negative Schlagzeilen gegeben, zum Beispiel über die böswillige Fremdsteuerung eines Autos. Auch über das Ausspähen innerhalb der eigenen vier Wände mit Hilfe von Smart-Home-Geräten kursieren immer wieder Horrorszenarien. Unerlaubtes Aktivitäts-Tracking von Menschen, verbunden mit der Erstellung von Bewegungsprofilen, das sind Themen, die uns alle beschäftigen, obwohl heute jeder weiß, dass mit dem eigenen Smartphone (inclusive MEMS-Sensorik) in der Tasche alle Bewegungen kontinuierlich getrackt werden. Solche Bedenken müssen glaubhaft ausgeräumt werden, wenn man Nutzer von derartigen Anwendungen überzeugen möchte. Hierfür braucht es integrierte Sicherheitskonzepte, die viele Aspekte und Ebenen umfassen müssen, von der Verschlüsselung über Tunnelverbindungen, Komponenten zur Hardwareverschlüsselung, Datenredundanz und ausreichenden Speicher bis zu robusten Systemen nach SIL-Standards.

Mit dem Internet of Things und Industrie 4.0 besetzen Sie zwei Hype-Themen. Wird es künftig auch andere derartige Angebote von Rutronik geben?
Selbstverständlich werden wir wieder solche Angebote zusammenstellen, wenn uns das sinnvoll erscheint und sich dadurch für unsere Kunden ein Zusatznutzen ergibt. 

Haben Sie im Rahmen von Rutronik SMART schon Projekte umgesetzt?
Ja – auch wenn Rutronik SMART noch jung ist, haben wir schon einige Projekte vorzuweisen. Aktuell haben wir zum Beispiel zusammen mit einem ebenfalls noch jungen Unternehmen, cosinuss°, einen Sensor entwickelt, der den Brustgurt als Pulsmesser ersetzt. Er wird ganz bequem im Ohr getragen, ähnlich wie bei der Pulsoximetrie in der Medizintechnik. Von hier übermittelt er die Daten drahtlos an ein beliebiges Smartphone, eine Sportuhr oder ein anderes Gadget, das mit Bluetooth 4.0 oder ANT+ ausgestattet ist. Über dieses können Sportler mit der entsprechenden App ihre Leistungswerte überwachen. Ein zweites Modell mit Lautsprechern ist derzeit in der Entwicklung, außerdem eines, das neben dem Puls die Körperkerntemperatur misst. Darüber hinaus sind Varianten angedacht, die auch im Arbeitsschutz und der Medizin eingesetzt werden können.