Schneller und kostengünstiger entwickeln Open Source schafft ein neues Design-Ethos

Martin Keenan, RS Components

»Inzwischen ist Low Cost Open Source auch
im Business-Segment angekommen. 
Viele Halbleiterhersteller bringen zum Beispiel Eval-Tools heraus, die Arduino-kompatibel sind.«
Martin Keenan, RS Components: »Inzwischen ist Low Cost Open Source auch im Business-Segment angekommen. Viele Halbleiterhersteller bringen zum Beispiel Eval-Tools heraus, die Arduino-kompatibel sind.«

Open-Source-Hard- und -Software und kostenlose Design-Tools helfen dabei, den Entwicklungsprozess zu demokratisieren und schneller das (Entwicklungs-)ziel zu erreichen. Der Katalogdistributor RS hält dafür eine ganze Reihe an Helferlein bereit.

»Die Branche befindet sich in einem deutlich sichtbaren Umbruch in der Herangehensweise an das Produkt-Design«, erklärt Martin Keenan, Head of Application Strategie von RS Components. Er bezeichnet die neue Herangehensweise als agilen Ansatz „Rapid Concept & Prototyping“. Mehrere Konzepte können digital erstellt und parallel entwickelt werden. Die viel versprechendsten Konzepte können schneller weitergetrieben und das schwächste schnell in einem evolutionären und iterativen Prozess ad acta gelegt werden. Die Vorteile eines solchen Ansatzes liegen auf der Hand: Damit lässt sich schneller auf Marktanforderungen reagieren, Innovationen besser fördern und ins Konzept einbringen und der einzelne Entwickler kann sich besser einbringen. 

Die zunehmende Verfügbarkeit von Open-Source-Hardware und -Software, einschließlich Referenz-Kits und bewährten Software Protokoll-Stacks von Halbleiter-Herstellern und anderen Anbietern bedeutet für die Entwicklungen nach Ansicht von Keenan einen wertvollen Vorsprung, so dass sie schnell und kostengünstig Konzepte erproben können. »Mit Hilfe von Open Source Boards wie Rasp-berry Pi oder Arduino können auch kleinere Firmen schnell ganze Systeme schaffen«, so Keenan, »denn sie brauchen keinen MCU-Spezialisten, um Arduino zu nutzen.« Dass ein solcher Ansatz nur etwas für Bastler ist, ist laut Keenan eine ewig gestrige Meinung: »Inzwischen ist Low Cost Open Source auch im Business-Segment angekommen. Viele Halbleiterhersteller bringen zum Beispiel Eval-Tools heraus, die Arduino-kompatibel sind.« Es verwundert also nicht, dass Keenan Open Source als »Key Area« für RS bezeichnet. Er sieht RS überdies als Marktführer in Sachen Open-Source-Angebot, womit er Recht haben dürfte, wenn man die komplette Palette an Boards, Eval-Tools, 3D-Druckern und das kostenlose Design-Software-Angebot betrachtet.    

Kostenlose Software hält die Hürden niedrig

Eine weitere Hürde hin zu einem kostengünstigen Entwicklungsprozess fällt dadurch, dass es, wie etwa von RS, inzwischen kostenlose Design-Software gibt, die in den Grundfunktionen mit kommerziellen Werkzeugen durchaus mithalten kann. Mittlerweile hat RS von seinem Design Spark PCB bereits die Version 7 gelauncht, und der DesignSpark Mechanical geht mit 2.0 in die zweite Runde. 

DesignSpark Mechanical verbindet Schaltungsdesign mit der Mechanik-Entwicklung und wurde in Verbindung mit SpaceClaim entwickelt.  Ein wichtiges Element von DesignSpark Mechanical ist sein STL-Ausgangsformat (Standard Triangulation Language), das bei CAD sehr verbreitet ist und über das der direkte Export von Designs zu 3D-Druckern möglich ist. In die Version 2.0 wurden nun mehrere der von der DesignSpark-Community am häufigsten nachgefragten Funktionen hinzugefügt: Die Bedienung wurde vereinfacht, enthält Hilfetexte sowie Schulungs- und Designbeispiele und verfügt über erweiterte Funktionen zur Erstellung von Stücklisten und Angeboten. Darüber hinaus bietet das Tool Zugriff auf einen neuen 3D-Katalog, über den Zehntausende von 3D-Modellen von Bauteilen schnell eingefügt werden können, wobei die Verknüpfung mit allen erforderlichen Einkaufsdaten von RS für die Erstellung von Stücklisten ebenfalls möglich ist. Zu guter Letzt haben Space-Claim und RS auch den Quick Parts 3D-Druckservice in das Tool integriert. Hier können über Partnerunternehmen 3D-Drucke von Modellen bestellt werden. Wer möchte, kann fürs Prototyping seinen eigenen 3D-Drucker natürlich auch bei RS kaufen. Der Distributor hat einige Modell für unterschiedliche Ansprüche und Budgets im Angebot. Der neue DesignSpark Mechanical steht zum kostenlosen Download bereit. 

Beim DesignSpark PCB 7 gibt es ebenfalls Neuerungen, die zu großen Teilen aus den Anregungen der Community von immerhin 350.000 Anwendern entstanden sind: Erweitertes Handling für Teilenummern stellt sicher, dass die Stücklisten in jeder Phase der Entwicklung vollständig sind. Sketch Routes zeichnen den ungefähren Routingpfad und enthalten Algorithmen zur Zeichnung der besten Strecken. Ein zusätzliches ODB++ Exportformat, das von Leiterplattenherstellern zunehmend unterstützt wird und das Anwender aus der DesignSpark-Community regelmäßig nachgefragt hatten, ist jetzt enthalten. In die siebten Auflage von DesignSpark PCB wurden außerdem die vereinfachte Funktionen für den Export nach DesignSpark Mechanical, Cross-Probe-Funktionalität zur Übertragung der Komponentenansichten und benutzerdefinierte Kurzbefehle aufgenommen. 

Die DesignSparc-PCB-Version 7 basiert auf der vorigen Version vom Januar 2014 und enthält einen ‘DSPCB Change Log’, der die neuen Funktionen und Fehlerbehebungen jeder Version enthält. Mehr dazu  gibt es auf der RS-Webseite.