America II Ein Jahr in der Distribution

Einer der größten Elektronik-Distributoren der Welt

America II hat 2016 seinen Schritt von der Independent Distribution in die Franchise-Distribution forciert. Vor diesem Hintergrund wirft Brian Ellison, President von America II, einen Blick auf „ein Jahr in der Distribution“:

Was die allgemeine Weltwirtschaft in 2016 betrifft, ist es schwierig, viele kohärente globale Trends zu identifizieren. Das wirtschaftliche Gesamtbild 2016 stellt sich nach den Berichten der meisten Industrieverbände ziemlich flach dar, weder mit astronomischem Wachstum noch nennenswertem Rückgang. Während es zwar durchaus kleinere Höhen und Tiefen gab, haben sich die Sorgen um größere Einbrüche in den USA, in Asien und Europa bislang als nicht gerechtfertigt erwiesen.

Genau wie schon im vergangenen Jahr haben die BRIC-Staaten ihr rasches Wachstum ihrer Wirtschaftskraft fortgesetzt. Insgesamt betrachtet können wir die Entwicklung der Weltwirtschaft im Jahr 2016 wohl als völlig normal bezeichnen.
Hinsichtlich der globalen Handelsbedingungen und Trends für Distributoren sehen wir insgesamt eine höhere Aktivität auf dem Markt, mit einer eindeutigen Zunahme der Anzahl von Anfragen nach Kostenvoranschlägen. Obendrein beobachten wir einen Anstieg des Umfangs hochwertiger Termingeschäfte, mit denen wir zu tun haben, bei denen Bestellungen etwa sechs Monate oder mehr im Voraus getätigt werden. Unsere Kunden hielten 2016 auch an ambitionierteren Zielen fest. Dies ist angesichts eines üppigen Bestands am Markt und kurzer Lieferzeiten kaum überraschend.

Viele der Engpässe bei Standardprodukten, die wir während des letzten Jahres am Markt erlebt haben, sind aufgrund von Lieferzeiten von ca. 10 bis 12 Wochen inzwischen weitgehend Geschichte. Insgesamt haben wir es mit einem Käufermarkt zu tun. Die Lieferzeiten für alle Standardprodukte waren 2016 offenbar durch die Bank stabil, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Es ist zu beobachten, dass mit zunehmenden Lieferzeiten auch die Preise beispielsweise für Flash- und DRAM-Produkte steigen. Interessanterweise stellen wir fest, dass mehrere Hersteller entwicklungsintensiver elektronischer Komponenten Preiserhöhungen ankündigen. Wir interpretieren dies so, dass sie ihre Kunden dazu drängen möchten, sich zur Abnahme ihrer Komponenten zu verpflichten, bevor die Preiserhöhung in Kraft tritt, und vermuten, dass die Unternehmen im Laufe des Jahres 2016 vielleicht etwas zögerlich waren, was die Integration komplexer Bauteile in neue Produkte angeht.

Wir haben im Laufe des Jahres 2016, insbesondere während der letzten drei Monate, außerdem einen deutlichen Anstieg der EOL-Aktivität (End-of-Life) festgestellt. Wahrscheinlich ist dies ein Resultat sowohl einer erheblichen Anzahl an OCM-Zusammenschlüssen und -Übernahmen, die zu einer Produkt-Duplizität führten, als auch kürzerer Lebensdauern von Komponenten, die ja den Lebenszyklen der Endkundenprodukte entsprechen. Es ist wohl zu erwarten, dass mit Beginn des Jahres 2017 die hohe Aktivität bzgl. Zusammenschlüssen und Übernahmen weiterhin substanzielle Auswirkungen auf den Markt haben wird, auch wenn nicht vollständig klar ist, wie diese Effekte genau aussehen.