EMEA-weite Vertriebsvereinbarung Maxim holt EBV an Board

David M. Loftus, Maxim, Gerry Fay, Global President Avnet EM, Slobodan Puljarevic, President EBV Elektronik (v.l.n.r.)

Mit EBV hat Maxim sein Distributorennetz erweitert und ein Schwergewicht der Halbleiterdistribution an Bord geholt. Die Zusammenarbeit, die auf der electronica feierlich besiegelt wurde, umfasst das komplette Produktportfolio von Maxim und erstreckt sich auf ganz EMEA.

Slobodan Puljarevic, President, EBV, und David Loftus, Vice President, Worldwide Sales and Marketing, Maxim Integrated, erläutern Details.

electronica Daily: Maxim ist in der Distribution ja schon sehr gut vertreten. Wie kam es zu dem Entschluss, das Distributionsnetzwerk um EBV zu erweitern?

David Loftus: Obwohl Maxim bereits über ein etabliertes Distributionsnetz in EMEA verfügt, evaluieren wir ständig die Bedürfnisse des Marktes und die unserer wachsenden Kundenbasis. EBVs langjährige Erfahrung in Bezug auf herausragende Technikkompetenz, ihr Engagement für den Kunden und die einzigartige Präsenz am Markt stimmen sehr gut überein mit Maxims Ziel, den Support für unsere Kunden kontinuierlich zu verbessern. Diese Partnerschaft wird die Zufriedenheit unserer Kunden in EMEA weiter erhöhen, indem wir ihnen einen noch breiteren Zugang zu den leistungsfähigen Produkten von Maxim verschaffen, in Verbindung mit dem herausragenden Design- und Logistik-Support von EBV. Wir sind außerordentlich stolz auf unsere langjährige Partnerschaft mit Avnet Silica und dem von ihnen geleisteten Kundenservice. Wir sind überzeugt, dass die neue Zusammenarbeit mit EBV und der damit verbundene erhöhte Bekanntheitsgrad am Markt zusätzliches Geschäft für unsere beiden großen Partner bringen wird.

Auf welche Produktgruppen erstreckt sich die Zusammenarbeit?  

Loftus: EBV erhält Zugriff auf das gesamte Portfolio von Maxim, angefangen bei anwendungsspezifischen, hochleistungsfähigen Analog-Lösungen bis hin zu Building-Block-Bausteinen für die breite Anwendung. Unser Ziel ist es, unsere Kunden mit der Leistung und Flexibilität auszustatten, die sie für ihre anspruchsvollen und innovativen Designs benötigen.

Welche Märkte wollen Sie gemeinsam vorwiegend adressieren?  

Slobodan Puljarevic: Ein für beide Seiten entscheidendes Kriterium für eine künftige Zusammenarbeit ist, dass sich die Produkt- und Marktstrategie von Maxim stark mit unserer Vertical-Segment-Ausrichtung  und Sales-Strategie überschneidet. Maxim legt, wie EBV auch, einen starken Fokus auf Märkte wie Automotive, Consumer, Healthcare und Industrial mit Technologieschwerpunkten wie Security oder WL Communication – alles Bereiche, die wir auch gezielt mit unserer IoT-Initiative unterstützen.   

Gab oder gibt es Reaktionen der anderen Maxim-Distributoren zu diesem Schritt?

Loftus: Die neue Partnerschaft mit EBV bedeutet keine Änderung für die Bewertung oder die Organisation unseres Distributionsnetzes in EMEA oder weltweit. Maxim bleibt über die langjährigen Partnerschaften unseren bereits bestehenden Channel-Partnern verpflichtet – sie spielen heute und auch in Zukunft eine strategische Rolle für unseren Erfolg. Diese Erweiterung unseres Netzwerkes betrachten wir als Ausdehnung unserer Aktivitäten. Sie dient dazu, unsere Lösungen und unsere technische Expertise in dieser Region noch breiter verfügbar zu machen.

Es fällt also als Folge der neuen Partnerschaft kein anderer Distributor raus?

Loftus: Aktuell haben wir keine Pläne für weitere Änderungen in unseren Vertriebskanälen. Maxim wird aber wie bisher auch weiterhin Evaluierungen durchführen und wenn nötig Anpassungen vornehmen, um den Bedürfnissen unserer Kunden immer besser gerecht zu werden.

Und wie verargumentieren Sie diesen Schritt bei Ihren anderen Herstellern, Herr Puljarevic? – Zum Teil dürfte es ja Überschneidungen geben!

Puljarevic: Natürlich gibt es Überschneidungen. Die sind aber hauptsächlich der Konsolidierung geschuldet, die schon seit geraumer Zeit auf der Herstellerseite stattfindet. Somit ist eine Distributor-Linecard, die alle großen Hersteller abdeckt, für uns alle, EBV sowie Hersteller, eine normale Situation, an die sich jeder gewöhnt hat.

Welche Ressourcen stellen Sie für die neue Linie bereit?

Puljarevic: Beginn des Franchise Agreements ist Januar 2017. Wir sind aber schon seit September in intensiven Gesprächen auf allen Ebenen, um einen reibungslosen Start vorzubereiten. So werden bereits unsere Vertriebsteams, die FAE-Mannschaft und die Vertical Segments gezielt auf Maxim geschult.

Und wie unterstützt Maxim den neuen Partner EBV?  

Loftus: Die wichtigste Ressource, die wir teilen können, ist ein tiefgehendes Verständnis für unsere Technologien und die Herausforderungen, die diese Technologien für den Kunden lösen. Entsprechende technische Seminare und interne Schulungen haben bereits begonnen, und es wird eine fortwährende Zusammenarbeit der Geschäftsbereiche sowie der Anwendungs- und Entwickler-Teams von Maxim mit dem technischen Vertrieb von EBV geben.

Wie lauten die gemeinsamen Umsatzziele?

Puljarevic: Wir werden, wie bei allen anderen Herstellern auch, keine gemeinsamen Umsatzziele veröffentlichen. Wie immer aber bei der Zusammenarbeit mit einem neuen Herstellerpartner ist es auch bei Maxim unser Ziel, über neu generiertes, zusätzliches Geschäft zu wachsen und nicht bestehende Aufträge über den Preis zu transferieren. Das sehr anspruchsvolle Produkt- und Technologieportfolio von Maxim passt perfekt zu unserer sehr technischen Ausrichtung. Die Kombination Maxim und EBV wird, davon sind wir alle überzeugt, eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung für alle Beteiligen – vor allen für unsere Kunden. Wir freuen uns alle schon sehr auf die Zusammenarbeit!