Distribution 2018 Rekorde im turbulenten Fahrwasser

Es brummt kräftig in der Distribution: Rekordumsätze auf der einen Seite, eine angespannte Liefersituation, steigender Margendruck und Singuläre Distributionsverträge auf der anderen. Was kommt 2018? Fünf Distributoren nehmen Stellung

Wie fällt Ihr Resümee für das Jahr 2017 aus?

Slobodan Puljarevic, President von EBV Elektronik: 2017 war wieder ein Rekordjahr für EBV, bereits das fünfte in Folge. Natürlich hatten wir einige Herausforderungen zu meistern, aber unter dem Strich sind wir sehr zufrieden mit unserem Ergebnis.

Andreas Mangler, Director Strategic Marketing von Rutronik: Das Jahr 2017 war dynamisch, spannend und geprägt von vielen Veränderungen in der Distribution. Der Name Rutronik ist auch Synonym für nachhaltiges, kontinuierliches Wachstum. Unser Ziel, nämlich im internationalen Umfeld überproportional zu wachsen, haben wir erreicht.

Sven Krumpel, CEO von Codico: Wir hatten sehr hohe Erwartungen an das Geschäftsjahr 2017 und diese konnten wir übertreffen. Erstmals in der vierzigjährigen Geschichte Codicos konnten wir einen Umsatz von über 150 Mio. Euro erreichen. Trotz eines unruhigen Marktumfelds in den vergangenen Jahren erleben wir einen sehr positiven Aufwärtstrend weit über dem Branchendurchschnitt.

Frank Hansen, Regional Vice President von Avnet Silica: Es gab sehr viele Veränderungen – die Kunden wünschen sich sehnlichst, dass komplexe Vorgänge vereinfacht werden, dass die technische Beratung noch objektiver wird und auch Lösungen von kleineren Technologie-Treibern kostenoptimiert evaluiert werden können. Auch ist der Wunsch kundenseitig sehr stark ausgeprägt, mehr Systemberatung zu erhalten, für welchen er auch einen Added Value für sich sieht.

Martin Bielesch, President EMEA Components von Arrow: Wir blicken insgesamt auf ein für uns sehr gutes Jahr zurück, sowohl was die unternehmerischen Ergebnisse angeht als auch mit Blick auf zahlreiche interessante und spannende Projekte. Der Bereich IoT hat deutlich an Fahrt aufgenommen. Wir verzeichnen bei vielen Kunden eine Aufbruchstimmung und nach vielen Diskussionen in den letzten Jahren gehen nun konkrete IoT-Projekte in die Umsetzung. Global werden wir aller Voraussicht nach das erfolgreichste Jahr in der Geschichte des Unternehmens schreiben. Im Jahresvergleich von Quartal zu Quartal sind wir bei EMEA Components im dritten Quartal um 25 Prozent gewachsen. Mehrere wichtige Hersteller wie Analog Devices und Cypress haben sich entschieden, mit uns global noch stärker zusammenzuarbeiten.

Wie fällt Ihr Ausblick auf Q1 und 2018 für Ihr Unternehmen aus – wo liegt die aktuelle Book-to-Bill?

Andreas Mangler: Wir gehen davon aus, dass wir den positiven Trend von 2017 auch 2018 mit einem stabilen und nachhaltigen Wachstum fortschreiben können. Das unterstreichen auch die aktuellen Forecasts führender Fachverbände und Bauelemente-Hersteller aus allen Produktbereichen. Bei bestimmten Produktgruppen ist weiterhin mit langen Lieferzeiten zu rechnen. Folglich ist eine langfristige Disposition zwingend notwendig, um die Versorgungssicherheit aufrecht zu erhalten.

Slobodan Puljarevic: Die aktuelle Book-to-Bill-Rate ist positiv. Es gibt jedoch Anzeichen und Meinungen, dass sich das Wachstum 2018 etwas abschwächen könnte. Trotzdem sind wir für 2018 positiv gestimmt. EBV ist seit Jahrzehnten der Fels in der Brandung. Wir stehen seit fast fünfzig Jahren für Werte wie Kontinuität und Innovation! Wir sind der führende Spezialist der europäischen Halbleiterdistribution und wollen, wie immer, auch im nächsten Jahr stärker wachsen als der Markt.

Frank Hansen: Gerade sieht es sehr positiv in Bezug auf die Lieferungen im ersten Halbjahr 2018 aus – die Book-to-Bill ist konsistent über 1.

Martin Bielesch: Aktuell gehen wir davon aus, dass wir den starken Schwung aus dem Jahr 2017 auch in die ersten beiden Quartale mitnehmen werden. Für darüber hinaus besteht wie gewöhnlich geringere Visibilität. In 2018 werden wir unsere digitale Linecard weiter ausbauen. Derzeit sind wir im Begriff, unser europäisches Digital-Team deutlich zu verstärken. Neben diesem Ausbau unseres digitalen Geschäftes erwarten wir eine noch engere Verzahnung mit den anderen Geschäftsbereichen von Arrow, kurz gesagt IT, Systemlösungen und Angebote für die Circular Economy. Damit können wir über alle Technologiebereiche hinweg, von Sensorik und Wireless-Konnektivität bis hin zu Data-Analytics, IT-Security und Cloud, vollständige IoT-Lösungen anbieten.

Sven Krumpel: Die eingangs genannte Entwicklung stimmt uns natürlich außerordentlich zufrieden und wir blicken auch weiterhin positiv gestimmt nach vorne. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass wir mit unserer Strategie richtig liegen und die gesetzten Maßnahmen erfolgbringend umgesetzt haben. Wir haben eine Vision, eine klar definierte Position. Codico steht für Design-in, für professionelle Beratung in allen Projektphasen, wir wählen unser Portfolio gezielt aus und können so dem Kunden mit unserem Know-how einen wesentlichen Mehrwert verschaffen. Natürlich sind wir alle auch kritischen Faktoren, punktuellen Engpässen ausgesetzt, aber wir gehen unseren Weg. Unser Ziel heißt auch weiterhin Wachstum.