DMASS-Allzeithoch für 2017 Der Halbleiterabsatz geht durch die Decke

Die Halbleiterdistribution beendet das beste vierte Quartal seiner Geschichte mit einem zweistelligem Wachstum. Mittel-, Ost- und Südeuropa sind wegweisend. Diskrete, Power-, Opto-, Speicher- und High-End-MCU Komponenten stechen besonders hervor.

Die europäische Halbleiterindustrie hat das Jahr 2017 insgesamt positiv abgeschlossen. Laut DMASS stieg der Umsatz mit Halbleitern, wie er von den Mitgliedern im 4. Quartal 2017 gemeldet wurde, gegenüber Q4/2016 um 11,6% auf 2,01 Milliarden Euro. Das ist das höchste Winterquartal seit Bestehen der DMASS. Das Gesamtjahr 2017 schloss mit 8,5 Milliarden Euro und damit einem Anstieg um 14,6%, ebenfalls ein Allzeit-Rekord. DMASS deckt mit ihrer Statistik 80 bis 85% des europäischen Halbleiter DTAMs ab.

Georg Steinberger, Vorsitzender von DMASS, kommentiert: »Die Kombination von mehreren Faktoren führte zu diesem Allzeit-Rekordjahr für DMASS-Mitglieder: hohe Nachfrage in allen Branchen, lange Vorlaufzeiten und Preiserhöhungen, neue und spannende Technologien sowie eine tiefere Durchdringung bestehender Anwendungen mit Halbleiter-Technologien. Wir sehen jedoch eine leichte Verlangsamung der Wachstumsrate und einen hohen Auftragsbestand, der in Kombination für das Jahr 2018 ein gewisses Risiko bedeuten könnte. Das erste Quartal 2018 wird zeigen, in welche Richtung das Jahr gehen wird.«
Aus regionaler Sicht erwies sich Q4 für Nordisch, Benelux, Iberien, Italien, Osteuropa, die Türkei und Israel als überproportional positiv, wobei Deutschland im Durchschnitt im Durchschnitt lag. Für das gesamte Geschäftsjahr waren es vor allem der Süden und der Osten, die das Wachstum der Halbleiterdistribution antrieben. In den großen Regionen/Ländern wuchs Deutschland um 11,7% auf 597 Millionen Euro, Italien um 13,8% auf 170 Millionen Euro, Frankreich (+ 9,8%) erreichte 143 Millionen Euro und überholte Großbritannien, das ein Plus von 5,3% auf 142 Millionen Euro verbuchte. Nordic schloss mit + 20,8% bei 184 Millionen Euro und Osteuropa mit + 12,4% bei 316 Millionen Euro.

»Die langfristige Tendenz einer Produktions- und damit eine Marktverschiebung von West nach Ost setzt sich fort. Auch der Anteil Deutschlands am europäischen DTAM, der in der Vergangenheit bei 34% lag, ist jetzt auf etwa 30% gesunken.«
Produktweise zeigte Q4 eine starke Leistung in den Bereichen Diskrete, Power, Sensoren, Opto und Memory, während Analog, MOS Micro und programmierbare Logik zu kämpfen hatten. Analoge Komponenten stiegen "nur" um 8,5% auf 571 Millionen Euro, MOS Micro um 9,9% auf 424 Millionen Euro - hauptsächlich getrieben durch High-End-MCUs, Power um 23,9% auf 209 Millionen Euro, Opto um 14,5% auf 211 Millionen Euro , Memories um 18% auf 170 Millionen Euro und die programmierbare Logik um 1% auf 139 Millionen Euro.
»Interessanterweise waren die stärksten Produktgruppen im DTAM historisch gesehen auch diejenigen, die im 4. Quartal und im gesamten Jahr unterdurchschnittlich abschnitten - Analog, MOS Micro und Logik. Von den größten einzelnen Produktkategorien waren 2017 eindeutig FETs und High-End-MCUs die Stars.«