Katalogdistribution »Fast jeder, der einen Gewerbeschein hat, kauft bei Conrad«

Mit derzeit knapp 350.000 verschiedenen Produkten liegt Conrad bei der Vielfalt für einen Katalogdistributor eher im Mittelfeld. Aber dafür ist die Mischung, die das Unternehmen bietet, einzigartig: vom Schraubendreher über das Messgerät bis zum Netzteil lässt das Sortiment keine Wünsche offen. Und einige Produkte kommen sogar aus der eigenen Entwicklungsschmiede.

»Breit und tief«, so beschreibt Stefan Fuchs, General Manager Industrial Electronics, das Produktsortiment des Unternehmens. Die meisten Kunden kommen aus den Bereichen Forschung&Entwicklung oder Instandhaltung. »Fast jeder, der einen Gewerbeschein hat, kauft bei Conrad«, bringt es Fuchs auf den Punkt. Am Bekanntheitsgrad mangelt es dem Versandhändler aus dem oberpfälzischen Hirschau also wahrlich nicht. Verantwortlich dafür ist vor allem das umfassende Privatkundengeschäft, das nach wie vor ein starkes Standbein von Conrad ist und natürlich auch durch die Ladengeschäfte vor Ort gepusht wird. »Unser hoher Bekanntheitsgrad im B2C-Geschäft hat uns auch dabei geholfen, uns im B2B-Geschäft gut zu etablieren.« Seit 1998 ist Conrad offiziell auch als Geschäftskundenpartner tätig, wobei das Unternehmen auch schon vorher Umsätze aus dem B2B-Bereich erwirtschaftete.

Dass die Katalogdistribution gerade in Deutschland und Europa derzeit hart umkämpft ist, spürt auch Conrad. Ist es da nicht schwierig, sich im Wettbewerbsumfeld zu differenzieren? »Wir versuchen, uns vom Mitbewerb abzuheben, indem wir unser Sortiment sehr gründlich auswählen. Unser Ansatz ist es nicht, so viele Produkte wie möglich zu führen, sondern eine vielfältige Auswahl, die die Wünsche der Kunden und aktuelle Trends berücksichtigt«, so Fuchs.

Vielfältig ist die Auswahl bei Conrad in der Tat: Vom elektronischen Bauelement über Zubehör für die Gebäudetechnik inklusive Leuchtmittel, die Alarmtechnik, Computer und Kommunikationsprodukte, Unterhaltungselektronik bis hin zum KFZ-Zubehör – das Produktspektrum umfasst vor allem Ver- und Gebrauchsgüter, die in der Instandhaltung, der Produktion, aber auch im Forschungs- und Entwicklungsbereich benötigt werden. Außerdem ist Conrad autorisierter Apple-Händler. Die Distributionsware bezieht Conrad weitgehend über Franchisevereinbarungen mit den jeweiligen Lieferanten. Mit dem Hersteller Sygonix hat Conrad sogar einen Exklusivvertrag über Leuchtmittel, Haustechnik und Gebäudetechnik-Zubehör. Vereinzelt kauft der Versandhändler aber auch über Volumendistributoren zu, um das Portfolio abzurunden.

Das Ende der Fahnenstange sieht Fuchs mit den derzeit etwa 350.000 Produkten im Programm noch lange nicht erreicht: »Wir erweitern unser Portfolio laufend und sehen noch Potenzial für viele tausend weitere Produkte.«   

Spezialität »Eigenprodukte«

Zu den Spezialitäten von Conrad zählen die Produkte aus der hauseigenen Entwicklungsschmiede CTC (Conrad Technology Center). Die Ingenieure und Techniker des CTC entwickeln die Eigenprodukte zu 80 Prozent selbst, 20 Prozent werden gemeinsam mit Entwicklungspartner umgesetzt.

Unter dem Markennamen Voltcraft bringt Conrad seine Mess-, Lade- und Netztechnik-Geräte auf den Markt. Werkzeuge wie Schrauben, Bohrmaschinen, Löt- und Befestigungstechnik werden unter dem Namen Toolcraft vermarktet. Eine eigene Fertigung hat Conrad nicht, die Produkte werden von Auftragsfertigern produziert. Die Ideen für die Eigenprodukte kommen oft vom Kunden über den Außendienst, wie im Fall des Voltcraft True RMS Multimeters. Das tragbare Messgerät ist mit einer OLED-Anzeige ausgestattet und daher in weiterer Entfernung, bei widrigen Sichtverhältnissen und in einem Blickwinkel von bis zu 160 Grad ablesbar. Ein weiteres Schmankerl der Marke Voltcraft ist ein neues Ladegerät, das erstmals verschiedene Akku-Technologien inkl. Nickel-Zink-Akkus gleichzeitig laden kann. Es bietet fünf unterschiedliche Pflegeprogramme und Auswertung am PC. Verfügbar ist das Ladegerät seit Januar 2013.