Dank Design-in-Support PCAP setzt sich im Industriebereich durch

Capacitive Touch (PCAP) Panels sind mit über 50 Prozent weltweit insgesamt die meistverkaufte Form von berührungsempfindlichen Bildschirmen. Nicht ganz trivial sind allerdings Auswahl und Design-in der Komponenten für ein PCAP-System. Unterstützung bieten beispielsweise die Experten von Avnet Embedded.

Derzeit kümmern sich bei Avnet Embedded zehn Field Application Engineers europaweit allein um PCAP-Projekte, Tendenz steigend, wie Tiitus Aho, Sales Manager von Avnet Embedded, erklärt: »Im B2B-Bereich dominiert zwar immer noch die Resistive-Technologie, aber angesichts der Projekte, die sich momentan ankündigen, gehen wir davon aus, dass PCAP künftig mit weit über 50 Prozent die am meisten verlangte Touch-Screen-Version sein wird. Deshalb bauen wir diesen Bereich kontinuierlich aus.« Viele Nachfragen generieren sich laut Aho aus dem Display-Geschäft von Avnet Embedded: »Wir verkaufen jährlich etwa 500.000 TFT-Panels für ganz unterschiedliche Applikationen im Automotive- und Industrial-Segment. Davon wollen zunehmend mehr Kunden Touch-Screens einsetzen.« Weil TFT-Lieferanten normalerweise nicht standardmäßig über Displays mit Touch-Technologie verfügen, kristallisiert sich der Touch-Bereich als interessanter Design-in-Markt für den Distributor heraus.

Aber nicht nur das, ein wesentlicher Vorteil ergibt sich damit auch für den Kunden, wie Aho erläutert: »Der Kunde erhält ein fertiges Touch-Screen-System aus einer Hand, und er spart Zeit und Arbeitsschritte, weil er nicht selbst TFT und Touch kombinieren muss.« Zudem kann er durch den Bezug von PCAP-Systemen bei einem  Distributor zentral an einer Stelle Garantieansprüche für das komplette Produkt geltend machen.

Dass die PCAP-Technologie so erfolgreich ist, verwundert Aho übrigens nicht: »Es war schon immer so, dass die Trends im Industriebereich durch den Consumermarkt getrieben wurden; so auch in diesem Fall.«

Schließlich hat PCAP einiges zu bieten: Die Technologie ist langlebig und eignet sich sehr gut für den Einsatz in Außenbereichen. Sie besticht durch gute optische Parameter, eine hohe Auflösung und Multitouchmöglichkeiten. Die PCAP-Technologie funktioniert durch Projektion eines elektromagnetischen Felds durch die Oberfläche des Touchpanels hindurch. In den Sensoren werden transparente Elektroden aus zwei Indium-Zinnoxid-(ITO-)Schichten verwendet, die registrieren, wenn ein Finger die kapazitive Kopplung ändert.

Die PCAP-Bildschirme sind äußerst strapazierfähig und kratzfest. Sie entsprechen allen Hygienevorschriften und können mit Benutzerfreundlichkeit, einer Multitouch-Funktionalität und einer hervorragenden Bildqualität aufwarten, sodass sie sich optimal für schwierige Einsatzbedingungen wie beispielsweise Fabrikhallen und medizinische Anwendungen auszeichnen. Die PCAP-Technologie eignet sich außerdem sehr gut für den Einsatz in rauen Umgebungen im Freien wie Verladerampen oder Wetter- und Klimamess-Stationen. Selbst durch ein dickes Schutzglas hindurch ist es möglich, das Touchpanel mit Handschuhen zu bedienen. Durch die chemische Beständigkeit der Oberfläche kann ihr auch Regen und Schnee nichts anhaben. Außerdem ist PCAP sehr temperaturbeständig.  

Dem Einsatz von PCAP sind also kaum Grenzen gesetzt – aber wie sieht es mit den Kosten aus? »Auf den ersten Blick erscheint PCAP teurer als andere Touchscreen-Technologien. Dennoch zeigen die Gesamtbetriebskosten, dass sich PCAP langfristig durch seine Langlebigkeit und Zuverlässigkeit, den geringen Wartungsaufwand und wenig Ausfallszeiten auszahlt«, gibt Aho zu bedenken und belegt seine Ansicht auch gleich mit einem Beispiel: »Verglichen mit resistiven Bildschirmen, hinterlassen selbst Millionen von Unterschriften auf dem von PCAP verwendeten gehärteten Glas keinerlei Spuren. Außerdem müssen PCAP-Bildschirme nicht neu justiert werden.«

Die Kunden von Avnet Embedded sind jedenfalls nach den Worten von Aho immer mehr bereit, in PCAP zu investieren, »abgesehen von der Robustheit auch deshalb, weil sie dadurch in ihren Produkten ein ganz neues Erlebnis in punkto HMI bieten können«.

Wie läuft die Beratung für ein Touch-Panel ab? »Zu Beginn klären wir den Einsatzzweck des Bildschirms und die besonderen Herausforderungen am Einsatzort, Fragen zu besonderen Designwünschen, zum Aussehen und zu den technischen Anforderungen. Speziell im Automotive- und Medical-Bereich gibt es spezifische Anforderungen und Normen, die ein PCAP-System erfüllen muss«, schildert Aho. Zu den Herstellerpartnern von Avnet Embedded für PCAP gehören AMT, DMC und Touch Netix. Die Display-Partner sind Sharp, AUO, LG Display, NLT Technologies, Innolux Corporation und KOE.  

Herzstück des Systems ist die Sensorik. Welcher Sensor zum Einsatz kommt, hängt zum Beispiel von der Display-Größe ab, die Wahl des Controllers u.a. vom Betriebssystem, das der Kunde einsetzen möchte. Nach diesem Abstimmungsprozess prüft Avnet Embedded erste Entwürfe, und nach der Freigabe wird dann ein Prototyp gebaut. Jeder Prototyp wird umfassenden Tests in den Laboren von Avnet Embedded unterzogen, die Avnet in fast allen europäischen Ländern betreibt.
Avnet Embedded bietet Touch-Systeme bis zu einer Größe von 24 Zoll. Der Stückzahl sind kaum Grenzen gesetzt, die durchschnittliche Bandbreite liegt zwischen 500 und 10.000 Stück. Konfektioniert werden die Touch-Panels, abhängig von der Stückzahl, entweder in den hauseigenen Integrationszentren in Belgien oder im Fall großer Volumen über Partner in Asien.