Neue Serie ab Januar eCount Technology entwickelt Kontrons CRTtoLCD-Technologie weiter

Die 51/61-Versionen gehen im Januar in Serie

Anfang 2012 hat eCount Technology den Geschäftsbereich »CRTtoLCD« von Kontron übernommen und entwickelt seither die Interface-Karten eigenständig weiter. Ab Januar 2014 geht die erste eigene eCount-CRTtoLCD-Generation in Serie. Für den Vertrieb setzt der Hersteller weiterhin auf spezialisierte Distributoren wie Hy-Line Computer.

Ein Linzenzabkommen mit Kontron hatte eCount bereits 2009 geschlossen. Anfang 2012 folgte dann die vollständige Übernahme des Kontron-Geschäftsbereichs »CRTtoLCD«.
Im Zuge der Übernahme produziert eCount 1:1 dieselben Produkte wie die ehemalige CRTtoLCD-Division von Kontron. »Wir stehen für Kontinuität!« Dass diese Botschaft draußen ankommt, ist Gerhard Sahler, Geschäftsführer von eCount Technology, wichtig, um jegliche Zweifel daran zu zerstreuen, dass eCount das CRTtoLCD mit vollem Engagement weiterverfolgt. »Wir haben nicht nur einfach die Technologie übernommen, sondern entwickeln das Produkt im Haus weiter«, erklärt Sahler. »CRTtoLCD genießt eine hervorragende Reputation. Diesen Anspruch wollen wir auch weiterhin erfüllen.«

Auf Kontinuität setzt eCount nicht nur beim Produkt, sondern auch in punkto Vertrieb. Die Münchener arbeiten weiterhin mit dem Distributionsnetzwerk zusammen, das Kontron für diesen Bereich aufgebaut hat. Für den deutschsprachigen Raum sind das Rutronik und die Display-Spezialisten Hy-Line Computer und Fortec. »Wir wollen uns auf die Technik konzentrieren. Der Erfolg steht und fällt aber mit dem Vertrieb und der Beratung durch den technisch versierten Distributor. Wir brauchen also Partner, die vor Ort und nahe am Markt sind«, bekräftigt Sahler. Schließlich wird im Display-Segment nicht einfach nur das Produkt verkauft. »Der Kunde möchte oft ein komplettes System, bestehend aus Touch, Display, Kabel, Programmierung und der entsprechenden Anpassung an seine Anforderungen«, ergänzt Guido Brüning, Geschäftsführer von Hy-Line Computer. Die Spezialisten von Hy-Line arbeiten mit eCount in der D/A/CH-Region zusammen und waren von Anfang an bei der CRTtoLCD-Technologie als Kontron Design- und Vertriebspartner mit im Boot. Sie können sogar mit einem dedizierten CRTtoLCD-FAE aufwarten. »Durch diesen Mehrwert gelingt es Hy-Line, Projekte zu gewinnen, die wir als Kartenhersteller alleine gar nicht abdecken könnten«, so Sahler.

Klares Ziel von eCount ist es, neue Projekte weitgehend über die Distribution abzuwickeln. Europaweit sollen daher in einzelnen Ländern noch weitere Vertriebspartner dazukommen. Und über Europa hinaus? Hier denkt Sahler vor allem an den Sprung über den großen Teich. Der US-amerikanische Markt ist auf alle Fälle viel versprechend. Dort ist Sahler derzeit in Verhandlungen mit einem potenziellen Distributionspartner. Asien hingegen liegt nicht im Fokus von eCount. Schlussendlich, so Sahler, »konzentrieren wir uns auf die Industrieelektronik und nicht auf den Consumer-Massenmarkt. Daher kommt Asien als Zielregion für uns nicht in Frage.«

