Heilind kauft MPS Größter Steckverbinder-Distributor aus USA nimmt Kurs auf Europa

Marcus Seitz, MPS-Geschäftsführer
Marcus Seitz bleibt weiterhin einer der Geschäftsführer der MPS.

Im April kaufte der US-amerikanische Steckverbinder-Distributor Heilind die deutsche MPS und schlägt damit die Brücke nach Europa. In den USA ist das 1974 gegründete Unternehmen mit 560 Millionen Umsatz längst eine große Nummer.

40 Niederlassungen betreibt Heilind weltweit, vor allem in den USA und Asien. 85 Prozent des Portfolios sind Steckverbinder. »In den USA sind wir die Nummer 1 unter den Steckverbinder-Distributoren und rangieren an fünfter Stelle bei den Distributoren für Elektromechanik. Insgesamt liegen wir in den USA an Position 6 unter allen Elektronik-Distributoren.« In Europa kann Martin Kent, President Asia & European Operations von Heilind, davon bislang nur träumen. Aber mit der Akquisition von MPS soll sich das nun Schritt für Schritt ändern. Der Spezialdistributor für Steckverbinder und Elektromechanik aus Oberbayern ist seit April zu 100 Prozent Eigentum der Heilind Gruppe. Die MPS Gruppe besteht aus mehreren Teilgesellschaften: der MPS electronic Vertriebs GmbH, der MPS Kabeltechnik GmbH, der MPS Terminal GmbH und der MPS Production GmbH. Spezialisiert ist die Gruppe einerseits auf den Mil/Aero-Markt und andererseits auf das klassische Industriesegment. Die MPS Production verfügt außerdem über eine Assembly-Linie für Mil/Aero-Produkte. Zertifiziert ist MPS nach EN900 und EN3656. Ein Großteil der Aktivitäten von MPS liegen im Design-In-Segment und nicht im reinen Fulfillment. 

 

Der Umsatz der Gruppe belief sich im Jahr 2014 auf etwa 23 Millionen Euro. Auf der Linecard vertreten sind 26 Hersteller von Amphenol bis hin zu TE. MPS sei ein gesundes Unternehmen, bestätigen die beiden Geschäftsführer Marcus Seitz und Lorenz Huber. Über die Gründe des Verkaufs äußern sie sich nicht, nur so viel: Man verspreche sich, künftig noch bessere Marktchancen zu haben. Für Heilind kam die Gelegenheit in jedem Fall günstig, und der Europa-President versichert, er plane keine Konsolidierung, im Gegenteil: »Wir wollen noch weitere Mitarbeiter am Standort einstellen und innerhalb der nächsten 18 Monate das Umsatzlevel der MPS verdoppeln.« Als wichtigen Schritt für das geplante Wachstum sieht Kent zusätzliche Lagerflächen, um das Portfolio in der Breite und Tiefe aufzustocken und dem Heilind-Spektrum anzupassen. Das Lager von MPS ist bereits zu 90 Prozent ausgelastet, demzufolge sei man auf der Suche nach einem neuen Lager mit mehr Fläche im Umkreis des Firmensitzes von MPS, um auch die Fläche für Zusatzdienstleistungen aufstocken zu können, wie Re-Packaging und Re-Reeling und Kabelkonfektionierung oder Langzeitlagerung. »Wir legen Wert auf ein weltweit einheitliches Service-Angebot«, so Martin Kent.