Sortimentserweiterung und eProcurement »Ein Distributor wie wir muss produktgetrieben sein«

Bei Bürklin gab es in den letzten 12 Monaten jede Menge Neuerungen: nicht nur das Produktspektrum wurde umfassend erweitert, sondern auch eine neue Abteilung für das eProcurement gegründet.

Damit untermauert das Unternehmen ein pragmatisches wie erfolgreiches Paradigma der Distribution: Der Kunde will das richtige Produkt und die passende Logistik dahinter.

»Die Sortimentserweiterung und die eProcurement Services, die wir inzwischen anbieten, haben uns ein großes Stück nach vorne gebracht«, unterstreicht Alfred Lipp, Vertriebsleiter von Bürklin. Nicht nur im Komponentengeschäft konnte Bürklin zulegen, auch das MRO-Geschäft habe sich stabilisiert und wachse überproportional, bestätigt Lipp.

Zur neu gegründeten Abteilung eProcurement gehört auch der Bereich eCommerce. »Wir haben das in einer Abteilung zusammengefasst, weil es Überschneidungen gibt. eCommerce bedeutet für uns, dass unsere Produkte und Services im Web sichtbar sind. eProcurement hingegen heißt, die  Effizienz bei der Beschaffung zu steigern und den Einkauf für die Kunden zu erleichtern«, erläutert der Vertriebschef. Der Bedarf an digitalen Lösungen für die Beschaffung ist in den letzten Jahren enorm gestiegen – und bieten für Distributoren die Möglichkeit, sich mit einem guten Angebot zu profilieren: »Die Einkaufsabteilungen haben ihr eProcurement vielseitig verändert, teils auch Personal eingespart. Wir müssen die Anforderungen des Kunden aufnehmen und flexibel sein.« Flexibel zu sein, heißt in diesem Fall nicht „eine Lösung passt für alle“, sondern Kundenwünsche werden bei Bedarf auch individuell realisiert. Das eProcurement-Spektrum von Bürklin deckt alle gängigen Anforderungen ab wie API, EDI elektronische Kataloge und Portale.

Um die vielfältigen eProcurement-Möglichkeiten abzudecken, hat Bürklin in eine eigene Abteilung für dieses Thema investiert und Personal aufgebaut bzw. qualifiziert. Zusätzlich arbeiten die Oberhachinger auch mit externen Dienstleistern zusammen, insbesondere wenn es um spezielle IT-Anforderungen von Kunden innerhalb des eProcurements geht. »Die laufende Pflege wie etwa die Preisübermittlung und Produkt-Updates übernehmen wir dann wieder inhouse«.

Auch das Erscheinungsbild beim eCommerce will Bürklin einigen Änderungen unterziehen. „Fancy“-Seiten mit viel zu vielen Informationen sind nicht das, was ein Profi-Einkäufer will, bestätigt Lipp. Ein Webshop muss praktisch sein, die Produkte gut auffindbar, schnell lieferbar. Dementsprechend wird auch der neue Webshop nach diesen Kriterien weiterentwickelt. »Wir werden uns künftig wieder auf die wesentlichen Daten konzentrieren, und auf die Filterbarkeit. Wir wollen, dass der Kunde mit ein bis zwei Klicks zu den Produkten kommt.« Weil immer mehr über mobile Geräte bestellt wird, ist das nach Meinung von Lipp umso wichtiger: »Wenn Sie eine kleine Fläche auf dem Bildschirm haben, wollen sie keine Spielereien sehen, sondern das Wesentliche. »Für die Kundengruppen, mit denen wir zu tun haben, sind Spielereien auf der Webseite überflüssig. Die Kunden sind pragmatisch und stören sich laut Lipp eher an „fancy“ Features. Sie wollen ihr Produkt und die Logistik dahinter.« Der Kunde will eine überschaubare Fülle an Infos sowie die Teilenummer, Inventory und Preis, und er will die technischen Daten herunterladen können. Die Zahlungssysteme werden ebenso laufend erweitert. Neue Bezahlsysteme könnten bei Bedarf sofort implementiert werden.

Die Anforderungen an eine Bestell-Webseite gilt nach Auskunft von Lipp nicht nur für den klassischen – vielleicht eher konservativen – Industriekunden, sondern im Prinzip für alle Kundengruppen. So verhält sich auch das Startup nach den Erfahrungen von Bürklin nicht anders als der klassische Industriebetrieb. »Jeder Kunde will das Produkt am liebsten am nächsten Tag, da gibt es keinen Unterschied. Manche Start-ups sind vielleicht etwas unerfahrener in der Beschaffung von Artikeln«, so Lipp.

»Wichtig ist, dass man sichtbar ist im Web, und dann wird man auch gefunden. Wir müssen die richtigen Produkte verfügbar haben. Ein Distributor wie wir muss produktgetrieben sein. Wir sehen, dass es wichtig ist, dass die Kunden bei uns bekommen, was sie brauchen.« Eine spezielle Ansprache für Start-ups braucht es nach Ansicht von Lipp nicht. Schließlich mache sich auch in klassischen Unternehmen in mancher Hinsicht ein gewisser Start-up-Flair breit. »Wir sind sehr demokratisch. Bei uns ist jeder Kunde gleich, nicht ein Start-up wichtiger als ein Industriekunde und umgekehrt«, unterstreicht Lipp.