Die unter der Bezeichnung 5/6/7 erhältlichen Karten produziert und pflegt eCount mindestens  noch bis Ende 2014 weiter. Geändert haben die Münchener hier lediglich das Label von »Kontron« in »eCount«. Parallel dazu hat eCount unter Federführung des technischen Geschäftsführers Hermann Leipold eine neue Generation entwickelt, die unter dem Namen 51/61/71/81 läuft. Die 51/61-Versionen gehen im Januar in Serie, die 71er-Karte wird voraussichtlich ab März 2014 verfügbar sein. Den Entwicklungsstart für die High-End Version – die 9er Serie - hat eCount für Anfang 2014 geplant. Sie soll dann auch für Quad-Displays geeignet sein und aller Voraussicht nach einen ARM-Prozessor enthalten. Um diese Entwicklungsarbeit zu stemmen, investiert eCount kräftig in das technische Personal und baut derzeit ein Team aus Hard- und Software-Entwicklern auf. »Wir sind uns der Verantwortung bewusst, dass wir nicht ein Software-getriebenes Produkt herstellen können, ohne die adäquaten Ressourcen im Haus zu haben«, so Sahler.    

Was kann die neue CRTtoLCD-Generation »made by eCount«? Alle Boards haben dieselben mechanischen Abmessungen und Schnittstellen wie die Vorgängerversionen, so dass in bestehenden Anwendungen beim Austausch keine Änderungen erforderlich sind. »Das ist für uns sehr wichtig, weil der Kunde das Produkt auf einen Monitor lizensiert«, betont Sahler. Wie schon die Vorgänger sind auch die Versionen der neuen Generation ausschließlich auf industrielle Anwendungen fokussiert. Kabel und Peripherie sind größtenteils aus der alten Generation weiter nutzbar. Auch die Konfigurationstools der Config Work Bench bleiben gleich. Der Kunde, der das Panel-File selber schreiben möchte, kann also mit den vertrauten Tools weiterarbeiten. Alternativ übernimmt Hy-Line für seine Kunden die Displaykonfiguration und die Programmierung. Es stehen bei Bedarf auch zusätzliche Konfigurationstools zur Verfügung wie OSD und API.

Aktualisiert hat eCount die Scaler-Technologie: Herzstück der neuen Generation ist der ST/Genesis-STDP6028/6038/8028-Chip. Des Weiteren bietet die Generation PWM-Dimming für die LED-Backlights und kann Auflösungen von VGA (640x480) und UXGA (1600x1200) bis hin zu WUXGA für die 71er-Version bewerkstelligen. Weitere Features der 71er-Version sind 10 Bit Farbtiefe via JILI51 und die Wahl zwischen 12 V und 24 V Spannungsversorgung. Ab 500 Stück aufwärts gibt es außerdem kundenspezifische Konfigurationen und customized Firmware-Lösungen. Für spezielle Projekte will eCount weiterhin eine TTL-Lösung über Adapter anbieten.

Was der Kunde benötigt, hängt von den Einsatzbedingungen und der Applikation ab. »Gemeinsam mit dem Kunden erarbeiten wir die erforderliche Konfiguration inklusive Programmierung«, schildert Brüning. Möchte der Kunde zum Beispiel das Panel-File nicht selber programmieren, übernimmt Hy-Line diese Aufgabe.
Nicht nur die technische Expertise, auch das Produktspektrum von Hy-Line ist genau auf die Bedürfnisse von Display- und Embedded-Kunden abgestimmt. Mit ca. 30 Linien ist die Linecard von Hy-Line, typisch für einen Spezialisten, durchaus überschaubar: »Wir überlegen uns sehr genau, welche neuen Linien komplementär zu unseren Produkten sind. Anfragen von Herstellern gäbe es genügend, aber Hy-Line möchte als Spezialist seinem Prinzip »Nicht Masse, sondern Spezialitäten« treu bleiben. Denn das betrachtet Brüning eindeutig als Erfolgsrezept für sein Unternehmen im Gegensatz zum Broadliner: »Durch unsere Spezialisierung können wir unsere Kunden auf sehr hohem Niveau effizient unterstützen und dem Kunden dadurch einen Technologievorsprung ermöglichen.«

Zu den typischen Zielkunden für CRTtoLCD zählt Brüning alle Kunden, die ein unabhängiges Display ansteuern möchten, wie etwa POS- oder POI-Anwendungen, Monitorhersteller, aber auch die typische Industrie- und Automotive-Klientel. Eher untypisch wäre dagegen ein TV-Hersteller. Grundsätzlich gilt: Je weiter das Display vom Rechner entfernt ist, umso eher benötigt die Anwendung eine Scaler-Karte.