ArchiTech geht in die zweite Phase Neue Boards und Embedded Linux Support »add on«

Neu vorgestellt hat Silica zum Beispiel  die Entwicklungsboards Hachiko (li.)  und Tibidabo (re.)
Neu vorgestellt hat Silica zum Beispiel die Entwicklungsboards Hachiko (li.) und Tibidabo (re.)

Vor gut einem Jahr hat Silica seine ArchiTech-Strategie aus der Taufe gehoben, jetzt legte der Distributor mit neuen Boards und einer eigenen Embedded-Linux-Distribution nach, die auf Basis des Yocto-Projektes entwickelt wurde. Parallel dazu hat der Halbleiterspezialist auch seine Linux-Software-Expertise verstärkt.

Ohne Software-Support gibt sich auch die klassische »Hardware-Klientel« der Distribution längst nicht mehr zufrieden. Dass der Distributor bei der Hardware über eine umfassende Expertise verfügt, ist Standard. Aber auch eine starke Software-Mannschaft im MCU/MPU-Bereich ist nach den Worten von Martin Hecht, BDM Software von Silica Central Europe, essenziell für den Erfolg eines Distributors: »Die Software wird mehr und mehr zum Hauptdifferenzierungsmerkmal der Controller und Prozessoren. Peripherie und Grafikleistungen hingegen werden zunehmend vergleichbar werden«. 

 

Als europaweit größter Microsoft-Embedded-Distributor hatte Silica bereits umfangreiche Software-Expertise und ein eigenes Software Enablement Team im Haus. Im Laufe der letzten beiden Jahre stockte Silica nun auch im Linux-Umfeld seine Ressourcen auf. »Unser Vorteil ist, dass wir die Boards, die Software und die Entwicklung unter einem Dach haben. So sind wir in der Lage, unsere Kunden noch effizienter bei der Umsetzung ihrer Designanforderungen zu unterstützen«, unterstreicht Oliver Staude, Regional Application Manager von Silica. Zwar wolle Silica auch in Zukunft keine Applikations-Software schreiben. »Wir müssen aber mit dem Kunden über seine Software-Anforderungen diskutieren und ihn kompetent beraten können.« Derzeit beschäftigt Silica europaweit fünf Software-Spezialisten. Die Software für High-End-Chips ist sehr komplex und das Software-Ecosystem noch dazu sehr fragmentiert, denn es hat sich bislang kein einheitlicher Standard herausgebildet. Im Normalfall muss sich der Kunde die Tools, Compiler, Betriebssystem, Dateisystem etc. einzeln besorgen, um mehr oder weniger mühevoll ein passendes Entwicklungssystem aufzusetzen. Das muss außerdem in Abstimmung mit einer eventuell notwendigen 3rd Party Softwareschmiede erfolgen. Silica vereinfacht dieses Procedere durch den Ansatz über ein Yocto-basiertes Software-Ecosystem, das auch noch einheitlich für verschiedene Entwicklungsboards mit unterschiedlichen Prozessoren zur Verfügung steht.

Diesen Value-Add-Gedanken soll auch die ArchiTech-Strategie verdeutlichen, die der Distributor in ihrer zweiten Phase mit neuen Boards und einer eigenen Embedded-Linux-Distribution angereichert hat. »Adressieren wollen wir damit vor allem Kunden, die Cotroller-Erfahrung haben, aber noch keine Linux-Expertise«, betont Staude. Die Einstiegshürden in die Linux-Welt sind nicht zu unterschätzen: angefangen beim passenden BSP, über die Toolchain bis hin zur grundsätzlichen Auswahl der Linux-Distribution. »Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, auf Yocto als Tool zur Erstellung von Embedded-Linux-Distributionen aufzusetzen und alle unsere ArchiTech-MPU-Boards zu unterstützen. Dazu gibt es das jeweils entsprechende BSP einschließlich des von Silica entwickelten Meta-Layers«, erläutert Hecht. Alle BSPs hat das ArchiTech-Team selbst entwickelt. »Für den Kunden hat das den Vorteil einer kürzeren Time-to-Market. Er kommt schneller zum (Entwicklungs-)Ziel und muss sich nicht alle Puzzle-Teile selber zusammentragen. Die Hürden, in die Entwicklung mit Linux einzusteigen, sind mit ArchiTech also weitaus niedriger«, ergänzt Staude. Mit dem Board erhält der Kunde die kompletten Design-Unterlagen und den Source-Code sowie eine Beschreibung, wie er Anpassungen auf seinem Board vornehmen kann. Zudem plant Silica Trainings für Yocto, die zum Großteil generisch sind und natürlich auch boardspezifische Inhalte haben werden.