EMEA Halbleiterdistribution legt im zweiten Quartal 2010 um nie da gewesene 70 Prozent zu Beispielloses Wachstum

Europäische Halbleiterdistribution: Höchstes Wachstum seit Gründung des DMASS

2010 sieht nach einem sensationellen Rekordjahr für die europäische Halbleiterdistribution aus. Laut DMASS (Distributors' and Manufacturers' Association of Semiconductor Specialists) wuchs der Markt in der ersten Jahreshälfte 2010 um über 50 Prozent verglichen mit den ersten sechs Monaten des Vorjahres.

Im zweiten Quartal 2010 erreichten die Umsätze sogar ein beispielloses Plus von über 70 Prozent gegenüber Q2 2009 und damit das höchste Wachstum, das seit Gründung der DMASS vor über 20 Jahren jemals gemessen wurde. Das zweite Quartal 2010 endete mit einem Umsatz von 1,5 Mrd. Euro.

»Dies ist der verrückteste Zyklus, an den ich mich erinnern kann«, sagt DMASS Chairman Georg Steinberger. »Die Distribution ist auf ihr Rekordniveau von 2007 zurückgekehrt und wird möglicherweise den Rest des Marktes in diesem Jahr weit hinter sich lassen. Die Kehrseite dieser extremen Oszillation ist, dass Kunden mit vielen unerledigten Aufträgen zurückbleiben, da die Kapazitäten auf der Fertigungsseite der starken Nachfrage nicht hinterher kommen. Die Buchungen sind unverändert auf Rekordniveau aber die Lager der Kunden mehr oder weniger leer«, schildert Steinberger.

Vom Rekordwachstum im zweiten Quartal konnten alle europäischen Regionen profitieren, wobei die Wachstumsraten teils eklatant variieren. Verglichen mit dem letzten Jahr, wuchs der Distributionsmarkt in Osteuropa um 110 Prozent auf 182 Mio. Euro. Deutschland legte um 71,9 Prozent auf 498 Mio. Euro zu und Italien um 67,6 Prozent auf 166 Mio. Euro. In UK stiegen die Distributionsumsätze im zweiten Quartal um 55,5 Prozent auf 128 Mio. Euro, in Frankreich um 51 Prozent auf 118 Mio. Euro. Abgesehen von Österreich, mit einem Plus von 88,3 Prozent und der Schweiz, mit einem Zuwachs von 73,6 Prozent wuchsen alle anderen westeuropäischen Wirtschaften »unterproportional«. Die Nordic-Region beispielsweise wuchs um 64,2 Prozent auf 130 Mio. Euro.

»Von unterproportional zu sprechen, wenn fast alle anderen mit einem Plus von über 50 Prozent abschneiden, grenzt fast an Blasphemie. Aber noch nie hat die europäische Distribution über sämtliche Regionen hinweg so einen dynamischen Turnaround erfahren«, begründet Steinberger. 

Während Osteuropa offensichtlich den Löwenanteil des Wachstums beansprucht, stellt Deutschland weiterhin den führenden Markt dar. »Ich wäre nicht überrascht, wenn der DTAM in diesem Jahr den Direkt-Markt in allen Regionen übertrifft.«

Auch die einzelnen Produktsegmente konnten sensationelle Zuwachsraten aufweisen: Die programmierbare Logik führt das Feld mit einem plus von 95 Prozent an, gefolgt von Power mit 84,5 Prozent, der Sensorik mit 84,1 Prozent, DSPs mit 77,1 Prozent und dem Standard Analog Bereich mit 72,2 Prozent. Herunter gebrochen auf einzelne Bauelemente wuchsen die IGBTs mit einem Plus von 118,9 Prozent am stärksten gefolgt von den DRAMs mit 108,8 Prozent.

»Das ist eine Erholung über sämtliche Bereiche die alle Erwartungen übertrifft. Es zeigt, dass die Distribution nicht nur im Commodity-Bereich stark ist, sondern über das gesamte Board. Wir können nur hoffen, dass der Markt nicht durch viele Doppelbuchungen getrübt wird«, so Georg Steinberger.