Distributoren beraten und unterstützen beim LED-Lichtdesign Durchblick im LED-Dschungel

Ihre Vorzüge kann die LED nur dann ausspielen, wenn das gesamte Beleuchtungskonzept aus Ansteuerung, Optik und Thermomanagement stimmt - hier setzen die Distributoren als Schnittstelle zwischen Herstellern und »Lichtkunden« an.

Sie bieten nicht nur ein breites Spektrum an Lighting-Produkten, sondern unterstützen als Projektpartner vom Beleuchtungskonzept über die Produktauswahl bis hin zur Installation.

Das LED-Lighting-Segment zählt schon seit Jahren zu den festen Umsatzgrößen der Distribution. Denn viele Distributoren haben es schon mit der Einführung der ersten LEDs verstanden, durch ihre Beratungskompetenz zu punkten. Denn ob Architekten, Lichtplaner, oder Projektverantwortliche von Städten und Gemeinden: Ein Großteil des LED-Klientels zumindest im Bereich der Allgemeinbeleuchtung ist Elektronik unerfahren.

Die Entwicklung eines LED-Systems ist für diese Zielgruppe also kaum ohne Beratung oder Unterstützung machbar. »Bei Lighting-Applikationen ist System-Know-how erforderlich«, bringt es Thomas Reisinger, Director Lighting, Arrow Central Europe, auf den Punkt und weist dabei auch gleich auf einen weiteren Vorteil der Distribution hin: Der Kunde kann über die Distribution mehrere - im Idealfall alle - Komponenten eines Lighting-Systems aus einer Hand beziehen und bekommt obendrein auch noch die Projektplanung und –Unterstützung mehr oder weniger kostenlos dazu.

Ein Punkt, der zusätzlich für die Distribution spricht, sind Logistik und Supply Chain Management, die sich viele Distributoren als Kernkompetenz auf die Fahnen schreiben. Das, so Reisinger, spiele beispielsweise bei Halbleiterprodukten eine wichtige Rolle.

General Lighting sorgt für Goldgräberstimmung

Für Goldgräberstimmung unter den Distributoren sorgt das General Lighting. Da sei bislang gerade mal die Oberfläche angekratzt: von der Shopbeleuchtung im Supermarkt oder dem Modegeschäft, über architektonische Lichtelemente bis hin zur Straßenbeleuchtung gibt es zahlreiche  Einsatzfelder in denen die LED andere Leuchtmittel ersetzen wird. »In dieser Hinsicht gibt es noch eine Menge zu tun, wenn man bedenkt, dass der Anteil von LEDs an der Beleuchtung sicher noch im einstelligen Prozentbereich liegt. Wir gehen jedenfalls insgesamt von einem sehr deutlich zweistelligen Wachstum aus«, erklärt Sven Streiff, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing von Setron.

Nicht nur die Allgemeinbeleuchtung auch der Automotive-Sektor entwickelt sich viel versprechend, nicht zuletzt deshalb, weil die LED nun auch in den Frontscheinwerfer Einzug hält. »Die Beleuchtung mit LEDs wird ab jetzt eine noch größere Rolle spielen, weil inzwischen die Effizienz der LED soweit gestiegen ist, dass sie mit herkömmlichen Lichtquellen konkurrieren kann«, ist Wolfgang Reis, Business Development Manager Lighting von EBV Elektronik überzeugt.

Außerdem wird eine einheitliche Schnittstelle der Zhaga-Initiative für LED-Lichtmodule den General Lighting Markt nach Ansicht von Streiff noch zusätzlich beflügeln: »Der Verbraucher bekommt dadurch mehr Sicherheit beim Einkauf. Außerdem lassen sich LED-Lichtsysteme mit höherer Leistung dann einfacher in bisherige Umgebungen integrieren.«

Nicht zuletzt die einschlägigen EU-Verordnungen und die aktuellen Diskussionen zum Thema »Energieversorgung« werden nach Meinung von Alexander Müller, Regional Sales Manager, Future Lighting Solutions, dazu beitragen, dass sich auch die Endkunden früher als noch vor einigen Jahren erwartet nach effizienten LED-Beleuchtungsmöglichkeiten umschauen. Und von dieser Nachfrageentwicklung, so Müller, werde letztlich auch wieder die Distribution profitieren. Außerdem ermöglicht die Massenproduktion auch im LED-Sektor heute ein Preisgefüge, das noch vor 1 bis 2 Jahren nicht möglich war und daher dem breiten LED-Einsatz entgegenstand.

Ein Manko gibt es laut Müller allerdings, denn der steigenden Nachfrage müssen die LED-Hersteller erst einmal gewachsen seinund das ist nicht immer der Fall: »Produktionstechnisch müssen auch die entsprechenden Kapazitäten geschaffen sein und hier tun sich LED-Hersteller, die z.B. Chips zukaufen oder das Packaging außer Haus geben, schwer, den Bedarf zu decken.«

Auf der technischen Seite geht der Trend hin zu mehr Lichtqualität: »Das Lumen-Rennen der Vergangenheit ist nicht mehr ausschlaggebend. Wichtigste Punkte sind heute Effizienz - vor allem unter Betriebsbedingungen-, Farbort-Selektion (Binning) und Farbwidergabe der LED«, erklärt Müller. Vor allem die Effizienz hat durch neue Halbleitertechnologien enorm zugenommen und die LED-Hersteller haben erkannt, dass Datenblattwerte für die Lichtindustrie und Endkunden nur schwer zu interpretieren sind: So gibt es von PhilipsLumileds erste LEDs, die unter Betriebsbedingungen (d.h. Chiptemperatur 85°C) getestet werden und damit dem Leuchten-Designer wesentliche Informationen für die Auslegung eines LED-Konzeptes geben.