Interview mit Frank Hansen von Silica Noch mehr Power für Zentraleuropa

Frank Hansen, Silica (im Bild mit Karin Zühlke, Markt&Technik): »Wir werden uns auf drei Produktbereiche konzentrieren, die wir weiter entwickeln wollen: Mikrocontroller inklusive MCUs und MPUs, Power und Analog. Mit unserer Linecard können wir in diesen Segmenten ein fast komplettes Portfolio vorweisen und parallel dazu die entsprechende technische Unterstützung durch unsere FAE-Struktur.«
Frank Hansen, Silica (im Bild mit Karin Zühlke, Markt&Technik): »Wir werden uns auf drei Produktbereiche konzentrieren, die wir weiter entwickeln wollen: Mikrocontroller inklusive MCUs und MPUs, Power und Analog.«

Frank Hansen hat bei Silica seit Mai letzten Jahres als Regional Vice President das Steuer für D/A/CH in der Hand und sorgt in jeder Hinsicht für frischen Wind in der Region. Wie, das erfahren Sie im folgenden Exklusivinterview.

Markt&Technik: Deutschland ist mit 50 Prozent DMASS-Anteil bekanntlich das größte Stück im Halbleiter-Kuchen Europas, und Silica ist hier ja schon sehr gut dabei. Wo gibt es Ihrer Ansicht nach überhaupt noch Steigerungspotenzial?

Frank Hansen: In EMEA ist Silica einer der am schnellsten wachsenden Distributoren. Für meinen Verantwortungsbereich, also Zentraleuropa, sehe ich mit unserer starken Linecard und unserer FAE-Force in der Tat noch einiges an Wachstumspotenzial. Für das Geschäftsjahr 2015 – unser Geschäftsjahr endet zum 30. Juni – liegen wir bereits über Plan und werden in Zentraleuropa, also D/A/CH, voraussichtlich mit einem zweistelligen Wachstum abschließen. Nichtsdestotrotz: Wir haben immer noch den einen oder anderen weißen Fleck in Deutschland, wo wir als Silica noch nicht präsent sind und das müssen wir ändern. Die lokale Betreuung der Kunden ist enorm wichtig und gleichzeitig eine Voraussetzung dafür, dass wir in der Region weiter wachsen können. Denn es gibt sicher noch zahlreiche Kunden bzw. „Hidden Champions“, die von der Distribution noch nicht ausreichend betreut werden, dies wollen wir mit der Eröffnung von weiteren Niederlassungen so schnell wie möglich ändern.

Zum Beispiel?

Konkret ist das zum Beispiel das Gebiet »Südwesten« rund um Freiburg. Diese Lücke haben wir inzwischen geschlossen und werden zum 1. März dort eine Niederlassung eröffnen. Details dazu werden wir demnächst bekannt geben. Weitere Standorte prüfen wir derzeit. So haben wir auch ein Auge auf Nordbayern geworfen ebenso auf Ostdeutschland. Hier erscheinen uns beispielsweise der Großraum Leipzig und das Gebiet Thüringer Wald sehr interessant.

Diese Regionen sind mitunter ja auch EMS-Hochburgen. Wollen Sie mit Ihrer regionalen Expansion verstärkt das Produktionsgeschäft in den genannten Gebieten fokussieren?

EMS ist für uns eine sehr wichtige Kundengruppe und wird es auch bleiben. Aber wir arbeiten derzeit verstärkt daran, ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen OEM- und EMS-Kunden zu finden. Es gibt immer noch viele Eigenproduktionen – auch und insbesondere in den genannten Regionen finden Sie viele Beispiele. Für Start-Ups ist die Produktion zwar keine Kernkompetenz mehr, aber wie ich eingangs schon erklärt habe, gibt es viele Hidden Champions, für die die Produktion nach wie vor zu den Kernkompetenzen zählt.

Mit der technischen Spezialisierung hält Silica auf Produktseite einen großen Trumpf in der Hand. Welche Neuerungen bzw. Erweiterungen sind in dieser Hinsicht geplant?

Wir haben derzeit 30 spezialisierte Analog-, FPGA-, und Digital-FAEs alleine in Deutschland. Wir haben uns bewusst gegen eine „Herstellerspezialisierung“ entschieden, denn die Kunden schätzen es, dass wir auf Basis unserer umfangreichen Linecard herstellerunabhängig beraten. Zusätzlich verstärken regionale Business Development Manager unsere Arbeit im Feld. Diese Struktur ist einzigartig in der zentraleuropäischen Distributionslandschaft. Einen starken Akzent setzen wir in Richtung Software. Wir haben in unserem BDM Team vier Mitarbeiter, die sich alleine dem Thema Software widmen.