Ein Jahr EBV LightLab Mess-Service für das beste Licht

Vor gut einem Jahr hat EBV sein aufwändig ausgestattetes LightLab eröffnet. Der neue Service fand schnell Anklang bei den Kunden – auch über die Grenzen Europas hinaus. Jetzt darf sich Wolfgang Reis, verantwortlich für das LightLab von EBV über eine Erweiterung »seines« Labors freuen.

Im Juni wird das Lichtlabor in neue größere Räumlichkeiten im EBV-Hauptgebäude umziehen. Neben dem Messlabor wird es dann auch einen Ausstellungsbereich für Referenzdesigns und Demo-Projekte geben, und außerdem bieten die neuen Räumlichkeiten genügend Möglichkeiten für weiteres Wachstum.

Dass ein Distributor ein Lichtlabor für radiometrische und lichttechnische Messungen über die komplette »Lichtkette« zur Verfügung stellt – das gab es vor dem EBV LightLab noch nicht. Dementsprechend groß ist die Resonanz auf das Lichtlabor bei den Kunden, wie Reis bestätigt. »Das Spektrum der zu vermessenden Produkte ist sehr vielfältig, angefangen bei LEDs über LED-Module bis hin zu Retrofits und Kundenleuchten.« Auch das Kundenspektrum ist vielfältig – und reicht vom LED-Modulhersteller über den Auftragsfertiger bis zum Spezialleuchten-Hersteller. Die Kunden kommen fast alle aus dem Mittelstand und haben selber keine entsprechenden Messeinrichtungen. Etwa 50 Prozent der Messaufträge kamen bislang von Kunden aus Deutschland, aber auch international ist das LightLab inzwischen bekannt. So haben auch zahlreiche Kunden aus Osteuropa, Italien, Dänemark und UK den neuen EBV-Service bereits in Anspruch genommen. Etwa 10 Prozent der Messobjekte kamen aus dem nicht-europäischen Ausland, darunter Südafrika und die USA.

Wie läuft die Kontaktaufnahme mit dem LightLab ab? Im Grunde gibt es dafür laut Reis zwar keine Vorgaben, aber ein Briefing zum Produkt, dem geplanten Einsatzbereich und die Intention der Messungen sollte der Kunde natürlich schon mitliefern. »Wenn wir per Post ein Paket mit einem LED-Modul bekommen ohne Erläuterungen, dann wird es schwierig«, so Reis. Das ist aber eher die Ausnahme, meist kommt der Erstkontakt über das LightSpeed Team von EBV zustande, das die Vermessung von Lichtobjekten im Rahmen der Beratung anbietet. Das vertikal aufgestellte Team ist für die LED-Kunden von EBV zuständig und unterstützt sie dabei, ihre LED-Konzepte umzusetzen: von der Auswahl der LED über die passende Optik und das Vorschaltgerät bis hin zum Wärmemanagement.

Vermessen wird so gut wie alles im LightLab, auch LEDs von Herstellern, die EBV nicht auf der Linecard hat. Der Bedarf aussagekräftiger Messungen ist nach Aussage von Reis vor allem bei LEDs aus Fernost hoch. Gut 96 Prozent der eingegangenen Messobjekte konnten Reis und sein Team erfolgreich vermessen. »Die restlichen 4 Prozent mussten wir ablehnen, weil wir nicht das passende Equipment hatten, zum Beispiel weil das Objekt zu groß war.« Das, so Reis, ist zum Beispiel bei großen Straßenlampen ab etwa 90 bis 100 Zentimetern Länge der Fall.« Die passen dann schlichtweg nicht mehr in die große Ulbrichtkugel, die einen Durchmesser von 100 Zentimetern hat.

Bei der Messtechnik hat EBV im sechsstelligen Euro-Bereich investiert: Neben den beiden Ulbrichtkugeln mit 25 und 100 Zentimetern Durchmesser für 2π- und 4π-Messungen verfügt das Labor über ein Spektralradiometer für Referenzmessungen und ein Goniophotometer sowie ein Leuchtdichte-Messgerät und ein Luxmeter. Ergänzt wird die Palette unter anderem durch eine spezielle Mess-/Auswerte- und Steuerungssoftware, durch Source- und Multimeter und eine Wärmebildkamera.

Ganz neu hinzu kam vor kurzem ein temperaturelektrischer Controller. Mit ihm lässt sich ein LED-Modul auf eine vorbestimmte Temperatur einstellen und halten, um die Parameter der LEDs im späteren Betriebszustand zu simulieren.

Aber nicht nur Lichtmessungen, auch thermische Messungen von Leuchten in Zusammenhang mit Kühlungsoptionen gehören zum Aufgabengebiet des LightLabs: Mit Hilfe einer Infrarotkamera vermisst Reis thermische Profile und kann auf diese Weise eventuelle Hot-Spots detektieren.